Ich persönlich finde den Wechsel des Drehbuchautors/Regisseurs von Ockermüller zur Frau Gräftner als richtige Entscheidung. Endlich bekommen die Charaktere im Mundluniversum etwas Tiefe verliehen, was sie meiner Meinung nach noch liebevoller macht. War der erste Teil noch eine bloße Aneinanderreihung an Mundlschmähs, so werden in diesem Teil die kultigen Witze etwas intelligenter verpackt (zB im Rap-Battle). Das Witz-Pulver geht zwar hier nicht in einem einzigen Feuerwerk auf, verteilt seine Salven aber regelmäßig in kleinen Dosen und man hat durchgehend eine Schmunzelbasis, auf der sich beim einen oder anderen garantiert auch einpaar Lacher entwickeln werden.
Leider merkt man halt auch, dass am Equipment eingespart wurde. Das Licht wird zwar als eine Art Kunstgriff so Kontrastschwach verkauft, nervt aber in den dunklen Szenen im Film: Auch wenn das jetzt nicht gerade paradox klingt, aber ab einer gewissen Kontraststufe verschwindet plötzlich alles ins Schwarze und somit scheinbar aus dem Bild.
Im Gegensatz zum ersten Teil, finde ich die Fortsetzung echt sehenswert. Nicht falsch verstehen: Der erste ist für Fans echt sehenswert, dieser Teil aber kann meiner Meinung nach auch von Zusehern konsumiert werden, die sich nur oberflächlich mit dem Mundluniversum auskennen. Dafür gibts drei Sterne und für Mundlsympathiesanten, tausche ich das Sympathie-Plus gegen einen weiteren Stern ein.
Abschließend noch eine Anmerkung an den Hiphop-Touch, der sich scheinbar durch den ganzen Film zieht: Er wirkt tatsächlich etwas aufgesetzt, ich kann es mir leider auch nicht erklären. Dennoch funktioniert das Konzept finde ich, denn dieses Element soll ja als stellvertretendes Zeichen für die 70 Jahre stehen, die zwischen dem Urenkerl und dem Mundl sind. Natürlich kann man sich darüber streiten, ob der Emo-Style vom ersten Teil angebrachter wäre, oder ob der Edi vielleicht ein besserer Raver wäre, im Endeffekt ist das eigentlich nur Geschmackssache. Frau Gräftner hat sich für HipHop entschieden. Vielleicht weil da die Auseinandersetzung mit Immigranten etwas mehr zur Geltung kommt, als bei anderen Jugendgruppierungen. Und diese Auseinandersetzung ist ziemlich offensichtlich auch Bestandteil des Films.