Um fair mit diesem Buch umzugehen, muss man sich gleich zu Beginn klar machen, dass dies ein Bericht über einen Wettbewerb von australischen CFD-Tradern ist. Wir lernen, wie eine solche Show abläuft, welche Herangehensweise einzelne Trader und insbesondere die Besten hatten und welche Methoden sie benutzten. Natürlich lässt sich keiner wirklich genau in die Karten sehen. Wer detaillierte Analysen erwartet, wird gewiss enttäuscht, denn er hat eine überzogene Erwartungshaltung an einen solchen Bericht.
Zu gewinnen gab es ein Preisgeld von 100.000 australischen Dollar. Jeder der teilnehmenden CFD-Händler konnte sein eigenes Depot, also sein Geld, handeln. Gemessen wurde lediglich der prozentuale Gewinn nach Beendigung des Wettbewerbs. Der Wettbewerb begann am 2. April 2007 und endete nach 9 Wochen.
Im 1. Kapitel erklärt uns die Autorin kurz und knapp die Grundlagen des CFD-Handels. Das nächste Kapitel dient der Vorstellung der besten Trader und ihres Werdeganges. Der Gewinner brachte es immerhin auf eine Performance von 442%. Er ging dabei, wie wir im dritten Kapitel erfahren, völlig gelöst und ohne Erwartungen an diesen Wettbewerb heran und handelte faktisch wie sonst auch. Das Interessanteste am 3. Kapitel war für mich der Handelsplan von Mark D. Cook, der hier veröffentlicht wird. Cook ist einer der Magier der Märkte" und gewann 1992 mit diesem Plan die US Investing Championship (vgl. J.D. Schwager, Stock Market Wizards, FinanzBuch Verlag).
Wer noch nicht wusste, dass Menschen verschieden sind, erfährt dies im 4. Kapitel. Dort schildert uns die Autorin welcher Hilfsmittel sich die im Wettbewerb befindlichen Trader bedienen. Nicht so interessant fand ich, wer wann was in der zweiten Woche dieser Meisterschaft gehandelt hat. Die Erklärungen dazu sind sowieso dürftig, und die meisten deutschen Leser werden noch nicht einmal die betreffenden australischen Aktien kennen. Das 4. Kapitel endet mit einer Diskussion über "Stopp Loss-Limits" und die entsprechenden Orders.
Die dritte Woche wird im nächsten Kapitel geschildert. Neben der Vorstellung einzelner Trades, die nicht sehr informativ ist, geht es hier nebenbei um das Thema "Verluste" und die Hebelwirkung, mit der der CFD-Handel verbunden ist.
Im 6. Kapitel wird die folgende Woche geschildert. Nebenthemen sind hier allgemeine Fehler, die jedem schon einmal passiert sind. Die Autorin bemerkt ganz richtig, dass es wenig nutzt, wenn man diese Fehler kennt. Man macht sie dennoch selbst, in der Regel auch mehr als ein Mal und versteht dabei nicht recht, wie einem das passieren konnte.
Dass die Entwicklung einer eigenen Handelsmethodik von entscheidender Bedeutung ist, wissen wir bereits. Es gibt beim Trading keinen Königsweg. Diese ganz einfache, aber für den Erfolg ganz wichtige Erkenntnis wird uns im 7. Kapitel noch einmal verdeutlicht.
Wie alle Kapitel dieses Buches, sind auch die letzten drei aufgebaut. Es gibt ein Tagebuch, in dem steht, was an den einzelnen Tagen passiert ist. Daneben werden allgemeine Fragen des Tradings diskutiert, wobei einzelne der Teilnehmer zu Wort kommen oder deren Erfahrungen geschildert werden. In jedem Kapitel wird wenigstens ein Trade mit einem Chart vorgestellt. Manchmal werden außen stehende Experten zitiert. Schließlich gibt es eine Tabelle der Rangfolge in der jeweiligen Woche.
Fazit.
Wer sich für einen öffentlichen Wettbewerb von Tradern oder verschiedene Ansichten und Herangehensweisen der besten Teilnehmer interessiert, der ist hier gut aufgehoben. Es werden viele Informationen vermittelt, die allerdings so allgemein bleiben, wie man das zum Beispiel von den "Magiern der Märkte" kennt. Einige der besten und wenige schlechte Trades könnte man auch im Nachhinein auf dem eigenen Rechner verfolgen, wenn man über Daten des australischen Marktes verfügen würde.