Ich kann mich der Meinung meiner Vorgänger nicht anschliessen. Das (Hör-)buch ist äußerst unspannend und unterscheidet es sich von einem x-beliebigen Groschenroman vom Kiosk nur durch die Länge (ein eigener Stil ist hier nicht vorhanden. Alles wird ausführlich zeilenschindend beschrieben, aber sprachlich auf Schülerniveau). Ich habe beim Anhören die zweite und dritte CD versehentlich vertauscht, und es fiel mir zuerst nicht einmal auf, so beliebig ist alles ge- bzw. beschrieben.
Das einzige was dem Klischee nicht ganz entspricht, ist die Figur von Hieronymus " Harry" Bosch (toller Namenseinfall), der nicht ganz der strahlende Held ist, sondern ein reaktionärer Befürworter der Todesstrafe, dem nichts wichtiger ist, als alle Bösen unter der Erde zu wissen. Das macht ihn aber nicht zu einem Dirty Harry, sondern zu einem alten ....., der keine Sympathiepunkte bekommt. Dass die FBI Frau z.B. mit ihm ein Verhältnis anfängt, wirkt vollkommen unglaubwürdig, wie so viele Entwicklungen im ganzen Buch. So würden sich kein Menschen, die ihre 5 Sinne beieinander haben, verhalten. Ich fange jetzt gar nicht mit einer Aufzählung an, sonst nimmt das hier kein Ende.
So gut der Vorleser als Synchronsprecher sein mag, hier gewinnt er keinen Blumentopf. Die durchaus angenehme sonore Stimme ist bei weiblichen Personen leider extrem unpassend und läßt alle nach Charleys Tante oder rauchiger Transenstimme klingen.
Achtung Spoiler: Dazu keift jede Person, die zu den BÖSEN gehört, ob man das jetzt durch den Verlauf der bisherigen Geschichte wissen sollte oder nicht (nicht, dass es schwer zu erraten wäre) mit einer "gemeinen" Stimme, so dass man gleich ahnen kann, woher der Wind weht.
Zum Glück hatte ich's nur aus der Bücherei und zum Joggen gehört, so dass mir nicht allzuviel Geld oder Lebenszeit abhanden gekommen ist.