Gut, dass ich mir das Buch nicht gekauft, sondern nur geliehen habe..
Mir war schon vorher klar, dass Diana Gabaldon nicht mehr zu ihrer Schreibform der ersten 3 Bände zurückkehren wird, aber dennoch war das Buch schlechter als erwartet.
Der erste riesige Minuspunkt offenbarte sich schon am Anfang: William und Lord John bekommen einen eigenen Handlungsstrang. Seitenlang wird über den Bürgerkrieg palavert und wenn man sich da nicht auskennt, dann kann das schon mal richtig langweilig werden...
Doch nicht nur den Krieg fand ich weniger spannend. Auch William und Lord John an sich sind einfach nicht interessant. Beide sind sehr oberflächliche Charaktere. William hätte man gegen einen anderen Rothaarigen beliebig austauschen können und bei Lord John dachte die Autorin anscheinend, dass Homosexualität und eine Verliebtheit in Jamie schon als Charaktereigenschaften reichen...
Auch, dass Frau Gabaldon einem ihre Lord John Romane quasi aufzwängt finde ich nur noch unverschämt. Viele Passagen sind nicht wirklich veständlich, wenn man die anderen Bücher nicht kennt (auch wenn sie im Anhang Anderes behauptet).
Was mich noch gestört hat, war die großartige Ankündigung, dass Jamie und Claire nach Schottland zurückkehren. Ich möchte hier nicht zuviel verraten sondern nur Enttäuschungen verhindern, wenn ich sage, dass sie 2/3 des Buches noch in Amerika rumgurken und ebenso plötzlich wieder aus Schottland verschwinden, wie sie dann da angekommen sind.
Sehr sehr schade, meiner Meinung nach, da dies eigentlich der Part des Buches ist, in dem am meisten der Geist der ersten 3 Bände durchblitzt.....
Ein weiteres großes Manko ist, dass das ganze Buch hindurch kaum was passiert. Seitenlang werden sehr belanglose Dinge erzählt und dann plötzlich schien der Autorin einzufallen, dass sie mal was spannendes schreiben könnte. Die Sachen, die wirklich hätten interssant werden können wurden so schnell abgehandelt, dass es nie wirklich spannend wurde, sondern der Spannungsbogen kontinuierlich auf einem Niveau blieb: ganz weit unten. Auch die vielen Handlungsstränge haben zu dem Gefühl des "Dahingeplätschers" beigetragen. Sobald es interessant wurde, wurde der Handlungsstrang gewechselt und man wurde aus dem Lesefluss (wenn der denn vorhanden war) gerissen.
Auf den letzten 70 Seiten wurde dann aufgeholt, was die ganze Zeit gefehlt hat. In diesen Abschnitt wurden soviele Sachen gequetscht, dass man kaum hinterher kam und dann plötzlich war alles vorbei und man wurde in das offenste Ende, das ich je erlebt habe, katapultiert.
Das Schlimme ist, dass ich das nächste Buch aus der Reihe wahrscheinlich aus reiner Neugier auch lesen werde und mich hinterher wieder drüber ärgern werde....
Fazit: Keine Empfehlung! Nicht mal für Fans. Dazu unterscheidet es sich zu grundlegend von den ersten 3 Bänden....