Nachdem man zuletzt von Mr. Surkamp ja eher ganz nette Solo Alben mit stellenweise Democharakter bekommen hat, hier nun endlich wieder ein Bandalbum, das überzeugt.
Hier spielt die Band, die sich seit einiger Zeit auch live präsentiert. Von der Original Besetzung sind nur noch David Surkamp und Drummer Mike Safron dabei. Ansonsten präsentiert sich hier neben Surkamps Frau Sara eine stark verjüngte Band, die man sich auch unbedingt live ansehen sollte.
Angeline als Einstieg leicht folkig und romantisch melancholisch ist ein guter, eingängiger Einstieg. Angel's Twilight Jump ist eigentlich ein Song von der ersten Scheibe der David Surkamp Band, hier aber nun im vollen Bandgewand, recht sakral und und auch hier schimmer Melancholie pur durch. Der Chor ruft Gänsehaut hervor, hier ist wie in noch 2 weiteren Songs auch Tochter Saylor mit an Bord. I love you still ist dann heiter, bewschwingt und folkig. Es gab auch mal einen song mit gleichem Namen auf der dritten PD Scheibe, dieser hier klingt jedoch völlig anders. I don't do so good without you erinnert (ausgenomen natürlich gessanglich) stellenweise an Van Morrison, so die Sachen mit Jazzeinflüssen aus den 70gern. Echo & Boo dann das Titelstück, beginnt mit erzähltem Text, kommt nachdenklich rüber...es geht dann weiter mit leicht hymnischen Gesang, hat irgendwie was von einem Kinderlied, aber nur dem Anschein nach fröhlich.
Dann folgt die "The Death of North American Industrie Suite", düsterer Prog...zwischen 2x We walk alone forever (again) eingebettet eine eindringliche Version des Traditionals "Oh Suzanna" Ava Garners Bust ist wieder folkig bis hymnisch, gehörta aber auch noch zur Suite, was den Song dann auch mit dem Grollen enden lässt, womit die Suite begann. Calling out for mine hätte auch auf den ersten beiden Alben der Band gut gepasst, erinnert entfernt ein wenig an "Early Morning on". Wee all die alone beginnt mit schöner Akrobatisch an (den) akkustischen Gitarren, geht dann in ein südländische Flair über, das Piano dabei recht jazzig. An dieser Stelle muss ich auch mal die gute Leistung von Abbie Hainz an der Violine erwähnen, die das gesamte Album, aber hier besonders präsent ist. Jubilation ist dann wohl das jazzigste Stück, mir kommt da irgendwie auch Van Morrison in den Sinn, hier zu seiner Moodance Phase. Das Album endet dann wieder recht melancholisch mit I don't need Magic anymore. Schönes Pianothema zur Einleitung. Übrigens erinnert mich hier die Gesangsmelodie bei der Strophe entfernt an ein Tori Amos Stück ;-).
Alles in Allem kann das Album alle Male mit den ersten beiden Klassikern der Band mithalten, ohne das auch nur in irgendeiner Form zu kopieren. Uneingeschränkte Kaufempfehlung.
Übrigens: Auch die Stimme von Surkamp ist weiter stark, wenn auch wie gewohnt gewöhnungsbedürftig. Nicht mehr ganz soo hoch, dafür etwas wärmer...