Um mit der Einleitung des Buches zu beginnen: Hier wimmelt es von den Ausdrücken wie: "Wenn" "Vielleicht" "Möglicher Weise" "Könnte sein". Das sind ein paar Fragestellungen zu viel und wenig hilfreich. Diese "Vielleicht" und "Möglicher Weise" wieder holen sich im anschließendem Text, wenn auch weniger.
Der anschließende Text nun baut sich hauptsächlich, fast ausschließlich, auf Sexualitäten und Sexualverhalten der der einzelnen Protagonisten auf, was dann permanent mit dem Mittel der Psychoanalyse versucht wird zu untermauern, selbstverständlich wird dann hier und da Freud zitiert. Auf mich wirken viele Aussagen und der Versuch einer Argumentierung recht schwammig. Das Festhalten an einer Meinung, wie hier, ist, wie bei anderen Autoren auch, mit anderen Ansichten über Echtnaton, ein zu festes, zu starres Beharren, an der eigenen, auf etwas pochenden Meinung, von der aber nicht abgegangen wird. So kann eine Meinug zur Penetranz werden.
Wenn man, aber wie hier, über Inzest sich ausläßt, vergißt oder übersieht der Autor eine doch wichtige Tatsache. Nämlich, das Kinder, die aus einer inzestuösen Verbindung hervorgehen, im hohen Protzentsatz, körperlich und geistig geschädigt sind. Je näher der Verwandschaftsgrad um so schwerer und bedeutender die Schädigung, in den meisten Fällen zeigt sich das Down-Syndrom, das, neben einer Körperbehinderung ( das Wort Schädigung ist hier nicht abwertend, sondern im medizinischen Sinne gemeint).
Es ist nicht anzunehmen, daß dies den damaligen gebildeten Ägyptern, einer Hochkultur, verborgen war.
In der Pharaonengeschichte wird aber nicht ein einziges Mal, nur bei Tut-Ench-Amun wird eine leichte Körperbehinderung angedeutet, ein derart behindertes Kind erwähnt, geschweige denn, abgebildet. Die Erklärung ergibt sich aus sich selbst. Ein solches Kind war nicht regierungsfähig, auch nicht unter Aufsicht und wäre es auch nie geworden.
Es soll nicht bestritten werden, daß es Verwandtenehen gab, es gibt sie immer noch, in toporaphischen entsprechenden Ländern.
Wie aber dennoch in den Könignisgshäusern gezeugt wurde, Kinder einfach da waren, das hieße sich wieder weitere in Spekulationen zu ergehen. Dies würde den Rahmen einer Rezension sprengen.
Nicht außer Acht zu lassen ist auch, daß es zur damaligen Zeit gang und gäbe war, sich solcher Kinder zu entledigen. Bei einfachen Leuten geschah dies meist in der Aussetzung des Kindes, was aber im Pharaohnenhause schlecht möglich war. Eine andere, gängige Form der Entledigung war, das absichtliche Verhungern lassen. Das sei aber nur am Rande erwähnt.
Was die / eine Behinderung betrifft: die Töchter Echnatons werden zwar mit defomierten Schädel abgebildet, andeutungsweise auch Nofretete, diese Deformation kann aber nicht mit dem Inzest in Verbindung gebracht werden; aus ihm entstammen sie nicht. Wenn sie denn da waren, so hat das medizinische, entwicklungstechnische Gründe oder war gewollt herbeigeführt ( Das gewollte Defomieren des Kopfes, des Halses auch, kommt bei manchen Völkern immer noch vor.).
Dieses Buch macht sich, wie andere auch, in Sachen Echnaton, an einer Meinung, am immer gleichen Tenor fest. Das sollte bedacht werden.
Die Aussagen des Buches sind dann so zu bewerten, daß es nur eine Facette Echnatons und seiner Familie zeigt, oder versucht anzuzeigen und auch der damaligen Sexualitäten, keinesfalls aber sind sie als feststehende Tatsachen anzusehen. Jedoch, das will das Buch aber suggerieren.
Fazit: Es ist als "Eine" der Meinungen zum Thema Echnaton anzusehen. Es gibt dutzende davon, wir wissen dies. Man kann die Ansicht des Autoren aber einbauen in den Möglichkeiten, wie es hätte sein können, oder wie es vielleicht war. - Hier sollten und dürfen -wir- uns ein "Vielleicht", ein "Könnte sein" gönnen.
Unter diesen Voraussetzungen ist das Buch lesbar.
Nota bene:
Was ich an diesem Buch vermisse, ist ein Namensregister, was hilfreich gewesen wäre und in anderen Schriften vorkommt, ja, bei wissenschaftlichen Büchern umumgänglich ist.