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Um diese ambivalente historische Figur rankt der ägyptische Nobelpreiträger Nagib Machfus ein Geflecht von Geschichten: Freunde und Feinde, Anhänger und Gegner schildern wenige Jahre nach dem Tod Echnatons, wie sei Aufstieg und Fall dieses Pharao erlebten. Sie erzählten es dem jungen Historiker Mermium, der die Wahrheit in ihrer ganzen Vielfalt erfassen will.
Die einzelnen Visionen ergeben ein vielschichtiges Bild und bieten Einblicke in eine geheimnisvolle Welt. Indem Machfus jeden seine Wahrheit erzählen lässt, macht er begreifbar, dass es die historische Wahrheit nicht gibt. Der Autor hat beim Blick in die Vergangenheit stets die Zukunft vor Augen. Thema des Romans ist das Scheitern von Utopien im Alltag. Anwendbar ist das auf den Kommunismus ebenso wie au den Islamismus oder die neuere Geschichte Ägyptens. Kein Wunder, denn der Roman entstand, nachdem der ägyptische Präsdent Sadat, der mit den Israelis einen Friedensvertrag unterzeichnete, von Fundamentalisten ermordet wurde. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
Unabhängig von der Handlung (oder von der Ägyptischen Geschichte), der Text bringt wunderschöne, philosophische tiefe Menschliche Passagen. Nach meiner Meinung, bevor man anfängt, das Buch zu kritisieren, daß die Charakter schwach oder blass sind, daß es keine Spannungsbögen gibt, daß diese Geschichte schon jeder kennt, sollte man auf den tiefen, teilweise geheimnisvollen Stoff achten, der sich dahinter steckt. Natürlich, wenn man in der Lage ist, auf diese Kleinigkeit zu achten. (Vielleicht bin ich auch ein Ketzer?)
Wenn man nur an die historischen Fakten interessiert ist und die Geschichte des Echnaton schon kennt, dann sollte man über einen anderen Pharao lesen.
Machfus stellt Nofretete als Tochter des Eje vor. Aber niemand weiss woher sie kommt. Wie der Britische Ägyptologe Nicholas Reeves sagt „Man wird keine zwei Ägyptologen finden, die sich über diese Epoche einig sind".
Deshalb ist es ist für mich klar, Nagib Machfus hatte nicht als Ziel, historischen Fakten zu liefern, sondern eine menschliche (und gleichzeitig göttliche) Botschaft. Leider sind nicht alle Menschen an diese Botschaft interessiert oder bereit, sie zu verstehen.
Falls jemand den Still des Schreibens nicht besonders mag, dann stelle ich die Frage, ob es nicht an der Übersetzung liegt.
Der Autor hat vielleicht den Nobel Preis bekommen, weil er ein Buch schrieb, das von einer Persönlichkeit erzählt, die die Liebe der Menschheit sprach.
Allerdings ist das Buch für jene, die nur an Fakten interessiert sind, wirklich nicht zu empfehlen, denn die "Aufregung" derer wäre vorprogrammiert! Das Taschenbuch für alle anderen Amarna-und Echnaton-Interessierten absolut empfehlenswert.
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