Jeder Ägyptologe hat (doch) seine ganz eigene Auffassung, beruhend auf wissenschaftlicher Erkenntnis und individueller Annahme, hinsichtlich altägyptischer Geschehnisse und Personen, und so ja auch Nicholas Reeves, der mit diesem Buch, das über Echnaton erzählt aber Vieles dem Leser nahebringt und auch verständlich macht. Sehr gut die umfangreiche "Einführung" in die Amarna-Zeit, die Beachtliches über die interessante Zeit DAVOR beschreibt.
Gerade dies ist doch auch wichtig um besser zu verstehen, was es eigentlich mit der Amarna-Zeit auf sich hat. Z.B. so die, Echnaton überaus verhaßten Amun-Priester, oder die Vielgötterei, die nicht in das Weltbild eines Echnaton paßte, oder sein Vater welcher sich auch schon bedingt zu Aton bekannte (siehe auch Vorläufer des Großen Sonnenhymnus) ...
Mal unabhängig von der ganz individuellen Sicht des Autors liefert das Buch ausgezeichnete Informationen über die Zeit Echnatons. Eine Bereicherung auch die zahlreichen Abbildungen, welche ausführlich in einem Beitext erläutert sind. Durch die chronologische Abfolge der geschichtl. Geschehnisse damals - vom Beginn bis zum Zerfall der "atongeprägten" Zeit liest sich das Buch wie eine spannende Geschichte... die nicht nur auf Fakten beruht logischerweise, sondern auch auf Spekulationen ja sogar Phantasie (?). Was dem Buch aber keinen Abruch tut, ganz im Gegenteil, der Leser wird umso mehr angeregt zum Nachdenken, und man ist wiederum um eine Version bereichert rund um Echnatons-Welt. Man kann sich das Buch getrost zurhand nehmen, denn für Jeden ist was dabei.
Und nicht zuletzt Reeves Anmerkung im Vorwort: "... Die Leser müssen selbst entscheiden, wie erfolgreich ich die Spreu vom Weizen schied - und wie überzeugend das Resultat ist".