Wie in vielen populärwissenschaftlichen Bereichen, so besteht auch in der Aquaristik zunehmend Bedarf, sich in weiterführender Literatur zu vertiefen. Doch während es bei den reinen "Fischliebhabern" schon von Beginn an Spezialisierungen gab - hier sei bspw. an die Familie der Buntbarsche erinnert - fehlen bislang entsprechende Werke für den Pflanzenfreund. Um so mehr ist das vorliegende Buch eine wichtige Bereicherung, sowohl für den interessierten Laien, als auch für den Aquarienpflanzen-Spezialisten. Christel Kasselmann, die bereits auf mehr als 30 Tropenreisen die meisten Pflanzen "vor Ort" besuchen konnte, nimmt in ihrem Buch Echinodorus den Leser "an die Hand" und führt ihn mit viel Sachverstand, aber ohne ihn mit allzu vielen wissenschaftlichen Details zu überhäufen durch die gut strukturierten Kapitel. Besonders lobenswert ist auch die Tatsache, dass Problemfälle, wie bspw. die Namensgebung innerhalb der Pflanzengattung Echinodorus klar angesprochen und erläutert werden. So wird auch dem Laien verständlich, warum bspw. für die ein oder andere Schwertpflanze heute ein anderer Name gültig ist als früher. Obwohl die einzelnen Kapitel des Buches aufeinander logisch aufbauen und in der Abfolge wie ein Roman von Anfang bis Ende gelesen werden können, sind die in sich abgeschossenen Abhandlungen auch gut zum gezielten Nachschlagen geeignet. Auf knapp 170 Seiten erfährt der Leser Wissenswertes über die Chronologie der verschiedenen Echinodorus-Arten, deren Kultur im Aquarium, Vermehrungsmethoden, natürliche Lebensräume und Umweltfaktoren. Ein besonderes "Highlight" sind die detaillierten Wasseranalysen verschiedener Biotope, die in bisherigen Aquaristikbüchern ihresgleichen suchen. Etwas ungewohnt ist vielleicht die Tatsache, dass selbst Erstbeschreibungen in diesem außergewöhnlichem Werk abgedruckt wurden - ein Sachverhalt, der in meinen Augen als Indiz für das jahrzehntelange Engagement der Autorin zu sehen ist. Auf ca. 50 Seiten beschreibt Christel Kasselmann schließlich ausführlich die derzeit in den Aquarien kultivierten Arten. Kapitel zur Beschreibung der Gattung Echinodorus in der Wissenschaft und das Neuste über künstliche Hybride, Mutationen und Sorten runden den Inhalt des Buches ab. Alles in allem ein gelungenes Werk, zu dem es derzeit keine Alternative gibt.