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Die Aufzählung irdischer Ehrungen Paul McCartneys liest sich lang, darunter die Verleihung des Adelstitel, Ehrenbürgerschaft der City of Liverpool und Ehrenmitgliedschaft des Royal College of Music. Allesamt Ausdruck der Wertschätzung, nicht nur seitens des Publikums sondern auch bedeutender Institutionen. Und dennoch kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass dem Ex-Beatle die letzte und größte Anerkennung versagt bleiben wird, nämlich jene, die ihm am Bedeutendsten scheint, je mehr er sich nach ihr sehnt: in einem Atemzug genannt zu werden, mit Komponisten wie beispielsweise Sir Michael Tippet und seinem Oratorium A Child Of Our Time. Immerhin sind im Gegensatz zu Tippet McCartneys Fähigkeiten eingängige Melodien zu komponieren unangefochten, verleihen sie doch selbst Gassenhauern wie Mull Of Kintyre noch eine gewisse Größe. Dass jedoch umgekehrt diese Fähigkeiten in der Domäne Tippets für eine Meisterschaft ausreichen, ist ein Trugschluss. Während Tippet stets Kind seiner Zeit war und damit als Künstler authentisch blieb, beschwört McCartney mit seinen lateinischen Gesängen das romantische Bild einer Zeit herauf, in der er selbst ein Kind war, das mit zwölf Jahren an der High School Latein (lieben) lernte, -so zumindest McCartneys Erklärung in einem Interview. Ein sentimentaler Ansatz, der die Musik ebenso in der Vergangenheit verharren lässt, wie eine gekonnte Gemäldekopie die Malerei eines alten Meisters: handwerklich perfekt jedoch ohne dessen ursprüngliche, künstlerische Ambitioniertheit. Dennoch schließt diese Tatsache keinesfalls aus, dass es sich bei Ecce Cor Meum um ein wohlklingendes Album handelt, mit den besten Musikern eingespielt, darunter der Academy of St. Martin in the Fields und dem Boys of Kings College Choir, Cambridge. Sorgfältig bis ins letzte Detail, wurde selbst die Orgel im Tower of London aufgenommen. Böse Zungen könnten argwöhnen, Paul McCartneys Oratorium Ecce Cor Meum sei vor allem für die Aufführungen auf den von ihm selbst initiierten Wohltätigkeitsveranstaltungen prädestiniert. Doch auch wenn dieses Album Puristen lediglich bedingt ansprechen dürfte, trifft das nicht die Wahrheit. Wer beispielsweise die Werke des britischen Komponisten für Filmmusik John Barry zu schätzen weiß, der sollte sich Ecce Cor Meum auf jeden Fall zu Gemüte führen. Andreas Schultz
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