Glanz und Elend heißt das Werk von Ebby Thust das wichtige Stationen in seinem Leben anführt und auch oder gerade beim Boxsport nicht halt macht. Glanz und Elend trifft auch das Leben des Ebby Thust wieder, da beides seine ständigen Begleiter seines Lebens waren. Heute führt er eher ein beschauliches ruhigeres leben.
Ebby Thust wurde vor allem durch die "Graf Affäre" und seiner damaligen Freundin Nicole Meissner bekannt.
Mit der er 5 Jahre zusammenlebte. Ob die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft sowie die Verurteilung rechtmäßig waren, kann ich nicht beurteilen, ich möchte jedoch eine Passage aus dem Buch dazu zitieren, damit quasi Ebby selbst dazu Stellung nimmt. Denn auch ich kannte bis Dato Ebby Thust noch nicht, und erst mit der Affäre wurde ich auf die schillernde Person Ebby Thust aufmerksam.
Ebby: Das Landgericht Frankfurt hatte ursprünglich die Anklage der Staatsanwaltschaft wegen Erpressung erst gar nicht zugelassen, was von der Klassifizierung qualitativ fast noch besser ist als ein Freispruch.
Das Landgericht war damals der Meinung dass in meinem Fall der Tatbestand einer Erpressung gar nicht erfüllt sei. Erst als die Staatsanwaltschaft wohl auf Grund des öffentlichen Drucks von den Medien und Presse gegen die Nichtzulassung der Anklage Beschwerde einlegte, hat das Oberlandesgericht nach über einem Jahr später
entschieden, es wäre zwar kein dringender Tatverdacht aber immerhin ein hinreichender und es kam doch noch zu einem Prozess. Ich bin zwar dann verurteilt worden aber viele Juristen sind hier mit mir einer Meinung, dass dies auf keinen Fall rechtens war. Es nutzt nun nicht darüber zu jammern. Ich bin zu drei Jahren verurteilt worden.
Auf die Passage im Buch: Hatte die Staatsanwaltschaft nicht eine ganze Reihe von zeugen aufgefahren?
Ebby: Das war damals alles äußerst dubios. Wenn man sich die Gerichtsakten genau durchliest, gab es in Wirklichkeit keinen einzigen Belastungszeugen. Vor einem amerikanischen Gericht wäre ich bestimmt freigesprochen. Meiner Meinung nach wollte sich die Staatsanwältin sich damals auf meine Kosten profilieren.
Die gesamte Presse, von Spiegel bis Focus waren im Grunde alle überzeugt, dass am Ende nur der Freispruch steht. "Dies noch mal zur signifikantesten Passage im leben von Ebby Thust."
Das Buch ist durch zahlreiche Fotos dokumentiert und gibt temporäre Einblicke in ereignisvolle Stationen im Leben von Ebby.
Das Ebby kein Engel in seinem Leben war, ist den Lesern mit Sicherheit bekannt, jedoch ist es gerade die starke Persönlichkeit und das "Böse Bube Image" warum Ebby heute Ebby Thust ist.
Wer sonst würde Ebby Thust kennen? Er verkehrte in Milieukreisen und hatte zu seiner Lehrzeit mehr Geld als seine Ausbilder. Was mich besonders an dem Buch beeindruckt hat, ist das Ebby kein Hehl aus seiner Vergangenheit macht, und dem Leser einen Einblick in seine Vergangenheit gewährt.
Ein Mann der schon mit 19 Jahren Las Vegas kannte und nach eigenen Angaben derzeit 5 mal in Thailand war, in Acapulco, Puerto Rico noch dazu in den späten 60-zigern der kennt nicht nur die Schattenseiten des Mammon sondern auch des Lebens.
Auch zahlreiche Prominente Persönlichkeiten schmücken dieses Buch und zeigen die Glimmer und Glitzerwelt in denen Ebby Station machte.
Nun komme ich zu der Passage, das die Leute hier wohl am meisten interessiert, nämlich wie Ebby Thust zum Boxsport kommt.
Ebby Thust hatte einen Jugendfreund und späteren Europameister Rüdiger Schmidtke.
Er ging mit diesem zu seinen Kämpfen, wurde Sekundant und beantragte dann eine Lizenz als Technischer Leiter, und später dann bekannt als der Boxpromoter.
Interessant fand ich auch die Passage als die Frage zu den Boxbörsen auftaucht. So bleiben einem Boxer noch ca. 30 % seiner Börse. Nach Abzug der Steuer, Sparringspartner, Trainingslager, etc.
Auch taucht der Name Don King auf und seine Machenschaften als solche. Kritische Worte von Ebby werden auch zu diversen Kampfurteilen laut. So zum Beispiel der Kampf Graciano Rocchigiani gegen Henry Maske. Oder der Kampf gegen George Foreman und Axel Schulz seinerzeit in Las Vegas.
Hier sagt Ebby: >>Klar das die Amerikaner Axel Schulz als Weltmeister in USA nicht so gut hätten verkaufen können, dagegen George Foreman eine lebende Legende mit dem viel Geld zu verdienen war.
Zudem dachte der Matchmaker dieses Kampfes, dass Axel wohl sowieso keine Chance gegen Foreman hätte, als er sich ihn als Gegner ausgesucht hatte.
Hinzu kommt noch, dass der Fernsehsender, der viel Geld für die Rechte dieses Superfights bezahlt hatte, im Falle eines Sieges des Deutschen aus dem Rennen gewesen wäre, da eben die Promoterrechte von Schulz bei Sauerland und RTL lagen. Außerdem waren seltsamerweise alle drei Punktrichter aus Las Vegas und die Punktrichter waren mehr oder weniger die Hauspunktrichter des Veranstalters.
Für dieses Urteil damals in Las Vegas hat der Gesetzgeber eigentlich den Paragraphen des Betruges geschaffen. Ich habe hinterher einem Reporter gesagt: Da habe ich für weniger sechs Jahre gekriegt. So Ebby!
Kritische Stimmen von ihm auch zur Manipulation der Boxkämpfe, die er als Insider zumindest nicht in dem Masse bestätigen kann, wie von einigen erhoben wird.
Glanz und Elend zeigt Licht und Schatten im Leben von Eberhard Anton Thust.
Ich muss sagen, das ich unsicher war, ob ich das Buch erwerben soll, bin aber im nachhinein froh, das dieses Buch meine Literarische Sammlung komplettiert.
Angefangen von seiner Geburt und Kindheitsepoche bis zum mall Talk mit Negerkalle zum Stelldichein mit Mike Tyson, Don King, Gene Hackmann, David Copperfield und und ist das Werk eine Mischung aus Fotoalbum und Literarischem Daumenkino. Nicht Boxen steht hier im Vordergrund sondern die Geschichte von Herrn Thust, und die ist mindestens genauso so dramatisch wie eindrucksvoll wie der Boxsport selber.
Meine Hochachtung an Herrn Thust.