Meine musikalische Sozialisation erfolgte unter Anderem durch die Platten der Dubliners aus der Plattensammlung meiner Eltern, und eine Vorliebe für diese Musik ist geblieben. Die hat allerdings sehr gelitten, als vor Jahren eine Welle von CDs á la Celtic Dreams mit extrem seichter Musik in die Plattenläden schwappte.
Umso angenehmer war meine Überraschung, als ich auf der Suche nach einem Geschenk die CD eating trifle von den Cobblestones in die Finger bekam. Nicht vergleichbar mit den Dubliners, den Pogues, Fiddlers Green oder ähnlichen Bands, aber mindestens genau so gut, in meinen Augen vielleicht sogar besser! Die Band macht herrlich mitreißende Musik, und das nur mit akustischen Instrumenten und ihren Stimmen. Sie verzichten auf E-Gitarren und (mit einer Ausnahme) auf Schlagzeug, ohne dass der Schwung darunter auch nur im geringsten leidet. Was sie jedoch besonders hervorhebt, ist der kraftvolle mehrstimmige Gesang, wie ich ihn so bei keiner anderen Folk-Band gehört habe. Die Bandbreite der Stücke ist breit gefächert: Von accapella bis instrumental, vom Rauf- und Saufsong bis zur schmachtenden Ballade ist von allem etwas dabei und wirkt dabei wie aus einem Guss. Einen Lieblingstitel zu nennen, fällt mir nicht leicht. Ein besonderes Highlight ist vielleicht Nancy Whisky: Ein Schwenk von irischem zu russischem Folk und wieder zurück, um am Ende bei Gipsy zu landen.
Mein persönliches Resultat: Ich habe zwei CDs gekauft. Eine zum Verschenken und eine für mich!