... zwei Bewertungen zu Gregory Benfords fünftem Roman (die Contact Reihe nicht mitgezählt)abgeben. Die erste wäre dann sehr gut, fünf Sterne deluxe - der Super Tipp, danke Mr. Benford! Die zweite bekäme vielleicht einen Stern, gerne auch gar keinen: autsch! was sollte das denn?
Liest man "Eater" als Hard Science Fiction Fan, dann ist man auf jeden Fall sehr gut bedient. Benford ist hauptberuflich Astrophysiker, Professor & Präsidentenberater in Sachen Raumfahrt (!) und das macht sich auch sehr positiv bemerkbar. In den meisten "Erde wird von Raumphänomen bedroht" Szenarien geht es ja um den heldenhaften Einsatz eines Typs Marke Bruce Willis - und das mag ja auch ganz unterhaltsam sein, hat aber mit der Realität oft herzlich wenig zu tun. Benford konzentriert sich in "Eater" ganz auf das Raumphänomen, in diesem Fall eine Art mobiles schwarzes Loch und entwirft ein sehr komplexes Szenario, das nicht nur seitenweise Beschreibungen komplizierter physikalischer Vorgänge beinhaltet, sondern auch die möglichen Reaktionen der Menschheit werden glaubhaft dargestellt. Hier wird das (mögliche) Problem aber schon deutlich; wer Physik schon in der Schule langweilig fand, der wird mit einiger Sichherheit kaum über die ersten zehn Seiten hinaus kommen. Die Menschen verblassen etwas neben dem "Eater", zwar ist Benford definitiv bemüht, sie nicht zu Klischees verkommen zu lassen, seine Stärke ist aber eindeutig die Beschreibung der physikalischen und nicht der sozialen Begebenheiten. Und so ganz gelingt das mit der Klischeefreiheit auch nicht - alle die Hand heben, die überrascht sind, daß sich eine schwer krebskranke Exastronautin freiwillig für eine Selbstmordmission meldet - keiner? Aha!
Doch zur Ausgangssituation: Zufällig entdecken Wissenschaftler im selben Abschnitt des Weltraums kurz hintereinander zwei Gammastrahlen Blitze - ein Hinweis auf ein schwarzes Loch, das sich offenbar mit Hilfe der Energie aus Asteroiden auf die Erde zu bewegt. Noch erstaunlicher ist die Tatsache, daß es sich bei dem ungewöhnlichen Objekt scheinbar um eine uralte künstliche Intelligenz handelt - der Kontakt ist dank des hohen Technisierungsgrades des "Eaters" kein Problem, doch als seine Absichten im Verlauf des Gespräches deutlich werden, bricht auf der Erde Chaos aus.
Ein bißchen "Armageddon", eine Prise "Akte X" und eine große Portion der eigenen Benfordschen' Note, die vor allem Realismus und Glaubwürdigkeit garantiert - das ist "Eater". Wie die vorhergehenden Roman ein Muß für jeden, der sich bei "Independence Day" immer wieder verkneifen mußte, laut zu lachen, aber definitv eine mögliche Leerstelle für alle, die lieber Lichtschwerter, Aliens und Warpantrieb bevorzugen.