Essen, Trinken, Mann und Frau - das sind nun mal die elementaren Pole, um die sich das Leben dreht. Im dritten, 1994 veröffentlichten Kinofilm von Ang Lee geht es häufig heiß zu - wenn der Meisterkoch die Pfannen schwingt, ist chinesisches Feuerwerk angesagt.
Lao Zhu (Láng Xióng, 64) lebt mit seinen drei erwachsenen Töchtern in einem alten Haus im Zentrum der Taiwanesischen Hauptstadt Taipeh. Er ist nicht mehr der Jüngste, wird aber immer noch von seiner gewaltigen Hotelküche zur Hilfe gerufen, wenn's nicht nur unter den Woks brennt.
Traditionellerweise bekocht er seine Töchter jeden Sonntag - aber mit allem Drum und Dran. Ansonsten lebt jede(r) ihr/sein eigenes Leben und hat ihre/seine eigenen Sorgen. Bei allem aber spielt das Essen und Trinken eine große Rolle. Die älteste Tocher Zhu Jiazhen (Yáng Guìmèi, 35) ist Lehrerin und tut sich seit 9 Jahren schwer, nach einer Enttäuschung wieder einem Mann zu vertrauen - doch sie erhält anonyme Liebesbriefe und kann die Augen nicht von einem Volleyballtrainer an ihrer Schule wenden. Zhu Jiaqian (Wú Qiànlián, 26) ist erfolgreiche Geschäftsfrau, hat aber eigentlich nur auf Druck des Vaters ihre Liebe zum Kochen verraten. Sie hat sich eine Wohnung gekauft und will ausziehen, aber ihre Firma will sie sogar nach Amsterdam schicken. Die Jüngste - Zhu Jianing (Wang Yuwen, 23) arbeitet ausgerechnet bei Wendys, einer Fast-Food-Kette, in der "Küche" und fängt ausgerechnet mit dem Freund ihrer besten Freundin etwas an.
In bunter Folge zeigt der Film das persönliche Umfeld von Vater und Töchtern, die Entwicklungen und Herausforderungen und der bei zunächst vielleicht oberflächlich erscheinendem Umgang miteinander doch liebevollen Fürsorge füreinander.
Manches erinnert in gewisser Weise an
Hippolytes Fest / Au petit Marguery, das aber einfach zu spät herauskam, als dass Ang Lee sich davon hätte inspirieren lassen können - falls er nicht das Buch gelesen hatte.
Das Ganze ist unterhaltsam, manchmal auch ein wenig schrill, komisch, liebevoll und sehr, sehr menschlich. Ein toller Mix zum Mitfühlen und Nachdenken, eine Augenweide für Freunde der asiatischen Küche.
Im Original 124 Minuten, Format 1,85:1 auf Film, Dolby (Quelle: IMDB)
jury 4* A0520 2.3.2011e 6 A