Die easypix W524-I ist ein kleines, handliches, hübsches, robustes aber batterienfressendes Fotomonster, welches Fotos in der durchschnittlichen Qualität einer 2MP-Handykamera hervorbringt, mit einer starken Sättigung über Wasser und einer etwas lauen Sättigung unter Wasser.
Ich hatte die easypix W524-I mit in den Mallorca-Urlaub genommen, zusätzlich zu meiner Nikon D40 SLR, da zweite nicht unterwassertauglich ist. Mich hatte die Optik und der relativ günstige Preis für eine Unterwasserkamera gereizt. Optisch ist sie deutlich ansprechender als die meisten anderen wassertauglichen Kameras, jedoch ist sie nicht viel mehr als ein Spielzeug für zwischendurch.
Da sie nur einen digitalen Zoom besitzt, habe ich auf das Zoomen größtenteils verzichtet, denn Bildausschnitte vergrößern kann man besser mit jeder Bildbearbeitungssoftware. Auch der Blitz bleibt besser abgeschaltet, weil er keine Vorteile sondern für mich nur Nachteile brachte. Die Fotos werden mit Blitz nicht besser und zusätzlich ist die Lebensdauer der Batterien mit einem Blitz um gefühlte 25% reduziert. Akkus halten nicht so lang wie Batterien, schädigen aber deutlich weniger die Umwelt. Auf Mallorca haben wir für 900 Fotos und 27 durchschnittlich 40 sekündige Videos um die 10 Batterien verheizt. Meist konnte man die Kamera nach kurzer Regenationszeit mit Batterien die schon als leer galten, wieder starten und ca. 3-5 Fotos ohne Blitz schießen, trotzdem ist das recht unpraktisch immer noch die alten Batterien aufzubewahren um noch ein paar Fotos aus dem verbleibenden Saft zu pressen.
Leider ist das größte Manko die Qualität der Fotos. Besonders die Tiefenschärfe schwächelt, was meist zu einem Aquarelleffekt führt und unecht wirkt. Auch die Sättigung ist recht hoch angelegt, was wohl die Unterwasserfarben etwas aufpeppen soll, aber meines Erachtens nicht so ganz funktioniert. Unterwasser bleiben die Farben matter, aber im normalen Gebrauch ist alles sehr bunt. Ich glaube, wenn man die Kamera in Thailand benutzt bekommt man einen epileptischen Farbschock ;)
Im Videomodus lässt sich nicht zoomen, würde aber wohl eh keinen positiven Effekt haben.
Im Lieferumfang ist eine Tasche enthalten, die ihren Zweck sehr gut erfüllt. Und auch die Halteschlaufe ist robust und gut.
Da sie Kamera keinen Objektivschutz hat, sollte man auf die Linse ein wenig aufpassen, ich hab da nun aber schon oft draufgetascht, mit allem möglichen an Kleidungsfetzen drübergewischt und sie auch schon mal offen in der Tasche getragen und es sind noch keine Kratzer auf dem Glas festzustellen.
Der Batteriedeckel hält bombig dicht, ein kleiner Hebel sorgt dafür, dass er nicht ausversehen auf geht, jedoch ist er dadurch auch ein bissel schwer zu öffnen und benötigt schon zwei Hände, oder viel Fingerfertigkeit bei gleichzeitiger Kraft.
Die Menüführung ist gewöhnungsbedürftig, aber machbar. Es gibt einen eigenen Hebel für Makro und Landschaft. Und mit der Taste "M" kann man zwischen Foto und Video umschalten. Die Benennung der Taste finde ich persönlich aber etwas unglücklich, da "M" für mich "Manuell" bedeutet.
Die Ergonomik ist okay, vielleicht etwas glattes Gehäuse, stört mich aber nicht. Die Tasten heben sich gut ab und lassen sich gut drücken. Der Ein-/Ausschaltknopf ist etwas mehr versenkt, damit es keine zufällige Aktivierung gibt.
Fazit:
Für 25-30¤ wäre das Preis-/Leistungsverhältnis deutlich ausgewogener. Das fotografieren im und aus dem Wasser heraus macht Spaß. Eine deutliche Spaßbremse sind der hohe Energieverbrauch und die mäßige Bildqualität.
Für Schnappschüsse im Wasser alle mal geeignet, als alleinige Reisekamera trauert man später am Rechner der Qualität nach.
Ich würde 2,5 Sterne geben, da man aber nur volle Sterne geben kann und ich mathematisch fair bleiben will, sind es 3.