"Easy Virtue" gedreht nach dem Klassiker von Noel Coward ist ein wundervoll erfrischender Film, der mit exzellenten Schauspielern die englische Upper Class verspottet. Englischer Humor - wie man ihn liebt.
Der Stoff wurde 1927 bereits von Alfred Hitchcock auf die Leinwand gebracht, diese Neuverfilmung muss den Vergleich aber nicht scheuen. Ganz im Gegenteil.
Der australische Regisseur Stephen Elliott ("Priscilla") hat einen höchst vergnüglichen Film geschaffen, der auf ironische und sehr treffende Art zeigt, was passiert, wenn zwei Welten aufeinander prallen. Hier die dünkelhafte englische Schwiegermutter - dort die lebenslustige amerikanische Schwiegertochter. Shocking!!!
Familie Whittaker, residiert auf einem maroden Landsitz und vor allem die Dame des Hauses, (Kristin Scott Thomas) hat ihre ganze Hoffnung auf den Filius (Ben Barnes) gesetzt, der durch eine standesgemäße Heirat, alles zum Besseren wenden soll. Umso größer ihr Entsetzen, als der Sohn statt dessen mit einer amerikanischen Rennfahrerin aufkreuzt, die er stolz als seine Frau vorstellt. Ein Blick genügt - Entsetzen pur!!!! Welch ein Vergnügen K.Scott Thomas dabei zu beobachten und die ihr in nichts nachstehende Jessica Biel als lebenfrohe, nicht auf den Mund gefallene Schwiegertochter.
Dazu Colin Firth in der Rolle, des abgehalfterten traumatisierten Ehemanns, der die Ansichten seiner Gattin in keinster Weise teilt - ein Riesenspaß. Zwei verhuschte, völlig lebensuntüchtige Töchter, ein exzentrischer Butler und ein nervender Schoßhund nicht zu vergessen!
Die Filmmusik, die ein wichtiger Bestandteil der Handlung ist, rundet diesen gelungenen, mit viel Wortwitz und Charme ausgestatteten Film ab. Die englische Originalfassung trägt auch dazu bei: keine Synchronisation könnte den englischen Humor so treffend zeigen.
"Easy Virtue" ganz im Sinne Noel Coward's: Ironisch, witzig, pointiert!
Dafür 5 Sterne.