Was beim Betrachten dieser DVD als erstes auffällt, ist das Logo des DVD-Produzenten Screen Gems, das im ganzen Film groß und unübersehbar als Dauerbildstörung ins Bild eingeblendet ist. Gerade bei einem Stummfilm, von dem man nur etwas hat, wenn man das Bild aufmerksam betrachtet, ist dies extrem störend und inakzeptabel.
Die Filmkopie hat viele deutlich sichtbare Beschädigungen. Das Bild ist unscharf, wackelt gelegentlich und schwankt in der Helligkeit. Dies fällt umso mehr auf, da das Screen-Gems-Logo immer scharf und fest im Vordergrund steht.
Die DVD enthält keine Extras. Der Film hat englische Zwischentitel. Es gibt keine Untertitel oder sonstige Übersetzung.
Die Musik auf der Tonspur scheint aus alten, knisternden Mono-Schallplatten zusammengestückelt zu sein. Es gibt mitunter recht abrupte Übergänge zwischen den einzelnen Musikstücken.
Auch wenn die violett gefärbten Fotos auf der Verpackung etwas anders suggerieren, ist der Film nicht gefärbt.
Die DVD verwendet die amerikanische Auflösung von 720×480 mit 30 DVD-Bildern pro Sekunde (NTSC), wobei der Film mit 18 Filmbildern pro Sekunde umkopiert wurde. Die Bewegungen wirken dabei recht natürlich. Die Spieldauer beträgt fast 78 Minuten. Ich habe gelesen, dass es eine restaurierte Version mit einer Länge von 89 Minuten geben soll. Dies könnte auf eine langsamere Geschwindigkeit der restaurierten Fassung von 16 Bildern in der Sekunde hindeuten. Wenn man aber von derselben Geschwindigkeit ausgeht, könnte dies auch bedeuten, dass diese DVD die amerikanische Zensurfassung enthält, denn in Amerika wurde der Film von 2253 auf 1981 Meter gekürzt. Leider scheint die restaurierte Fassung (noch?) nicht auf DVD erschienen zu sein.
In den ersten 18 Minuten des Films erleben wir den Scheidungsprozess des Mr Filton gegen seine Frau Larita, den Hitchcock spannend wie einen Kriminalfall inszeniert. In Rückblenden sehen wir den Konflikt zwischen Larita, ihrem Ehemann und dem Maler Claude, der sich in sie verliebt hatte. Dies gipfelte darin, dass Claude auf Mr Filton schoss.
Claudes Selbstmord ist in dieser Version des Films offensichtlich zensiert worden. Nachdem er auf den Ehemann geschossen hatte, sehen wir ihn aus dem Fenster schauen, wo ein Polizist herbeigeholt wird. Er betrachtet die Pistole in seiner Hand. Es folgt ein Schnitt, wie ihn wohl kein Regisseur jemals machen würde. Für drei Sekunden, sieht man dann wie der Polizist und zwei andere Männer, die bisher gar nicht da waren, sich über etwas nicht klar erkennbares, am Boden liegendes beugen: vermutlich Claudes Leiche.
Nach diesen ersten 18 Minuten lässt die Spannung deutlich nach. Larita lernt John kennen, heiratet ihn, wird aber von seiner Mutter nicht akzeptiert.
Auf der DVD-Hülle wird die Handlung anders dargestellt, als sie in der hier vorliegenden Version des Films erscheint. Larita betrügt ihren ersten Mann nicht, er glaubt das nur. Claude begeht nicht Selbstmord, weil er mit ihrer "unmoralischen Einstellung" nicht zurechtkommt. Wenn man sich den fehlenden Selbstmord hinzudenkt, so begeht er ihn, weil sie ihren Mann nicht für ihn verlassen will und ihm das Gefängnis bevorsteht. Larita setzt in Frankreich nicht "ihre unmoralische Lebensweise" fort, sondern flieht vor der Öffentlichkeit, von der sie zu Unrecht als unmoralisch abgestempelt wurde. Sie verfällt nicht "letztlich völlig der Unmoral", sondern opfert ihre Ehe mit ihrem zweiten Mann, weil sie ihm ersparen will, wegen der ihr angedichteten Unmoral ins Gerede zu kommen.
Fazit: ein stellenweise durchaus interessantes Frühwerk Hitchcocks in einer in jeder Hinsicht inakzeptabel schlecht aufbereiteten DVD-Ausgabe.