Gestern abend war es wieder einmal so weit. MTV Made hatte sich dran gemacht, den lebenden Beweis, dass man Häuserwände und Toastbrote kreuzen kann, zur Snowboarderin zu machen. I wanna be made! - und ich vor lauter Fremdscham umschalten. Aber wie es so ist, eine bekannte Snowboardcrew aus Carlbad, CA stellte sich als Lehrer zur Verfügung, Sponsorenlogos wurden erstaunlicherweise nicht verpixelt und am Ende schaffte der Schneehase sogar einen 50/50. Respekt.
Allen, die MTV dagegen schon lange nichts mehr abgewinnen können und deren Horizont beim Snowboarden über Carving Turns am Rande der Schwerkraft hinausgeht, sei Easy Riding von Hansi Herbig empfohlen:
Am Anfang stand der Ollie könnte man sagen, ist es doch der Trick, den man beherrschen sollte, um den vielbeschriebenen Spaß mit dem schönsten Spielzeug der Welt erleben zu können. Von hier aus macht sich Hansi Herbig daran, die komplexe Welt der Snowboardtricks zu erklären.
Unterstützung erhält er dabei nicht von MTV, sondern von Anke Eberhardt, Christian Bach und Bene Heimstädt, alle drei Redakteure, die für Snowboardmagazine wie das Pleasure oder Transworld Snowboarding schreiben.
So erscheinen die Trickbezeichnungen nicht nur nachvollziehbar, sondern erfreuen sich auch an einer angenehmen nüchternen Wortwahl, die es allen - vom Anfänger bis zum Fast-Pro - ermöglicht, nicht im Phrasensumpf zu versinken. Dazu kommt, dass alle Tricks als Sequenz abgebildet wurden, um sich eine bessere Vorstellung des Bewegungsablaufs machen zu können, wobei die Trickvielfalt vom besseren Anfängertrick bis hin zur Protour reicht.
Kleine Einschnitte sind lediglich bei der Druckqualität anzumerken, die aber angesichts des Preises zu verschmerzen sind. Wer sich schon immer die Schneeversion von "Absolute Beginners" - dem legendären Skate-Trickbuch - gewünscht hat, ist mit Easy Riding fündig geworden. Endlich eine sinnvolle Beschäftigung für Downdays.
And now - turn off your MTV!