Küss' die Hand + Graffiti-Wand, Kacheln, Waschbecken, Klopapier. Der 56jähriger Wiener Louie Austen deutet bereits auf dem Cover seines neuen Albums „Easy Love" das an, was er seit dem Ende der 90er Jahre mit dem Dance-Produzententeam Mario Neugebauer/ Patrick Pulsinger erfolgreich treibt: nennen wir es das Projekt „Las Vegas meets Dance" oder „Sixties-Charme vs. Club-Beats". Hört sich gefährlich an, funktioniert aber. Diese Überschneidung musikalischer Genres, das Aufeinandertreffen der Generationen ist alles andere als aufdringlich oder gestelzt. Die auf den ersten Blick inkompatiblen Gegensätze ergänzen sich hier auf eine charmante, lässige und im besten Sinne unterhaltsame Art und Weise. Und das auf allen Ebenen.
Mit samtiger Stimme besingt der Wiener Crooner das ewig zeitlose Spiel der Verführung, des Verlassen und Verlassenwerdens, des Verletzens und Vermissens. Lebens- und Liebeswahrheiten, die man ihm wirklich abnimmt.
Das absolut Besondere an dem Projekt ist die Tatsache, dass diese Mixtur der wirklich sehr voneinander entfernten Musikrichtungen, Lebenserfahrungen und Zielgruppen so fließend funktioniert. Ohne die zu erwartenden Klischees zu bedienen. Es ist eben keine Udo-Jürgens-meets-Remix-Fahrstuhl-Clubmusik. Das liegt wohl daran, dass sowohl Mr. Austen als auch das Produzententeam sehr genau wissen, dass allein der Reiz des Gegensätzlichen nicht ausreicht, um anspruchsvolles Publikum zu befriedigen. Eine Symbiose sozusagen.