Die englischsprachigen Reisefuehrer der Reihe "Lonely Planet" zeichnen sich durch einen hohen Informationsgehalt aus, welchen der Individualtourist in anderen Reisefuehrern leider vermisst. Vor einer Tour durch verschiedene osteuropaeische Laender entschloss ich mich daher zum Kauf von "Eastern Europe". Und wie schon mit vielen anderen Lonely Planet Reisefuehrern bin ich auch mit "Eastern Europe" fast ueberall gut zurechtgekommen Das Buch umfasst folgende Staaten: Albanien, Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Jugoslawien und Montenegro, Kroatien, Mazedonien, Polen, Rumaenien, Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn.
Der erste Teil des Buches gibt fuer die gesamte Region allgmeingueltige Reise- und Hintergrundsinformationen, angefangen bei einem geschichtlichen Ueberblick bis hin zu detaillierten Anreiseinformationen aus aller Welt.
Danach werden die einzelnen Laender beschrieben, wobei jeweils zunaechst die Bereiche Geschichte, Geographie, Wirtschaft, Bevoelkerung, Religion und Sprache behandelt werden.
Anschliessend gibt es praktische Reiseinfos ueber. Diese reichen von Einreisebestimmungen, Geld und Waehrung ueber Post, Kommunikation und Gesundheitsvorsorge bis hin zu landestypischen Speisen und Getraenken.
Die Kapitel "Getting there and away" und "Getting around" enthalten detaillierte An- und Rundreiseinfos, welche sonst in wohl allen Reisefuehrern zu kurz kommen. Neben Anreiseinformationen aus aller Welt werden also auch Verkehrsverbindungen innerhalb und zwischen den einzelnen Laendern Osteuropas gegeben. Nuetzlich ist, dass Lonely Planet stets Preise nennt. Ohne Probleme kann man so erfahren, wie teuer eine Zugfahrt von Sofia nach Varna, ein Flug von Bukarest nach Constanta oder eine Busfahrt von Warschau nach Krakau ist.
Nach diesen allgemeinen Informationen werden die wichtigsten Orte vorgestellt. Zu jeder Stadt gibt es einen Innenstadtplan und eine Beschreibung der Sehenswuerdigkeiten. Anschliessend werden Restaurants und Hotels aller Klassen unter Angabe von genauen Preisen, Adressen und Telefonnummern aufgefuehrt.
Waehrend meiner Reise durch Osteuropa sind mir nur ein paar kleine Maengel in "Eastern Europe" aufgefallen: im Kapitel Polen beispielsweise sind die Grossstaedte Lodz und Kattowitz nicht beschrieben. Auch wenn diese vielleicht nicht besonders sehenswert sind, kommt man doch kaum daran vorbei, in einer dieser Stadte z.B. einmal umzusteigen oder die Reise zu unterbrechen. In diesem Fall wuerde man sich natuerlich ueber jede Information bezueglich Unterkunfstmoeglichkeiten und Restaurants freuen. Dasselbe gilt u.a. auch fuer die Staedte Ostrava in der Tschechei und Kosice in der Slowakei.
Wer also ein Land Osteuropas sehr intensiv bereisen moechte, sollte vielleicht lieber den Lonely Planet Reisefuehrer des jeweiligen Landes kaufen, um sicher zu sein, dass alle Staedte enthalten sind.
Ein weiterer Schoenheitsfehler ist, dass die historischen Informationen zu einigen Sehenswuerdigkeiten teilweise etwas zu kurz ausfallen. Wer einen Reisefuehrer nicht nur des Inhaltes wegen kauft, sollte wissen, dass "Eastern Europe" keine Photos enthaelt und durchweg schwarz-weiss ist.
Fazit: Jedem, der nicht gerade eine zweiwoechige Pauschalreise mit Neckermann nach Cala Ratjada bucht, kann ich die LP-Reihe nur empfehlen. Dies gilt auch fuer "Eastern Europe". Einen detaillierteren Reisefuehrer ueber diese Region gibt es meines Erachtens nicht.
Sven Maertens (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)