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East End, West End und dazwischen Maniac Magee
 
 
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East End, West End und dazwischen Maniac Magee [Gebundene Ausgabe]

Jerry Spinelli
4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 192 Seiten
  • Verlag: Dressler Verlag (2000)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3791519794
  • ISBN-13: 978-3791519791
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 13 - 16 Jahre
  • Größe und/oder Gewicht: 20 x 13,2 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 926.168 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Jerry Spinelli
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Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Gespalten zwischen Ost und West

Zwei Jugendbücher zu (fast) unüberwindbaren Konflikten

Wie kommt man in einer geteilten Stadt, in einem gespaltenen Land von Ost nach West oder umgekehrt? Gar nicht, es sei denn, man boxt sich erfolgreich durch. Und wenn Faustschläge nicht reichen, dann muss man denen auf der anderen Seite halt sonst wie zu verstehen geben, dass man eigentlich zusammengehört. Die Vorstellung von einem einig Volk von Brüdern und Schwestern, die naiv utopisch über politisch oder rassisch bedingte Divergenzen hinwegsieht, findet sich heute unter anderem in der Welt des Sports und – manchmal – in jener von Kindern oder Jugendlichen. Diese beiden Welten verbinden nun zwei gelungene Jugendbücher, die das allzu blauäugige Heile-Welt-Versprechen ironisch oder kritisch unterlaufen: Jerry Spinellis «East End, West End und dazwischen Maniac Magee» und Heinrich Peuckmanns «Die Schattenboxer» beschreiben je einen Konflikt zwischen Ost- und Westteilen einer Stadt beziehungsweise einer Nation. In beiden Büchern sind es arglose, aber mutige und mit besonderen sportlichen Fähigkeiten begabte Kinder und Jugendliche, die diese Trennung zu überwinden trachten.

Der amerikanische Autor Jerry Spinelli erzählt spannend, einfühlsam und auch humorvoll die Geschichte eines Jungen namens Jeffrey Lionel Magee, den bald alle nur Maniac Magee nennen, weil er wundersame Dinge vollbringt. Als Waise läuft er durch die Welt und gelangt irgendwie irgendwann in die Stadt Two Mills, die durch eine Strasse in einen von Weissen und einen von Schwarzen bewohnten Stadtteil gespalten ist. Niemand wagt sich jeweils auf die andere Seite, ausser Magee, der zuerst ahnungslos und dann verständnislos diese Teilung ignoriert. Auf der einen Seite der Hector Street übertrumpft er ganz nebenbei den stadtbekannten (weissen) Baseballstar, und auf der anderen besiegt er mehr aus Notwehr den (schwarzen) Schläger Marsriegel Thompson. Er tut dies aber nicht aus echtem Sportsgeist, sondern stets eher beiläufig, was die Herausforderer dann freilich noch mehr reizt.

Das Buch lässt aus, wie und warum Magee zu seinen ausserordentlichen Fertigkeiten gekommen ist – er kann nämlich nicht nur erstaunliche Bälle schlagen, sondern auch wie der Blitz auf Bahngeleisen rennen und unentwirrbare Knoten lösen. Er hat diese Talente einfach und setzt sie, wo nötig, ohne klare Absicht ein. Der kindliche Protagonist wird dabei nicht zum tatkräftigen, zielsicheren Superstar stilisiert, sondern vielmehr zu einem Mythos, was der Text mit leiser Ironie gleich mit verhandelt: «Was ist Wahrheit, was Mythos? Schwer zu sagen.» Und: «Die Geschichte eines Kindes besteht aus einem Teil Tatsachen, zwei Teilen Legende und drei Teilen Wischiwaschi.»

So beruht auch die grosse Tat, die Magee schliesslich vollbringt, eher auf einer Reihe von glücklichen Zufällen als auf planvoller Strategie. In seiner Arglosigkeit bewirkt der Junge das Unglaubliche, er bringt die verfeindeten Jugendbanden und damit die getrennten Stadtteile einander näher. Die Grenze zwischen East End und West End wird zumindest überschreitbar. Spinelli beruft sich dabei in seinem engagierten und übrigens bereits preisgekrönten Buch auf eine unbeirrbare Menschenliebe. Magee, der beschrieben wird als einer, der selber stets auf der Suche nach einem Zuhause ist, geht in einer geradezu ergreifenden Offenheit auf weisse wie schwarze, auf vermeintlich böse wie gute Menschen zu. Dass er dabei nicht auf die Nase fällt, darin liegen das Mythische und der Tatsachen-«Wischiwaschi» der Geschichte, aber auch das unbeschwert Utopische, das von diesem Buch ausgeht.

Der zweite Jugendroman, «Die Schattenboxer» von Heinrich Peuckmann, hat, zumindest was die historischen und geographischen Tatsachen anbelangt, einen realistischeren Anspruch. Er spielt in Nachkriegsdeutschland und erzählt von fünf Brüdern, die in einer Zechensiedlung aufwachsen, zufällig zum Boxsport kommen und da grosse Erfolge feiern. In der beschriebenen Bergmannsfamilie gibt es zwei Tabuthemen: Das eine betrifft den Beruf – alle männlichen Mitglieder sind seit Generationen zum Bergbau bestimmt –, das andere ist der Kommunismus, die sowjetische Zone und spätere DDR.

Der älteste der fünf Brüder bricht beide Tabus. Er verschwindet in den «Osten», um weiter boxen zu können und nicht unter Tage arbeiten zu müssen. Der Roman erzählt von Unverständnis und Schmach, die diese Tat für die Familie bedeutet. Werner, der Jüngste, versucht jedoch, mit dem Verschollenen in Kontakt zu treten: vergeblich, die beiden Länder sind vollständig separiert. Erst in einem Boxkampf treffen die Brüder wieder aufeinander, und da sie sich einmal gelobt hatten, nie gegeneinander zu kämpfen, schlagen sie nicht zu – Europameisterschaft hin oder her.

In diesem Buch, das ebenfalls sehr fesselnd geschrieben ist, wird am Ende zwar keine Grenze wirklich aufgehoben und auch keine Mauer eingerissen, und doch besiegen die beiden brüderlichen Boxer trennende Mächte. Indem sie ihren Sportsgeist zurückstellen und sich auf das sie Verbindende und auf die Nächstenliebe besinnen, verlieren sie zwar den Wettkampf, aber sie behalten ihre Menschlichkeit. Was in der so verkürzten Zusammenfassung geradezu kitschig klingt, ist im Roman mit einnehmender Aufrichtigkeit erzählt.

Christina Thurner

Kurzbeschreibung

Durch Two Mills verläuft eine unsichtbare Grenze. Sie teilt die Stadt in Schwarz und Weiß. Niemand überschreitet sie. Bis eines Tages dieser Jeffrey Magee auftaucht. Der scheint vor nichts und niemandem Angst zu haben, weder vor dem Riesen John McNab (weiß) noch vor Marsriegel Thompson (schwarz). Er läuft einfach rüber zu den schwarzen Leuten und wird zum Helden von Two Mills. Es gelingt ihm tatsächlich, die Menschen der Stadt zu versöhnen. Und für sich selbst findet er endlich ein Zuhause.

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von C. Rémi
Format:Gebundene Ausgabe
Dies ist eines der schönsten, wunderbarsten, bezauberndsten Bücher, die ich jemals gelesen habe. Die Geschichte an sich klingt banal, wenn man sie zusammenfaßt - ein kleiner Junge überwindet die realen und gedachten Grenzen in einer Stadt, die in eine "schwarze" und eine "weiße" Hälfte geteilt ist. Gut, das klingt nicht besonders originell. Aber der Zauber von "Maniac Magee" liegt in der Art und Weise, WIE Jerry Spinelli diese Geschichte erzählt: Wir lesen sie nämlich nicht nur, sondern erleben gleichzeitig, wie so eine Geschichte überhaupt entsteht. Wie ein Mythos entsteht: Der Mythos von Maniac Magee. Der jeden Knoten entheddert. Der jeden Baseball fängt. Der den Menschen mit bedingungsloser, vorurteilsloser Liebe begegnet, und der sich doch selbst so sehr nach dieser Liebe sehnt - nach einem richtigen Zuhause. Spinelli spricht ein gewaltig weites Spektrum von Gefühlen an, wie man ihm in nur ganz wenigen anderen Kinderbüchern begegnet. Und das alles in einer wunderbar klaren Sprache, die Andreas Steinhöfel einfach hervorragend ins Deutsche übertragen hat. Ein Buch fürs ganze Leben - das einen nie mehr losläßt, das einen im Innersten berührt.
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5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Hochaktuelles Thema 12. Oktober 2001
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Ein Kinder/Jugendbuch, das sich mit der Überwindung von Voruteilen beschäftigt, ist gerdae jetzt wichtiger denn je. Ein kleiner, einsamer Junge überwindet auf seiner Suche nach Geborgenheit und Liebe die Grenzen, die in der Stadt zwischen Schwarz und Weiß gezogen sind. Er lernt in beiden "Welten" menschliche Gefühle und Lebensweisen kennen, die völlig übereinstimen.Dadurch überwindet er für sich und auch für die anderen die Barrieren. Die anderen, scheinbar "Bösen" kennenlernen um sie besser zu verstehen, welche Botschaft gerade jetzt, wo die Welt scheinbar in gut und böse zerfällt!
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2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Die unsichtbare Grenze
Die Hector Street ist eine unsichtbare Grenze in Two Mills, die keiner überschreitet, denn sie trennt die Stadt in Schwarz und Weiß. Die East Enders würden niemals zu den Weißen ins Westend kommen und umgehrt. Das ist eben so. Doch dann kommt „Maniac" Jeffrey Magee, der seltsame weiße Junge, von dem keiner weiß, wo er überhaupt her kam. Er hält sich nicht an diese Grenze und das bringt die Leute von Two Mills ganz schön aus dem Konzept. Maniac, was so viel heißt wie „der Verrückte", scheint keine Angst zu haben, weder vor dem schwarzen Schlägertypen „Marsriegel" Thompson noch vor dem weißen Riesen John McNab. Und er kann sogar Cobbles Knoten lösen, der fast so legendär ist, wie der gordische. Das macht den verrücktesten Jungen, den Two Mills je hatte, schnell zu einer Legende. Warum Jeffrey nicht akzeptieren will, dass Two Mills eine geteilte Stadt ist und wie er es dadurch sehr schwer hat, ein Zuhause zu finden, erfahrt ihr in dem mitreißenden Roman „East End, West Ende und dazwischen Maniac Magee" von Jerry Spinelli. Spinelli verurteilt seine Helden nicht, sondern erzählt voller Verständnis die Geschichte von Vorurteilen und Ängsten, die dadurch entstehen, dass man sich nicht richtig kennt.
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