Musikalisch entfernen sich A-ha auf diesem Album erstmals vom Synthiepop - Sound ihrer vorangegangen Alben. Die ersten 3 Platten waren ohne Zweifel starke Popalben und gehören zu den Meilensteinen der Musik der 80er Jahre. Aber die Jungs haben erkannt, dass man nur durch Neues und Weiterentwicklung bestehen kann. Hier gibt's dann gleich mal rockige Sounds oder auch klassische Instrumente zu hören. Doch auch die unverwechselbaren Stärken von A-ha sind präsent: starke Balladen, schöne Popmelodien und die unverwechselbare Stimme von Morten Harket. Dieser Wandel hat der Band ohne Zweifel gut getan.
Crying in the rain - Ich kenne das Original des Songs nicht. Fest steht die Stimme von Morten macht diese Ballade zu einem wunderschönen Titel. Unverwechselbar und sehr gefühlvoll gesungen. Der Sound erzeugt Gänsehautfeeling, besonders gut klingt die Gitarre im Zwischenteil. Einer der besten A-ha Songs überhaupt.
Early morning - Schöner Mittempo Popsong, der durch seine eingängige Melodie gleich mitreisst.
I call your name - Nach cooler Klavier- und Saxophoneinleitung entsteht ein schöner Popsong. Die beiden Instrumente begleiten den Sound durch den ganzen Song. In den Strophen z.T. extrem tiefe Stimme von Morten Harket, eigentlich gibt er hier sein gesamtes Stimmpotential zum besten. Geile Melodie, toller Titel.
Slender frame - Könnte vom Sound und Melodie auch auf's Scoundrel days Album passen. Schöner Titel, schöne Melodie, schöne z.T. verträumt wirkende Soundelemente, schöne Akustik-Gitarre im Zwischenteil > also Alles schön.
East of the sun - Das Albumhighlight. Mit langsamem Gitarrensound und ruhigem Gesang beginnt diese Ballade. Nach ca. 2 Minuten kommt der erste Refrain, erstklassige Gänsehautstimmung und eine sagenhaft gute Stimme folgen. Der Sound zieht dann ein wenig an. Auffällig die Strophen ziemlich tief gesungen, der Refrain dann relativ hoch. Kann mit jeder guten Rockballade mithalten.
Sycamore laeves - Hier gibt's einen etwas eigenwilligen Rocksound dazu eine nicht so leicht zugängliche Melodie. Vielleicht muss man sich erst daran gewöhnen, dass A-ha auch solche, sehr rockig klingende Musik machen können, vor Allem weil man die Stimme von Morten Harket davor nie in solchem Soundgewand gehört hat. Öfter anhören hilft, der Titel braucht Zeit.
Waiting for her - Ein seichter, leichter Poptitel mit verträumtem A-ha typischem Sound. Daran ändern auch Streicher- und Klavierklänge im Hintergrund nichts. Gewohnt gut gesungen, schön.
Cold river - Cooler offensiver Rocksound und eine eingängige Melodie bestimmen diesen Titel. Selbst die Stimme von Morten wirkt hier schön rockig. Geiler Song, der sofort im Kopf bleibt.
The way we talk - Bluesartiger Klaviersound, verzerrte Stimme. Mit 1.30 Minuten wohl als Lückenfüller gedacht. Warum? Ich weiß es nicht. Nehmen wir's halt einfach so hin.
Rolling thunder - Am Anfang denkt man "Crying in the rain" kommt nochmal in einer anderen Version. Sound und Stimme sind ähnlich gehalten. Die Melodie klingt ebenfalls ähnlich. Trotzdem auch dies eine großartige Ballade von A-ha.
Nonstop July - Zum Schluss noch ein ruhiger Titel, der von einem Akustikgitarrensound und leisen Klavierklängen getragen wird. Extrem ruhiger Gesang. Weniger schön allerdings die Stimmenlaute im Zwischenteil, die stören den Gesamteindruck des Titels erheblich. Schade, ansonsten schön anzuhören.
Wie bei vielen erfolgreichen Künstlern der 80er Jahre hat sich auch bei A-ha in den 90ern die Musik entwickelt und leicht verändert. Die Plattenkäufer sahen dies wie so oft eher skeptisch, die alten Songs saßen zu tief. Nicht desto trotz haben A-ha mit diesem Album den Grundstein für ihre späteren und heutigen Erfolge gelegt.
Wer sich ohne Vorurteile auf dieses Album einlässt wird viel Freude daran finden und die vielen schönen Dinge darin entdecken.