Normalerweise schreibe ich eigentlich keine negativ Kritiken, aber dieses Album regt mich auf, denn eigentlich mochte ich die Dandys immer sehr gerne aber es gibt 2 Dinge die einem bei Anhören dieses Albums rasend machen: das erste ist die Tatsache, daß diese Platte wieder einmal beweist, daß Dandy Warhols immer schon großes Potential hatten und nach wie vor haben, aber nicht nutzen, und das zweite ist die Abmischung dieser Produktion.
Zu Punkt 1: einen Song nur aus einem guten groove oder einen einzigen Melodie-Idee bestehen zu lassen ist keine gute Idee, vor allem dann nicht wenn man wie die Dandy Warhols nicht unbedingt ein Meister des Spannungsaufbaus über das Arrangement ist, Da wird eben durchgeknödelt so lange der Song geht - gut soll sein - Live ist das zwar ein bißchen mühsam, aber wenn genug Ideen da sind, dann passt's ja wieder. Hier wurden die Songs aber nie zu Ende gedacht. Ein Beispiel: ,Welcome To The Third World' hat einen tollen groove - Warhols zum Tanzen, wenn es auch noch so etwas wie eine Melodie hätte, wäre es wahrschinlich die süßeste wave pop Versuchung seit Blondie, so bleibt es nur ein Fragment.
Bei ,Wasp In The Lotus' wird man durch die Gitarre angenehm ein wenig an dir frühen Cure erinnert, aber nach einer schlappen Idee für die Strophe, war's das dann auch schon wieder für die Melodie. Oder ,The Legend of The Last Of The Outlaw Truckers' twangt zwar herrlich im Desperado/Wild West Sound hat aber sonst kaum etwas zu bieten.
Irgendwie wird man bei dieser Platte an die Herangehensweise eines völlig zugekoksten Ike Turner in den 70er Jahren erinnert, der auch davon überzeugt war, daß sein von ihm erfundener Sound und Groove ausreicht, um einen Hit zu landen und sich gar nicht mehr die Mühe machet sich über neue Songs den Kopf zu zerbrechen (hier klingt auch einiges nach ,Bohemian Like You').
Zu Punkt 2: Das letzte mal hat man so ein Sound Gewäsch Ende der 60er ungewollt produziert und das selbst nur für billig Produktionen. Courtney Taylors Gitarrensound bestimmt bei fast allen Songs das Geschehen und ist so abgemischt, daß er mit seiner Stimme (so dünn - Gesang kann man das leider nur in den seltensten Fällen nennen - wäre Zeit für einen neuen Sänger Jungs!) einen Soundbrei erzeugt, der etwaig vorhandene Effekte od, zusätzliche Gitarren od. Keyboard parts fast volständig zudeckt.
Warum machen Sie nicht dort weiter wo Sie mit ,Welcome To The Monkey House' schon waren? Da gab's Songs und Arrangements. Und die Welt hätte es ihnen gedankt, wenn Sie die Lücke ausgefüllt hätten die Blondie hinterlassen haben. Jetzt habt Sie diese Niche an die Ting Tings verloren, und um die Stones zu emulieren sind die Rocker einfach nicht gut genug, die Arrangements zu einfallslos, sorry.