ist dieser Band der "Star Wars-Omnibus"-Reihe. Der Verlag "Dark Horse", der seit ca. 1990 Hausverlag für alle "Star-Wars-Comics" ist, bringt seit einiger Zeit thematisch abgeschlossene Sammelbände heraus.
Dieser hier ist besonders interessant, weil er den Comic "Splinter of the Mind's eye" enthält - die Adaption des ersten, 1978 erschienen Star Wars-Romans. Dieses Faktum ist jedoch weniger von Belang - wichtiger ist vielmehr, dass Roman wie Comic eine Art von Resteverwertung darstellen. Der skeptische George Lucas war nämlich nicht überzeugt davon, dass "Krieg der Sterne" ein Erfolg werden würde. Also entwickelte er ein Drehbuch für eine kostengünstige Fortsetzung, falls der Film kein Riesenerfolg werden oder floppen sollte - eben "Splinter of the mind's eye." Mehr noch als der Roman zeigt natürlich ein Comic als visuelles Medium, wie ein alternatives "Das Imperium schlägt zurück" hätte aussehen können. Zum Beispiel wäre diese Variante der einzige Star Wars-Film ohne aufwendige Raumkämpfe geworden. Auch wichtige Hauptpersonen fehlen - aber mehr soll gar nicht gesagt werden. Nicht zu viel verraten ist es dagegen, dass "Krieg der Sterne" zum Glück ein Riesenerfolg wurde, denn "Das Imperium schlägt zurück" geriet doch noch wesentlich beeindruckender. Dennoch keine schlechte Story und einfach ein Stück spannende Filmgeschichte für Fans.
Aber auch die anderen Stories im Band haben ein gehobenes Niveau für diese Art von Comics.
Nur die "Tales of Mos Eisley" fallen etwas ab - drei Geschichten, die von zweifelhaften Gestalten im berüchtigten Raumhafen Mos Eisley (bekannt aus dem ersten Film) erzählt werden. Mit ihrer Mischung aus etwas Grusel, etwas Humor erinnern sie an diverse B-Serien wie etwa den deutschen "Gespenster Geschichten" oder auch vergleichbare Fernsehserien wie "Twilight Zone". Allerdings stören sie auch nicht besonders.
Auch die anderen Stories sind thematisch an den allerersten Star Wars-Film angelehnt.
Sehr gut gefallen mir "Vaders Quest" und "Shadowstalker". In ersterer Geschichte sucht Darth Vader nach dem jungen Rebellenpiloten, der den Todesstern zerstört hat (wer das ist, wird natürlich nicht von mir verraten :)). Zweite Hauptfigur ist der desillusionierte Rebellenpilot Jal, der fahrlässig die Allianz in Gefahr bringt und es dann wieder ausbügeln muss.
In "Shadowstalker" geht es um Wrenga Jixton, den beinharten persönlichen Agenten Darth Vaders für dessen Drecksarbeit, der bei einem geplanten Attentat rasch in imperiale Intrigen verwickelt wird.
Schließlich ist hier noch "River of Chaos" enthalten. Es geht um den imperialen Tie Fighter-Piloten Ranulf Trommer, der die Machenschaften eines korrupten Gouverneurs untersuchen soll - auf einem Planeten, wo Prinzessin Leia gerade eine Rebellenoperation startet, so dass er ziemlich rasch zwischen die Fronten gerät... die Geschichte ist für meinen Geschmack in Handlung wie Zeichnung etwas kitischig geraten. Aber das ist eben Geschmackssache.
Insgesamt viel guter Lesestoff für Star Wars-Fans auf 354 Seiten - allerdings komplett in Englisch, weil die "Omnibus"-Bände bisher nicht in Deutschland verlegt werden.