Er braucht gerade mal 27 Minuten, um sich als neuer Lieblings-Singer/Songwriter zu empfehlen: Eugene McGuiness' Debüt-EP erschien bereits letztes Jahr in England - und auf der Insel erklärte man ihn prompt zum Nachfolger von Rufus Wainwright. Doch so weit hergeholt ist das überschwängliche Lob der britischen Poppresse ausnahmsweise mal nicht, denn der 22-jährige Londoner baut mit Klavier, Gitarre, Wurlitzer, Perkussion und Elektronik grandiose Songs, die traditionelles Songwriting und Popappeal vereinen. Natürlich darf der melancholische Blick aufs Leben nicht fehlen, doch der junge Romantiker grundiert seine Songs immer mit Humor und kann bei der Single "Monsters under my Bed" auch über sich selbst lachen: "My will to move or even use my brain is weathered by eternal English rain. And when the talk show ends I scream right at the screen for more pregnant teens." Wenn diese knappe halbe Stunde nur der Ertrag von McGuinness' musikalischer Früherziehung ist, sollte Rufus ihn wirklich im Auge behalten. (cs)
Kurzbeschreibung
Von Cole Porter zu den Pogues: facettenreiches Debüt des englischen Songwriters
Eigentlich hatte sich Eugene McGuinness schon ganz den schönen Künsten verschrieben. Doch der Londoner ging lieber nach Liverpool und wurde Musiker. Das war gut für Eugene McGuinness, und das ist gut für uns. Denn hinter dem jungen Songwriter verbirgt sich ein Riesentalent. Sein erstes Minialbum „The Early Learnings of Eugene McGuinness“ sorgte bereits 2007 in England für Furore und ist jetzt endlich auch bei uns erhältlich. McGuinness’ Musik orientiert sich hörbar am Pop. Zu Klavier, Gitarren, Wurlitzer, wilder Perkussion und Elektronik kommentiert der irischstämmige Sänger mit humoriger Ironie sein Alltagsleben. Dabei zeigt er sich inspiriert sowohl von der Lyrik Morrisseys als auch von den Melodien Cole Porters, von Dizzee Rascal bis zu den Pogues reichen seine Einflüsse – ein charismatischer Außenseiter, der sich einfach nicht in das gängige Songwriterklischee fügen will. „A star is born“, prognostizierte der NME.