King's X... eine Band, die polarisiert. Für die einen liefert das texanische Trio genialen Funk- und Prog- Metal mit Hendrix- Einflüssen, super Grooves sowie brillianten Beatles- lastigen Melodien und Harmonien, für die anderen langweilige Musik ohne Höhepunkte und Eingängigkeit. Unvergessen und unverzeihlich bleibt, wie die Band als AC/DC- Vorgruppe auf der Bühne mit Klobürsten beworfen wurde. Auf jeden Fall ist es unverwechselbar. Leadsänger / Basser Doug Pinnick, Gitarrist Ty Tabor und Drummer Jerry Gaskill haben seit bislang 25 Jahren, 15 Studioalben und etlichen Soloprojekten ein weltweites Gefolge unerschütterlicher Fans, sind aber nach wie vor dem Mainstream weitgehend unbekannt.
"Ear Candy" ist das sechste Album und damit der Nachfolger des kompromisslos rotzigen "Dogman". Härtemäßig schaltet man einen Gang zurück und versucht eine musikalische Verbindung der frühen, progressiveren Bandphase mit beinahe poppigen Melodien - tatsächlich hat die Band später nie wieder ein so vielseitiges und verspieltes Album wie "Ear Candy" aufgenommen. Der Opener rockt in schrägem Frickeltakt ab, und mit dem gelungenen "American Cheese" hat auch Jerry mal wieder was eigenes beigetragen. Ich persönlich finde dennoch an den simpler gestrickten, groovigeren CDs "Dogman" und "Tape Head" größeren Gefallen. Inhaltlich ist anzumerken, dass die Band sich zu jener Zeit von ihren christlichen Wurzeln abtrennte - Pinnick outete sich als homosexuellen Agnostiker.
Fazit: Fans von "Gretchen" sollten keinen 100% ebenbürtigen Knaller erwarten, und Fans von "Dogman" werden etwas enttäuscht sein. Aber die CD ist schon großartig, und die Band ist in ihrem Style sowieso konkurrenzlos... bis auf die "Outlander"- Brüder vielleicht.