"Raven hair and ruby lips, sparks fly from her finger tips....."
(Songtextzeile)
Im Jahre 1971 stellt John Boylan eine Begleitgruppe für Linda Ronstadt zusammen, in der sich Glenn Lewis Frey, Bernard "Bernie" Leadon, Randy Herman Meisner Meisner und der Gilmer/Texas stammende Donald Hugh "Don" Henley zusammenfinden. Nach einer mehrmonatigen Tournee gründen die vier Musiker mit Unterstützung der Sängerin aus Arizona eine eigene Band. Als Reminiszenz an die legendären "Byrds", mit deren Ex-Mitgliedern Gene Clark, Gram Parsons, Chris Hillman und Michael Clarke der Gitarrist Bernie Leadon bei Dillard & Clark, bzw. The Flying Burrito Brothers zusammen gearbeitet hatte, nennen sie sich "EAGLES". Das am 17. Juni 1972 veröffentlichte gleichnamige Album wird zum Auftakt eines kometenhaften Aufstieges, beim dem die Adler in wechselhafter Besetzung schließlich zu einer der erfolgreichsten Bands des Rockjahrzehnts avancieren......
Das knapp 38-minütige Debut des Quartetts weist zehn Songs vor, in denen sich das damals bereits in vollem Gange befindliche Crossover zum Country-Rock spiegelt, der auch Longhair-Country oder Westcoast-Rock bezeichnet wurde. Das zum größten Teil von Jackson Brown geschriebene lockere "Take It Easy," (Track 1), zu dem Glenn Frey nur einen kleinen Beitrag geleistet hatte, erreichte Platz 12 der "Billboard Hot 100" und sollte schließlich als Alltagsspruch zum Ausdruck einer Lebensphilosoph werden. Markant ist beim ersten, von Glenn Frey gesungenen, Charthit der Gruppe besonders der Banjopart, der nach dem Ausscheiden Leadons, späteren Versionen dieses Klassikers fehlen wird. Die zweite Singleauskopplung, das von Leadon/Henley geschriebene bluesige "Witchy Woman" (2 ), bei dem man erstmalig Henleys markante Solosstimme (die erst später zu einem Markenzeichen der Gruppe werden sollte!) hören kann, erreichte mit Position 9 sogar eine noch eine höhere Platzierung in den Charts. Mit den Leadvocals bei Jackson Browns "Nightingale" (5) ist der individuell herausragende Beitrag des Schlagzeugers jedoch erschöpft. Daneben gibt es mit Jack Tempchins "Peaceful Easy Feeling" (9), das als dritte Singleauskopplung noch US-Chartposition 22 erreichen und ebenfallls -nicht zuletzt, bzw. trotz des Films "The Big Lebowski" (1998) - einem Klassiker werden soll, sowie dem von Frey komponierten "Chug All Night" (3) zwei weitere Songs, bei denen der gelernte Gitarrist und Keyborder aus Detroit die Führungsstimme übernommen hat. Frey überlässt jene jedoch bei seinem "Most of Us Are Sad" (4) dem Bassisten Meisner. Die restlichen vier Tracks tragen ausschließlich die Züge von Meisner und Leadon, von denen man damals annahm, dass sie aufgrund ihrer Erfahrungen, zu den führenden Köpfen der Gruppe werden könnten. So wird "Train Leaves Here This Morning" (6) dass Leadon gemeinsam mit seinem alten Kumpel Gene Clark geschrieben hat, wie auch das in Coproduktion mit Meisner entstandene, banjobetonte "Earlybird" (8) vom Ex Flying Burrito Brother aus Minneapolis gesungen. Ex-Poco-Mitglied Meisner aus Scottsbluf/Nebraska übernimmt bei seinen eigenen Kompositionen, die starke E-Gitarrenpassagen vorweisen "Take the Devil" (7) und "Tryin'" (10) auch jeweils den Leadvocalpart.
"Eagles" machte die Südkalifornischen Spielart des Contry Rocks zuerst in den USA, danach auf der ganzen Welt populär und sollte in keiner gut sortierten 70er Jahre Plattensammlung fehlen. Auch für eingefleischte "CCR"-Fans durchaus empfehlenswert. 5 Amazonsterne.