Eine Vermisste, eine tote Joggerin und jede Menge Vergangenheit bilden den Rahmen des 17. Scarpetta Buches. Kurz vor Weihnachten machen die vermisste Finanzhändlerin Hannah Starr und Tonie Darien, die vergwaltigt im Central Park gefunden worde, Kay Scarpetta, die inzwischen für den Chief Medical Exmaminer NYs in Teilzeit arbeitet, das Leben schwer. Statt zu Hause das Weihnachtsfest vorzubereiten ist sie im Stress, denn auch bei CNN tritt sie regelmäßigin einer Sendung der Journalistin Carley Crispin auf, die mit dem "Scarpetta Faktor" wirbt. Als Scarpetta während der Sendung einen merkwürdigen Anruf von Dodie, Bentons Ex-Patientin erhält & abends ein merkwürdiges Päckchen vorfindet überschlagen sich die Ereignisse ...
Meine Meinung:
Es geht aufwärts und das ist gut so. Man hat das Gefühl die alte Scarpetta kehrt langsam zurück- sie ist menschlicher und zeigt dies auch. Auch Benton und ihre Beziehung zueinander nehmen in diesem Buch viel Platz ein & die Vergangenheit wird in mehr als einer Hinsicht höchst lebendig. Wer diesmal wieder ein klein wenig über den Strang schlägt ist wie immer Lucy! Hier könnte Cornwell mal einen Tick zurückschalten, denn die Figur wird zunehmend nervig.
Gekonnt baut Cornwell die Spannung auf, vor allem der Beginn, der sich auf Tonie Darien bezieht, hat mir gut gefallen, rasant nimmt das Geschehen seinen Lauf (alles ereignet sich innerhalb von 2 Tagen) und der Leser ist mittendrin (glatte 5 *). Gegen Mitte lässt die Spannung jedoch merklich nach und zieht gegen Ende wieder an, indem sie die diversen Einzelstränge im finale zusammenführt. Ich habe bis zum Ende gerätselt und war gespannt, auch wenn zwischendurch etwas Ernüchterung kam.
Alles in allem hängt alles zusammen, mir war diese Alles" verschwörungsmäßig etwas zu sehr konstruiert!
Weitere Kritikpunkte außer Lucy wie immer: Cornwells exzessiver Gebrauch von Markennamen, wir wissen nun welche Handys sie bevorzugt bis hin zu einer gewissen Seife und ihrer Vorliebe für Apple ... Auch hinsichtlich der Akronyme hat sie sich nicht gebessert ...
Ergo:
Seit langem wieder ein Lichtblick, der stark beginnt dann nachlässt( zu ausführlich in der Mitte) und am Ende noch mal anzieht ...
Plus ist die menschliche Scarpetta und die recht intimen Einblicke in das Leben der Charaktere, die diese menschlicher & lebendiger erscheinen lassen. Der Fall ist dabei Durchschnitt (wesentlich besser als der hanebüchene Unsinn des letzten Buches) Cornwell wird merklich besser, aber wir sind immer noch weit entfernt von den Glanzzeiten, deswegen 3,5.
Also freuen wir uns auf #18 und hoffen, dass es dann wieder mindestens 4 Sterne gibt und das Geschehen wieder "rundherum" begeistert. Für alle Interessierten: auf Cornwells offizieller Homepage ist ein interessantes Video über ein Interview mit ihr zu sehen, wo sie dieses Buch vorstellt und Beweggründe schildert!