Sowohl Sara Paretsky und V.I.Warshawski kommen in die Jahre (nun, tun wir das nicht alle?), aber wer weiterhin auf solch hohem Niveau schreibt, müsste eigentlich 10 Sterne verdienen. Anders als z.B. Kinsey Millhone, "deren" Serie ja nun auch schon seit Jahrzehnten läuft, hat V.I. eine politsche Überzeugung und hat von dieser, wie auch von ihren Idealen, nichts eingebüsst, und ermittelt in diesem neuesten Fall, den man durchaus als den dramatischten und "schnellsten" bezeichnen, mit gewohnter Sturheit, und mit gewohntem Können. Man könnte bemängeln, dass die Geschichte arg konstruiert ist, und sich einiger Zufälle zuviel bedient werden, aber die Geschichte entwickelt einen solchen Sog und eine solche Spannung, dass man das mit einem Achselzucken abtut. Paretsky schreibt engagiert, mit Leidenschaft und Herz, und V.I., in diesem Buch verletzlich und selbstzweifelnd wie selten zuvor, wächst einem immer mehr ans Herz.
Für Fans ein absolutes Muß, und wenn es auch ratsam ist, all die V.I. Bücher in chronologischer Reihenfolge zu lesen, so ist dies durchaus ein geeigneter Startpunkt für Neu-Entdecker. Manch einer möchte vielleicht auf die deutsche Überstzung lesen, aber das Original liest sich flüssig, und nicht zu schwer. Und lange warten sollten man auf diese tolle Geschichte wirklich nicht ....