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EXIT: Wohlstand ohne Wachstum [Audiobook] [Audio CD]

Oliver Rückemann , Meinhard Miegel , Gert Heidenreich
3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (27 Kundenrezensionen)
Preis: EUR 19,95 kostenlose Lieferung. Siehe Details.
  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Kurzbeschreibung

10. August 2010
Dieses Hörbuch ist nicht nur ein Hörerlebnis, sondern darüber hinaus sehr außergewöhnlich in der Produktionsweise. Umweltfreundlichkeit als das oberste Ziel wurde kompromisslos umgesetzt. Die Verpackung besteht ausschließlich aus Papier, bedruckt mit auf Wasser basierenden Lacken und wirkt dabei optisch und haptisch betont edel.
Um ein Einschweißen mit Plastik zu verhindern, wird das Produkt von fast durchsichtigem Papier ummantelt.
Die nicht zu verhindernden Emissionen werden gemessen und mittels des Co2mpense-Programms ausgeglichen. Somit ist die Produktion CO2-neutral.Die ewige Jagd nach Wirtschaftswachstum und materieller Wohlstandsmehrung ist in den früh industrialisierten Ländern an kaum überwindbare Grenzen gestoßen. Sie fortzusetzen ist deshalb sinnlos. Das aber heißt: Jeder Einzelne und die Gesellschaft als Ganzes sind nicht nur frei, sondern auch gefordert, neue, zukunftsfähige Ziele zu verfolgen. Das ist die zentrale Botschaft von Meinhard Miegel in seinem Buch EXIT.
Fachlich kompetent und sprachlich brillant zeigt er, wie es von nun an weitergehen könnte und sollte. Seine Überlegungen sind tiefschürfend, seine Argumente überzeugend. Aber sie sind nie akademisch trocken. Vielmehr vermittelt er sie höchst anschaulich und mit bemerkenswerter Leichtigkeit.
Unterstützt wird er hierin von Gert Heidenreich, der durch seine große Sprachkunst dem Text zusätzlich Transparenz und Farbigkeit verleiht. Gekonnt führt er den Hörer auch durch solche Kapitel, die unvertrautes Gedankengut enthalten.


Produktinformation

  • Audio CD
  • Verlag: Ungehört Verlag Oliver Rückemann; Auflage: 1 (10. August 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3942402017
  • ISBN-13: 978-3942402019
  • Größe und/oder Gewicht: 15 x 13,5 x 9,1 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (27 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 886.226 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Die Wirtschaft muss nicht wachsen. Diese allen bisherigen Glaubenssätzen entgegengesetzte Position vertritt Meinhard Miegel. Nicht weniger als eine Zeitenwende im Denken wie Wirtschaften will der Sozialwissenschaftler damit einleiten. Denn seiner Überzeugung nach ist „das Glücksversprechen immerwährender Wohlstandvermehrung“ angesichts sozialer wie ökologischer Probleme uneinlösbar geworden. Vielmehr müsse sich der Verbraucher wandeln zum Ressourcen schonenden „Gebraucher“.

Miegel zufolge soll Deutschland keinen Wert mehr darauf legen, Exportweltmeister zu werden. Vernünftig sei künftig, Verantwortung im Rahmen einer maßvollen Bürgergesellschaft zu übernehmen. „Der Wohlstand des 21. Jahrhunderts ist ein anderer und wird in höherem Maße immateriell sein“, lautet seine Prognose. Der Sozialstaat könne aufrecht erhalten werden, müsse jedoch abspecken. Für die Arbeitswelt gelte, Erwerbs- und Nichterwerbsarbeitszeit miteinander zu verschränken.

Miegel gibt zu bedenken: Nach dem Krieg wuchs die Zufriedenheit der Deutschen mit steigendem Wohlstand, bis sich 1970 etwa 60 Prozent der Menschen zufrieden nannten. Seitdem stieg der Wohlstand weiter an, aber nicht mehr die Zahl der Zufriedenen. Daran zeige sich, dass unsere Gesellschaft „ein gestörtes Verhältnis zu den materiellen und immateriellen Grundlagen ihrer Existenz“ entwickelt habe. Das wohltuende Feuer des Wachstums sei längst zu einem verzehrenden Brand geworden.

In Exit spricht Meinhard Miegel Klartext und profiliert sich einmal mehr als mutiger Querdenker in den konservativen Reihen. Offen bleibt, wie viele Deutsche begeistert Miegel folgen und den Gürtel verantwortungsbewusst enger schnallen wollen. Denn seine Ansichten schrecken auf wie einst die Forderung der Grünen nach einem Benzinpreis von 5 Mark pro Liter. Damals wie heute bleibt ebenso zu klären, inwieweit Deutschland den geforderten Kurswechsel im Alleingang schaffen kann.

„Denen, die über den Tellerrand hinausschauen“, lautet die ungewöhnliche Widmung in Miegels Sachbuch. Dass der Sozialwissenschaftler zu denen gehört, die weit blicken, steht außer Frage. Ausgiebig diskutiert werden sollte, inwieweit sein „Plan B“ in die richtige Richtung weist – am besten in den Feuilletons, Wirtschaftsteilen und an den Stammtischen zugleich.
– Herwig Slezak -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

Stimmen zum Originalbuch: "Unsere Debatten über die Zukunft des Sozialstaats kranken zumeist daran, dass Sie nur an der Oberfläche kratzen. Meinhard Miegel versteht es in seinem neuen Buch meisterhaft und sprachlich brillant, zu der wirklich großen Frage vorzudringen: Wie sieht künftig der Wohlstand in einer Gesellschaft aus, die nicht mehr auf automatisches Wachstum setzen kann und will? Miegels Antworten sind radikal und äußerst bedenkenswert." Thomas Schmid, Herausgeber WELT-Gruppe "Seine Analyse liefert einen wichtigen Denkanstoß, der eine vertiefte Auseinandersetzung verdient. Es ist ein kraftvolles Buch, das von der sorgfältigen Argumentation und dem souveränen Erzählstil des Autors lebt." Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, Philipp Krohn, 08.03.2010 "Das Neue an Meinhard Miegels Buch ist, dass er zweierlei zusammenführt: die umweltorientierte Kapitalismuskritik mit dem wertorientierten Kulturpessimismus einer erschöpften Gesellschaft." ZEIT LITERATUR / März 2010 "Das Thema ist flächenbrandaktuell Ein Buch, das die gegenwärtige Gesamtmisere gut erklärt und zum (Rück-)Besinnen auffordert." Manager Magazin, 4/2010 "Wer die nationale Selbstbezogenheit unserer Diskussionskultur im Auge hat, wird mit Freude vermerken, dass hier einer weit über unseren nationalen Tellerrand hinaus schaut. Miegel denkt global." Deutschlandradio Kultur, Peter Merseburger,18.4.2010

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
61 von 70 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von flu
Format:Gebundene Ausgabe
Meinhard Miegel zieht eine pessimistische Bilanz des Zustands der Gesellschaft. Wachstum und Wohlstand, die Paradigmen unserer sozialen Marktwirtschaft, werden einer ausführlichen und kritischen Prüfung unterzogen. Er kommt zu dem Schluß, dass unser Wohlstand weit niedriger zu bewerten ist als gemein hin angenommen und dies gerade wegen unserer Fixiertheit auf das ewige Wachstum. Das Wachstum hat durch die nicht mehr umkehrbare Zerstörung sämtlicher Arten von Ressourcen inzwischen einen negativen Einfluß auf unseren Wohlstand. Die Folgen führen unseren Staat geradewegs in den finanziellen Notstand. Meinhard Miegel rechnet mit dem unmittelbar bevorstehenden Crash unserer Umverteilungssysteme.

Nur durch eine Rückbesinnung auf Werte wie Handeln nach ethisches Grundsätzen, Übernahme von Verantwortung als Privatperson und zukünftig auch wieder als Familienverband kann der Verfall des Wohlstandes zwar nicht mehr umgekehrt aber doch zumindest gemildert werden. Der Verzicht aller Beteiligten auf sicher geglaubte Pfründe ist dabei unumgänglich.

So weit so gut und nachzulesen in vielen begeisterten Rezensionen hier bei Amazon. Warum aber nur drei Sterne? Das Buch macht keine gute Laune, was aber weniger am stark pessimistischen Grundtenor liegt, als vielmehr daran, dass zu viele wichtige Aspekte einfach ausgeblendet werden:

Der Sozialstaat wird in erster Linie als Kostenfaktor betrachtet, der jeden Bürger im Durchschnitt 9.000 Euro im Jahr kostet (S.201). Punkt. Kaum ein Wort davon, was mit diesem "Sozialaufwand" eigentlich gemeint ist. Kein Wort davon, dass zum Sozialstaat auch beispielsweise der medizinische Fortschritt gehört, der die Lebenserwartung mehr als verdoppelt hat und Krankheiten wie selbst Krebs sogar immer besser heilbar macht. Kein differenzierter Blick auf das Gesundheitssystem in dem es neben den Patienten auch Profiteure wie die Pharmaindustrie, einige wenige Ärzte oder die kassenärztlichen Vereinigungen gibt. Kein Wort darüber, was hier mehr Effizienz und eine Neuausrichtung auf den Nutzen für die Menschen als Patienten (und nicht nur als Gewerbetreibende) für Wohlstand und Wachstum erzeugen könnte.

Kein Wort über das Wachstum bei regenerativen Energien, welches durch höhere Energiekosten sicher nicht gebremst werden wird. Kein Wort über neue Werkstoffe, über neue Technologien, die die klassische Ressourcenabhängigkeit immer weiter entspannen werden. Keine posiven Aspekte beim Wachstum, die es aber zweifelsohne gibt.

Es ist keine zwingende Eigenschaft des Wachstums, dass es sich irgendwann in ein Wuchern verwandeln und schließlich in der Katastrophe enden muss. Wachstum kann sich positiv wandeln. Zum Problem wird Wachstum insbesondere dann, wenn es zu den Zwecken einiger weniger und zum Nachteil der Mehrheit betreiben wird. Das Gesundheitssytem als Teil des Sozialstaats ist ein exzellentes Beispiel dafür. Ein weiteres Beispiel ist die Globalisierung. Während der freie Handel in Europa den EU-Mitgliedern überwiegend nutzt, führt ein freier Welthandel in Afrika zu Terrorregimen, Ausbeutung und Unterdrückung. In einem Fall wird ein Wachstum im Interesse aller gefördert, im anderen die Katastrophe durch die gnadenlose Ausbeutung für die Interessen einiger weniger Individuen betrieben.

Noch so ein blinder Fleck: Meinhard Miegel nimmt die Wohlhabenden aus der Schusslinie. Wenn man ihr Vermögen auf die gesamte Weltbevölkerung aufteile, bleibe ein verschwindender Betrag für jeden einzelnen. Außerdem zeige die Krise gerade, dass das Eigentum der Wohlhabenden sinke. Folglich sei Reichtum kein Problem. Hier begeht er einen schweren volkswirtschaftlichen Denkfehler, denn die Guthaben der einen sind auch immer die Verpflichtungen der anderen. So funktionieren weltweit die Geldsysteme nun mal. Die Schulden hält Meinhard Miegel sehr wohl für ein Problem und zwar zurecht, noch dazu werden sie in der Krise nicht weniger.

Die Staatsschulden sind dabei noch nicht mal das Schlimmste, denn die Unternehmen in Deutschland sind mehr als doppelt so hoch verschuldet wie die öffentliche Hand. Die Zinsen zahlt der Privathaushalt. Seine eigenen sowieso, die des Staates über die Steuern und die der Unternehmen über die Verbraucherpreise, denn den Unternehmen bleibt nichts anderes übrig, als die Zinsenverpflichtungen in die Produktpreise mit einfließen zu lassen. Auch hier kann man einen Durchschnitt berechnen, den jeder Deutsche jedes Jahr an Zinsen zahlt: 9.500 Euro (Quelle: Helmut-Creutz.de). Das ist sogar mehr als uns der Sozialstaat nach der Logik von Meinhard Miegel kostet.

Natürlich bekommt der Privathaushalt auch Zinszahlungen für seine Ersparnisse und zwar hier ebenfalls: 9.500 Euro. Blöderweise sind diese Zinsen aber nicht sehr gleichmäßig verteilt. Wer bekommt schon 9.500 Euro Zinsen im Jahr? Tatsächlich sind 80% der Deutschen Nettozinszahler, 10% bekommen soviel wie sie zahlen und die verbleibenden 10% sind Nettoempfänger. Folglich wird durch die Verschuldung von den ärmsten 80% der Bevölkerung zu den reichsten 10% umverteilt. Tendenz steigend (Quelle: Helmut-Creutz.de). Man sollte sie nicht zu Alleinschuldigen erklären, aber man sollte die Wohlhabenden auch nicht pauschal von Kritik ausnehmen: Gerade hier findet besonders ungesundes und schädliches Wachstum statt. Schon in Deutschland sieht der Istzustand deprimierend aus. Mit welchem Superlativ man jetzt die Verhältnisse in einem Entwicklungsland beschreiben könnte, tja, da muss ich passen.

Diese dramatischen Zustände sind der Grund dafür, warum es mit Meinhard Miegels Appellen zu mehr Verantwortung und ethischem Handeln nicht getan sein wird. Schulden, Guthaben und Zinsen sind ein zentraler Bestandteil der weltweiten Währungssysteme. Sie sind ethisch anerkannt und werden von keinem vernünftigen und einflussreichen Menschen in Frage gestellt. Lediglich das Christentum kannte mal ein Zinsverbot und der Islam kennt es heute noch. In diesen beiden uralten Wertesystemen ist die Weisheit gespeichert, das jedes Geldsystem, in dem Zinsen eine zentrale Rolle spielten, der Menschheit früher oder später um die Ohren geflogen ist. Eine Rückbesinnung auf echte Werte wird im Kollaps und danach tröstlich sein. Rechtzeitiges und beherztes Eingreifen könnte aber auch die schnöden materiellen Werte retten und eine demokratischere Verteilung könnte vor Existenzängsten und nackter Angst ums Überleben schützen.

Also: Wohlstand und Wachstum zu hinterfragen sind ein guter Ansatz und das leistet Meinhard Miegels Buch in vorbildlicher Weise. Jedoch muss insbesondere der Wachstumsaspekt differenzierter betrachtet werden. Die Gründe für erstrebenswertes auf der einen und schädliches Wachstum auf der anderen Seite sind der Schlüssel. Die Menschheit in ihrer überwiegenden Mehrheit muss man nicht über Ethik und Verantwortung belehren. Mal ehrlich: Was werden gut gemeinte Appelle hier ausrichten? "Pflichtlektüre für Politiker!!!" (Jaja, is' scho' recht...)

Aber: Wie wär's den damit, den Menschen zur Abwechslung mal die Möglichkeit zur Übernahme von echter Verantwortung zu geben? Es gibt noch genügend Strukturen, die demokratisiert werden sprich in die Verantwortung aller überführt werden könnten: Unternehmen, Geldsysteme, Parteien, Staaten - alle die, die heute von entartetem Wachstum profitieren. Wohlgemerkt: Die Verantwortung muss sozialisiert werden, nicht in erster Linie die materiellen Werte. Mehr Verantwortung und weniger ohnmächtig im Hamsterrad kann auch ein Heilmittel für die "unmündige", "gedopte", "hilflose" und "überforderte Gesellschaft" sein. Hier wäre noch Potential für 300 Seiten gewesen - ein prima Thema für ein Denkwerk Zukunft.
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141 von 169 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Neoliberalismus pur! 17. Mai 2010
Von Andre M.
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Ich kann die durchweg positiven Bewertungen der anderen Rezensenten nur bedingt nachvollziehen. Die Kritiklosigkeit mit der dieses Werk bedacht wird, weckt beinahe schon den Verdacht, dass hier Freunde der FAZ oder der Springer WELT ein "objektives" Urteil abgaben.
Zunächst zum Positiven: das Buch liest sich gut und flüssig - die erste Hälfte des Buches würde ich sogar mit 4 Sternen bewerten. Hr. Miegel fasst schlüssig und kompakt zusammen, dass Wachstum inzwischen den Status einer Ideologie bekommen hat ... ja, es hat inzwischen im Kapitalismus (dieses "Unwort" vermeidet der Autor fast durchweg - er spricht hier vom "Westen" oder von den "frühindustrialisierten Ländern") Züge des "Metaphysisch-Religiösen" angenommen und bedarf als solche keiner rationalen Begründungen mehr.
Brilliant arbeitet der Autor heraus, dass es sich lohne, "der Frage nachzugehen, warum die Völker der frühindustrialisierten und zunehmend weiterer Länder so konseqent auf massenhaften Konsum ausgerichtet sind, selbst, wenn sie dadurch ihre Lebensgrundlagen beeinträchtigen oder sogar zerstören."
Im weiteren Verlauf des Buches, je mehr man gespannt auf den Punkt wartet, in dem der Autor eine Lösung aus dem Dilemma andeutet, wird allmählich klar, in welche Richtung dieses Buch gedacht ist:
"Künftig werden sich Eltern ihrem Nachwuchs auch dann fürsorglich zuwenden müssen, wenn Eltern- und Erziehungsgeld gekürzt werden; die gute Versorgung Pflegebedürftiger muss auch bei geringerem Pflegegeld gewährleistet bleiben; Erzieherinnen müssen die ihnen anvertrauten Kinder, Ärzte ihre Patienten auch ohne Einkommenserhöhungen optimal betreuen."
Andererseits:
"Anders ist die Lage eines Managers, der für eine Weile ein vorhandenes Unternehmen mehr oder minder erfolgreich führt. Diese Aufgabe ist anspruchsvoll und muss angemessen honoriert werden." ...
Er verteilt Seitenhiebe auf das bedingungslose Grundeinkommen ebenso pauschal und unseriös (ja, "ideologisch" - obwohl er eingangs des Buches genau dieser Ideologie abzuschwören scheint) wie auf die gerechtere Umverteilung, wie es in Deutschland derzeit nur von den Linken angemahnt wird.
Es geht ihm darum - und darüber gibt es zum Ende des Buches keinerlei Zweifel mehr - dass die Arbeitenden mehr arbeiten und weniger dafür verlangen: mehrere Jobs sollen normal werden, das Arbeiten über das Alter von 67 Jahren ebenfalls ...
Während er auf der einen Seite gut erkennt, dass es andere Dinge sind, die die Menschen glücklich machen, als materieller Wohlstand und dabei auch die Schlüsselrolle der Bildung hervorhebt, schreibt er doch im gleichen Atemzug: "Gebildete sind doppelt reich. Nicht nur fällt es ihnen dank ihrer Bildung oft leichter als ungebildeten materielle Güter zu erwerben. Zusätzlich haben sie immaterielle Wohlstandsquellen, die ihrem Leben Sinn und Inhalt geben." Im gleichen Sinne sind die Ungebildeten natürlich doppelt arm. D.h. die "materiellen Güter" spielen für den Autor nach wie vor die tragende Rolle - und sind anstrebenswert. Eine grundlegende Wende im Wertesystem, wie sie die erste Hälfte des Buches zwingend nahelegt und weswegen ich mir das Buch überhaupt gekauft habe, kann ich nirgendwo erkennen - im Gegenteil: Es kann für ihn nicht angehen, dass, wie seiner Meinung nach derzeit in Deutschland praktiziert, immer mehr verarmende "Leistungsträger" den ihnen zustehenden Wohlstand den "Sozialschnorrern" in ihre sozialen Hängematten werfen ... Es ist teilweise ekelerregend die zweite Hälfte des Buches zu lesen.

Zusammenfassend muss ich sagen, so gut wie das Buch begann, so wütend hat es mich am Ende gemacht. Da der Autor auch Sprecher des neoliberalen Bürgerkonvents ist, betrachte ich das Buch nicht als "Ausrutscher" oder als unzureichend durchdacht, sondern ganz klar als ein Propaganda-Buch der Neoliberalen, wie es perfider kaum geschrieben werden kann.
Daher nur einen Stern von mir (Minuspunkte gibt es ja leider nicht).
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16 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen epochale Sachbuchliteratur 7. April 2010
Format:Gebundene Ausgabe
"Nicht zuletzt Optimismus hat die Erde zu dem werden lassen, was sie heute ist: glanzvoll, elend und ' überfordert. Um das zu sehen, brauchen nur einmal die rosarot und grau gefärbten Brillen beiseitegelegt zu werden. Dann wird sichtbar, dass der Mensch ihr im Laufe seiner Geschichte schier unmögliches abgerungen und sie dabei an den Rand dessen gebracht hat, was sie zu geben vermag.'"
aus: Meinhard Miegel, EXIT: Wohlstand ohne Wachstum, Berlin 2010, S. 246

Der Wachstumswahn muss ein Ende finden, sonst sind die Folgen nicht zu fassen, jedenfalls werden sie, machen wir so weiter, die Menschheit, insbesondere die Armen in der sog. 'dritten Welt' an den Rand der Vernichtung führen.
So ließe sich das 247-seiten starke Manifest für eine moderne, entmaterialisierte Respiritualisierung als Form der modernen Askese, die gänzlich bereichernd wahrgenommen wird, zusammenfassen.
Miegel skizziert dabei die Geschichte und Mechanik der frühindustrialisierten Länder, vornehmlich in Europa und zeigt insbesondere mit kunstvollen und spannenden Zahlenspielen die Zerstörungskraft des momentanen Wirtschaftens. In einem zweiten Teil entwirft er dann eine Utopie, eine Vision, ein Konzept einer überlebensfähigen Gesellschaft. Diese sei darauf angewiesen aus der abhängigen Beschäftigung zu entkommen, bürgerliches Engagement besser immateriell zu honorieren und am wichtigsten, weniger und bewusster zu konsumieren.

Es mag bisweilen düster wirken, doch ist dieses bemerkenswerte Werk keine bloße kulturpessimistische Trittbrettfahrerei. Vielmehr liegt Miegel viel daran, wachzurütteln, aufzuzeigen; er will Denkanstöße geben, die interessant, ja notwendig sind. Dabei bedient er sich einer sehr gelungenen Form, dass die Sprache hierbei bisweilen ins Lakonische, ja fast schroff Wirkende abdriftet, erhöht eher die Lesefreude, als dass es den Eindruck schmälert. Die Argumentation ist schlüssig und in seiner schonungslosen Analytik beschämend für all diejenigen, die dem Konsum gänzlich unbedacht frönen, ohne ihr Handeln einer kritischen Reflexion zu unterziehen. Der unheimliche, kaum fassbare Wahn der frühindustrialisierten Länder für immer mehr Wachstum diese unsere Erde auszubeuten, einen irreversiblen Raubbau an den natürlichen Lebensgrundlagen fortzusetzen, nur um ihre gigantische und primitive Geldhonorierungsmaschinerie zu befeuern wird schonungslos enthüllt. Die Kurzsichtigkeit, die Miegel immer wieder feststellt, lässt den geneigten Leser erschaudern. Wie kann das nur sein, dass ein Großteil der frühindustrialisierten Gesellschaften nicht zu sehen scheint oder es nicht sehen will, wie dumm und entwürdigend sie nicht nur mit der Natur, sondern vor allem mit sich selbst umgehen?
Denn, und das bemerkt der Autor des öfteren, ist es nicht unfassbar, dass der Mensch, dieses hochentwickelte Lebewesen, das so ungeheure Möglichkeiten hat, sich mit bedrucktem Papier abspeisen lässt, dass Wachstumsraten und hohe Zahlen in Form des BIP ihn vollkommen seine natürlichen Begabungen vergessen lässt?
Das Zukunftsprogramm, das Miegel entwirft ist ebenfalls sehr schlüssig präsentiert, auch wenn er den enormen Aufwand, den ein solcher Paradigmenwechsel fordert, meiner Meinung nach zu stark vernachlässigt. Das diskreditiert das aufhellende Zukunftsbild als Papiertiger am Reißbrett.
Dennoch bleibt dieses Buch absolut lesenswert, es ist ein Muss für jeden, der gehaltvoll über Tag und Teller hinausgehend über Nachhaltigkeit und soziale Zukunft reden will.
Eindrucksvoll: Der Autor gerät nicht in eine Polemik, er bleibt ausgewogen und sachlich und gerade dadurch demaskiert er vor allem die Regierungspolitik als reaktionär. Ganz sachlich ohne auswendig gelernte Phrasen.
Ein bedeutendes Plädoyer für einen Schlussstrich unter die Ex-und-Hopp-Mentalität, das 'we-were-born-to-shop'-Dogma.
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Die neuesten Kundenrezensionen
5.0 von 5 Sternen Alle Eckpfeiler des Konsums wurden angesprochen und beurteilt
... der Rest liegt an uns Konsumenten. Und anfangen muß jeder im eigenen Haushalt, mit Effizienz und Suffizienz als Standards, Standards die nie an Aktualität verlieren... Lesen Sie weiter...
Vor 1 Monat von Mekele veröffentlicht
3.0 von 5 Sternen sehr gut
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Sichtweise auf viele Dinge unserer Zeit sind objektiv. Schreibweise ist excellent. Lesen Sie weiter...
Vor 2 Monaten von Madeleine Scharrmann veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Exit: Wohlstand ohne Wachstum
ein buch, das alle politiker und wirtschaftstyphoone mal lesen sollten! xxxx xxxx xx xx xx xx xx xx xx xx xx xx
Vor 4 Monaten von Binswanger Winfried veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen Sehr lesenswert
So zu lesen wie auf der Rückseite beschrieben ist: souveräner Erzählstil des Autors. Informativ und spannend zugleich. Lesen Sie weiter...
Vor 5 Monaten von Manfred K. veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Super Hörbuch
Das Buch selbst ist ganz sicher ein gute Buch, profund recherchiert und mit alarmierenden Fakten.
Der Autor schafft es, trotz beißender Polemik, den Finger in die Wunde... Lesen Sie weiter...
Vor 12 Monaten von Danny veröffentlicht
2.0 von 5 Sternen Gut geschrieben, aber ohne neue Ideen
Meinhard Miegel liefert mit seinem Buch eine treffende und überzeugend geschriebene Bestandsaufnahme der derzeitigen Verhältnisse. Lesen Sie weiter...
Vor 16 Monaten von Andreas Wolski veröffentlicht
2.0 von 5 Sternen Konservative Sozialromantik vor dem Hintergrund ernster Fragen
Miegels Verdienst ist es, in diesem Buch eindringlich auf die Sackgassen hinzuweisen, in die die Menschheit durch ihre kapitalistische Wirtschaftsweise zusteuert: Das sorglose... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 29. April 2011 von Robert Wentz
3.0 von 5 Sternen Mit anderer Schlussfolgerung wäre es passender
Die Gebiete, die Meinhard Miegel in dem Buch beleuchtet, sind recht interessant dargestellt und wirken sehr durchdacht (wiederholen sich jedoch auch meist viele Male im Buch). Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 23. April 2011 von FKoeln
5.0 von 5 Sternen Bescheidenheit ist eine Zier!
Eine Pflicht-Schul-Lektüre müsste das Buch werden, vielleicht kommt es dann aber zu spät. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 8. Dezember 2010 von Julia Kirschmer
1.0 von 5 Sternen Demagogie auf höchstem Niveau
Ich hatte ja gutes erwartet, gerade bei dem Titel... eine wirklich bittere Enttäuschung.

Es ist unglaublich. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 16. November 2010 von wasnursolldass
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