10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Eins der besten Bücher, die ich je gelesen habe, 18. Juli 1999
Von Ein Kunde
Nachdem ich dieses Buch (ein Geschenk) beinahe ein Jahr unberührt im Bücherregal bei mir zuhause stehen hatte, ließ ich mich doch endlich dazu überreden, es zu lesen.. Die Kurzbeschreibung auf dem Cover fand ich nämlich überhaupt nicht ansprechend, da ich für so "Übersinnliches" nicht unbedingt zu haben bin. Geister? Laaaangweilig.. Naja, wie man sich ja wegen meiner Bewertung des Buches denken kann, wurde ich schnell vom Gegenteil überzeugt. Ambrose schafft es, auch den "Ungläubigsten" in seinen Bann zu ziehen. Wahrscheinlich deshalb, weil die Hauptakteurin seines Buches, Joanna (eine Journalistin), offensichtlich "mit beiden Beinen fest auf dem Boden steht" und erst allmählich beginnt, an die Existenz paranormaler Aktivitäten zu glauben. Geisterbeschwörung bedeutet in Ambroses Buch nicht etwa, mit Verstorbenen zu sprechen, sondern eine Gruppe von Leuten (darunter auch Joanna) beginnt, sich bis ins Detail eine Persönlichkeit auszudenken, die niemals wirklich existiert hat. Dadurch, daß sie alle zur gleichen Zeit über ihren Geist sprechen oder an ihn denken, soll er Gestalt annehmen. Bis auf den Initiator dieses Experiments, einen Wissenschaftler der Universität, der paranormale Aktivitäten erforscht, sind die Teilnehmer alle ganz normale Leute, u.a. Joanna, die sich erhofft, eine gute Story für ihre Zeitung zu bekommen. Tatsächlich klappt das Experiment, und Adam, ein Amerikaner, der zur Zeit der französischen Revolution in Paris lebte (so hat die Gruppe sich das ausgedacht), erscheint ihnen zwar nicht "in Fleisch und Blut", aber er beginnt, mit ihnen zu kommunizieren. Und allmählich müssen die Teilnehmer feststellen, daß Adam keineswegs der Held ist, den sie erschufen, sondern zu Bösem fähig ist... (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Der beste Ambrose schlechthin!, 24. Oktober 2007
Ambrose ist generell ja gut zu lesen und bietet stets gute Unterhaltung. Aber dieses Buch ist um längen besser als alle seine anderen.
Gerade habe ich es zum dritten Mal gelesen und bin immer noch be"geistert". Bedauerlich ist, dass einige Rezensenten dieses Buch nur deshalb relativ schlecht bewerten, weil sie es ganz offensichtlich nicht verstanden haben. So wird hier zum Teil behauptet das Ende sei konfus und dem Autor dabei die Phantasie durchgegangen. Dabei ist das Ende nur logische konsequenz der Handlung. Alles löst sich am Schluss folgerichtig auf.
Den von einem Rezensenten angebrachten Vergleich mit Stephen King finde ich nicht zutreffend. King ist nicht schlecht, aber eine echte Gänsehaut im wörtlichen Sinne wie bei diesem Ambrose habe ich noch bei keinem King erlebt.
Auch wenn andere Rezensenten dies behaupten: es treten in dem Buch keine Doppelgänger der Akteure auf, sondern es handelt sich am Schluss der Handlung um Ereignisse am Rande (oder an der Bruchkante oder in der Schnittmenge) zweier Universen, die miteinander unvereinbar sind, da die von den Hauptpersonen erzeugte veränderte Vergangenheit sich auf ihre eigene Gegenwart auswirkt, in der sie denknotwendig nicht mehr existieren können. Der erschaffene Geist wird real (wenn auch in der Vergangenheit) mit allen Konsequenzen und die (realen) Akteure werden zu Geistern. Damit sind dann auch alle Spuren und Beweise des Experiments, das zu dieser Veränderung geführt hat, vernichtet, und für die Bewohner des "neuen" Universums ist dieses das einzig reale.
Dabei versucht Ambrose - m. E. sehr gekonnt - die geschilderten Phänomene wissenschaftlich zu deuten und damit zu erklären, dass die Menge an Materie (oder Energie, was nach Einstein bekanntlich dasselbe ist) endlich und bestimmt ist, weshalb die neugeschaffene Person (vormals Geist) nicht im selben Universum (sogar nicht einmal zeitlich um Jahrhunderte auseinander) mit den Akteuren existieren kann.
Dieser Übergang von dem einen Universum (vor der Erschaffung Adam Wyatt's) zu dem neuen Universum, in dem Adam eine historische Person ist, wird im Buch ganz hervorragend geschildert und verursachte bei mir sogar beim dritten Lesen wieder die schon erwähnte Gänsehaut.
Es ist diese Grauzone, in der Ralph Cazaubon beginnt real zu werden und Joanna Cross aufhört es zu sein, die das Buch so unheimlich macht. In dieser Übergangswelt treffen sich Ralph und Joanna mehrmals kurz, bevor sich dann das neue Universum durchsetzt, in dem es diese Joanna eben nicht gibt - sondern nur ihre (gleichnamige) Schwester - weil die ursprüngliche Joanna bereits kurz nach der Geburt verstarb. Der Alptraum ihrer Mutter (aus dem früheren Universum) wird nun wahr, und diese Szene ist wirklich gruselig.
Ein Rezensent bezeichnet sogar bereits das geschilderte Experiment als solches als "absurde Idee" und weiss offenbar gar nicht, dass dieses als "Philip-Experiment" tatsächlich (ich glaube in Kanada) - erfolgreich, aber ohne die fatalen Folgen wie bei EX - durchgeführt wurde und in der Parapsychologie bekannt ist.
Ambrose gelingt es gerade durch die Bezugnahme auf tatsächlich durchgefühte Experimente und die ausdrückliche Skepsis seiner eigenen Akteure (einer ist Professor der Physik) paranormale Phänomene als etwas reales darzustellen und auch den aufgeklärten und nicht an Geister glaubenden Leser so in seinen Bann zu ziehen.
Wer sich also gern ein wenig gruselt und dennoch intelligente Unterhaltung sucht, der ist hier genau richtig.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Spannend, aber der Schluss ..., 18. Februar 2005
Die Thematik ist faszinierend - auf "künstliche" Weise einen Geist zu erschaffen ... als jemand, der an Übersinnliches glaubt, fand ich die Vorstellung unglaublich reizvoll.
Der Aufbau der Geschichte ist wirklich toll, die Logik bleibt zwar manchmal vor der Türe, aber ist ja bei dem Thema nicht unbedingt nötig.
Dieser Roman hätte ein richtiger Brüller werden können. Aber der Schluss hat alles vergeigt. Leider läuft dort alles aus dem Ruder und man verliert völlig den Überblick.
Schade, denn damit hat er den kompletten Roman versemmelt.
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