Ich suchte einen TV-Ersatz, und zwar einen nicht zu großen, damit man ihn mal bequem in andere Räume tragen kann, und der das Wohnzimmer nicht als finsterer riesiger "Haus-Altar" optisch dominiert und versaut ;) (sorry, bin Design-empfindlich, auch bei Inneneinrichtung).
Da ich mein Signal ausschließlich über einen Receiver (Festplatten-Recorder) zuliefere, war ich zunächst auf der Suche nach einem guten Computermonitor.
Zuerst hatte ich mir nach Testbericht-Recherchen
diesen Asus VE278Q kommen lassen, da er einen (für einen Monitor) ganz guten Kontrast haben sollte, um so enttäuschter war ich, dals ich dann im abgedunkelten Raum die doch nur recht graue (und nicht mal ganz gleichmäßige) "Soße" sah, die eigentlich schwarz hätte sein sollen. Dann hatte ich es mit
diesem Philips 273E3LHSB versucht, war aber auch ein Reinfall (Schwarzwert auch zu grau, zudem noch stärkere Farbverfälschungen (Vergilbung) an einer Seite bei leicht schrägem Blickwinkel. Also auch wieder enttäuscht zurückgeschickt.
Erst dann ist bei mir der Groschen gefallen, dass ich übliche Computermonitore (also mit "TN"-Displaytechnologie) hätte vermeiden müssen, da diese Mängel ein grundsätzliches Technologie-Problem aller TNs sind.
Die Auswahl bei Geräten
- ohne "Computermonitor"-(TN)-Displays, sondern TV-geigneterer, höherwerwertigerer Paneltyp
- mit 27 oder 26 Zoll
- trotzdem schon Full-HD (somit auch für SD = PAL wenig Hochskalierungs-Schärfeverlust)
- mit Fernbedienung (somit auch durch eine Universalfernbedienung mitsteuerbar)
- mit voller Akzeptanz (TV-typischer) Interlaced-Signale und z.B. Blu-Ray-mäßige 24 Hz
- also ohne bei dabei hässliche Konvertierungs-Probleme oder -Artefakte zu erzeugen
ist leider extrem mickrig.
Am Ende kamen nur dieser Benq und
dieser LG 26LV5500 in die Auswahl.
Der LG hat offenbar ein Display vom Typ "IPS", also hervorrangende Praxis-Blickwinkelbreite (besser als Computermonitore/Laptop-Bildschirme vom üblichen Typ "TN").
Die Schwarztiefe bei "IPS" ist allerdings nicht besser als bei "TN".
Der Benq hat ein Display vom "VA"-Typ; die Praxis-Blickwinkelbreite liegt da wohl zwischen dem Niveau von IPS und TN, dafür ist der Praxis-Schwarzwert 2-3 mal so tief wie bei IPS, also schon fast Plasma-TV-Look. Dagegen wiederum gelten VA-Displays als nicht schnell genug für schnelle Action-Spiele (sog. "Ego-Shooter"), was mir aber völlig unwichtig ist, sowas käme bei mir nie zum Einsatz.
Sie müssen sich also zunächst klar darüber werden, was ihnen wichtig ist. Wieviele gucken bei ihnen zusammen fern ( >Blickwinkelbreite)? Gucken sie eher tagsüber oder in normal beleuchteten Räumen, statt nachts und stark abgedimmt (>Mehrnutzen einer Schwarztiefe)? Ist bei Ihnen jemand in der Pupertät und braucht entsprechende Spiele (>Mehrnutzen eines besonders reaktionsschnellen Displays)?
Ich persönlich habe mich am Ende doch für den Benq statt für den LG entschieden, da mir die Schwarztiefe etwas wichtiger war als die Blickwinkelbreite oder Spieletauglichkeit.
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Erfahrungen
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Ausgepackt: Äußerlich eine ganz andere Klasse als die Schwarzplastik-Monitore. der Benq könnte optisch durchaus in der optischen Edel-Liga von Loewe oder Bang & Olufsen mithalten. Wurde zurecht mit dem renommierten iF "Produkt Design Award" ausgezeichnet. Die gebürsteten Metallflächen (Oberseite des Standfußes sowie am Panel unten) sind tatsächlich echtes Aluminium und nicht etwa nur ein Imitat-"Look" (fühlt sich nämlich bei Berührung kalt an, im Gegensatz zu Plastik).
Das Bild finde ich tatsächlich sehr gut, insbesonder der Schwarzwert war tatsächlich deutlich tiefer als bei den zuvor probierten
Asus VE278Q oder dem
Philips 273P3LPHES. Die Theorie konnte ich in der Praxis bestätigt sehen.
Bei (leicht) schrägem Betrachtungswinkel bleiben die Farben sehr stabil (besser als bei TN-Displays), und lediglich der Schwarzwert hellt sich etwas auf (rückt also in die Nähe der hier generell schwächeren TN-Displays bei Frontalansicht); das ist aber noch so gering, dass es bei realem TV-Videomateral nicht auffällt (im Gegensatz zu TN-Displays, die hier sogar mit schweren Farbverfälschungen abstrafen können). Übrigens, ich würde mir keinen 27-Zöller als Computermonitor zulegen wollen, da die Entfernung (gemessen an der Diagonale-Größe) dann so gering ist, dass man auf die Ecken zwangsläufig mit etwas seitlichem Blickwinkel gucken muss. Alles, was ich vorher zu seitlichen Blinkwinkeln gesagt habe, gilt für die Ecken bereits schon dann, wenn man nah davorsitzt (ist glaube ich eh klar).
Den Ton habe ich über
externe Speaker laufen. Beim Benq ist er abgeschaltet und schweigt dann gottseidank tatsächlich (beim meinem alten TV gabs dann noch hörbares Rauschen).
VA-Displays gelten ja als "langsam und gründlich". Gründlich = Hintergrundbeleuchtung wird für Schwarz effektiv zurückgehalten. Langsam = der Übergang zwischen ganz Dunkel und ganz Hell soll nicht so schnell sein wie bei TN-Displays. Gottseidank nehme ich das bei Videomaterial nur selten mal wahr, wird wahrscheinlich also durch das Overdrive für die meisten Situationen unterdrückt. Das einzige, wo ich mal deutlich was sehen kann, ist, wenn ein Dirigent mit seiner hell angestrahlten Hand extrem schnell vor dem schwarzen Hintergrund herumfuchtelt, die dann gelegentlich einen roten Rand bekam. Oder wenn der schnell schwankende Kopf in Nahaufnahme kam, sah man manchmal einen Mini-Schweif in bzw. an den Nasenlöchern ;)
Im Orchester (auch Bögen und schnelle Bogenhand der Geiger) sieht man nichts. Auch beim Sehtest einer Skisportübertragung mit seinen harten Kontrasten (Trikots vor Schnee) und der schnellen Armarbeit der Skifahrer, sah ich nichts, obwohl ich extra darauf geachtet hatte. Vermutung: das Overdrive (was Schweife unterdrücken soll) ist vermutlich auf Helligkeitsunterschiede hin optimiert und beinflusst rot/grün/blau-Komponenten synchron. Das erklärt, wieso ich meistens (Kontraste sind ja überwiegend Helligkeitskontraste) nie einen Schweif-Rest sehe, sondern nur (selten) mal bei Hauttönen, wo rot dominiert, und davon deshalb ein roter Schweif übrigbleiben kann. In Summe damit in Ordnung.
Farben sind von Haus aus sehr gut, sehr satt aber nie übertrieben knallig oder nervig. Das ist gut, denn wie bei Monitoren üblich, ist die Farbsättigung (für digitale Signale) auch hier nicht einstellbar. Der Benq hat zwar einen Menüpunkt dafür, der ist aber bei HDMI und DVI deaktiviert. Riskante Farben wie Hauttöne gehen eher einen Tick ins Warme als in Kühle, und werden angemessen behutsam dosiert (also niemals übertrieben). Dadurch bleibt's angenehm. Die Weiß-Farbtemperierung ist (wie bei den meisten Monitoren üblich) ansonsten frei nach Geschmack stufenlos konfigurierbar.
Viele einfachere Panels (darunter das Samsung-TN-Panel meines Dell-Office-Laptops) tendieren dazu, Grautöne je nach Helligkeit ganz leicht unterschiedlich einzufärben; bei meinem Laptop hellere eher nach kühl (bläulich) und zugleich dunklere eher nach warm (bräunlich). Beim Benq dagegen sind alle Grautöne durchweg farbneutral.
Die üblichen "Bildoptimierungs"-Extras (Dynamischer Kontrast, Nachschärfung oder Weichzeichnung, spezielle Bildmodi, die "BenQ Senseye Human Vision Technology", die Benq "Super Resolution") habe nach Test gleich wieder deaktiviert, ohne mich wirklich intensiv damit auseinanderzusetzen, für ein gutes Quellsignal ist sowas alles grundsätzlich immer nur Verschlimmbesserung (meine Meinung).
Das Deinterlacing ist aber gut, besser als das meines Festplatten Receivers.
Die native Kontrastcharakteristik ist bei Tageslicht oder normaler Zimmerbeleuchtung perfekt, allerdings bei Dunkelheit (stark auf z.B. "Kaminfeuerniveau" gedimmte Beleuchtung) finde ich den Kontrast an der Obergrenze, hätte gerne die Hintergrundbeleuchtungs-Helligkeit weiter abgesenkt. Eine Kontrast-Justierung funktoniert bei Flachbildschirmen leider weniger flexibel als bei Röhren; bei Flachen ist der "gute" Regelbereich (bei dem weder die Schatten noch die Hellbereiche ins Schwarz oder weiß "absaufen") ja leider grundsätzlich recht eingeschränkt. Bei diesem Benq wirkt sein hoher Kontrast in dunkler Umgebung aber noch nicht störend, hier hilft zudem wohl, dass man am Gerät das Gamma etwas justieren kann (also mittlere Töne aufhellen oder absenken kann, ohne Hell/Dunnkeltöne dabei absaufen zu lassen). Das Gamma konnte man bei meinen beiden vorher probierten Asus oder Philips nämlich leider garnicht ändern, was mich störte.
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