, kriegt den Nobelpreis verliehen.
Das hier ist eine Recherche du temps perdu mit Eric Kandel und seiner
Familie auch mit seinen Mitarbeitern und Freunden, zu den Stätten seines
Wirkens, inclusive denen wo er in Wien seine frühe Jugend verbrachte.
Sehr schön zu sehen, wie der Gedächtnisforscher sucht und findet, oder
irgendwelche Flucht-Tunnel auch nicht wiederfindet. Wohl aber seine Enkelin.
Gemäss einem Motto von Kandel, : Nie Aufgeben. Also die hohe Frustrations-
toleranz die Forscher auszeichnet. Sehr kurzweilig, mal in Amerika, mal in
Wien, mit Zeitsprüngen in seine Jugend, die in Schwarz-Weiss gezeigt werden
und mit Originalaufnahmen von den Szenen des Strassenjubels, nicht enden-
wollend, um mit Friedrich Torberg zu sprechen, als der Führer im offenen
Mercedes inWien einzieht.
( Mit ausgestrecktem Arm wohl irgendwie sich selber grüssend)
Kandel wollte erst Psychiater werden, wie es sich gehört, wenn man als Jude
aus Wien emigrieren musste und warum er dann beim Kalifornischen Seehasen,
einer Schneckenart, gelandet ist wird hier anschaulich.
Die Schnecken sieht man auch.
Es wird viel gelacht in dem Film, ich meine von den Akteuren, sie laufen
durch die Wiener Strassen um Leute zu suchen, die noch den Vater kannten,
es gibt berührende Szenen, so wo die derzeitige Inhaberin des Kellerladens
seiners Vaters sichtlich gerührt ist, den Sohn hier zu treffen und die
Besucher nachmacht, die mit Kandels Buch in der Hand vor dem Haus stehen
und Spuren verfolgen. Die Meeresschnecke, zuckt immer zusammen, wenn man
sie zwickt. wenn man es aber dann dauernd macht, wird es ihr zu langweilig
und sie zuckt nicht mehr. Das war the first step auf dem Weg zum Nobelpreis.
Dass seine Frau einmal , den gemeinsamen Sohn auf dem Arm, einmal wütend ins
Labor kam um sich zu beschweren, dass Kandel jetzt wohl überhaupt nicht mehr
nach Hause käme, nicht mal am Wochenende, gehört dazu zu so einem Lebensweg.
Ein Film mehr fürs Hochkulturschema, als fürs Unterhaltungspublikum.
Unterhaltend ist er trotzdem.