*Rezension für die gesamte Reihe
Eden zeigt mal wieder, dass Mangas nicht nur ein Medium für pubertierende Mädchen
sind, sondern auch wirklich weitreichende und durchdachte Geschichten mit Inhalt
präsentieren können.
In der Geschichte werden viele verschiedene Themen angesprochen, so wird z.B. am Anfang die
Schöpfungsgeschichte nachempfunden und auch sonst finden sich insgesamt viele kleine Bibel-Anlehnungen.
Später werden Bereiche wie die Slums in Süd-Amerika, die Drogenkartelle und die Vorstellung einer weltübergreifenden
Regierung und den damit einhergehenden Problemen, wie Ethnische Säuberungen und den Verlust der eigenen Individualität, angesprochen.
Insgesamt zeichnet Hiroki Endo ein oftmals gesellschaftskritisches Bild, erzählt die Geschichte des Erwachsen-werdens
und befasst sich mit vielen Philosophischen Gedanken, nicht zuletzt über die weiterführende Evolution des Menschen selbst.
Endo zeigt einen sehr detaillierten und ausgereiften Zeichenstil, der im Vergleich zu "typischen" Mangas eher
realistisch wirkt.
Die oftmals drastischen Gewaltdarstellungen und das manchmal abrupte Ableben wichtiger Charaktere ist nichts für
schwache Nerven und der Manga hat es meines Wissens auch nur knapp auf den deutschen Ladentisch geschafft.
Wer sich allerdings dadurch nicht abschrecken lässt bekommt einen ausgezeichnet gezeichneten und durchdachten Manga.
Am Ende der Bücher befindet sich oft noch ein kleines Essay von Endo selbst, indem er oftmals mit kleinem Augenzwinkern, jedoch
tiefgreifend ehrlich, über verschiedenste eigene Gedanken und Erfahrungen spricht.
Ich empfehle auch Personen die sonst nichts mit Mangas am Hut haben oder sogar gerade denen, doch mal
einen Blick auf diese weitreichende Sciencefiction-Reihe zu werfen.