Bewusst habe ich die Überschrift "Rollenspiel" gewählt. An anderer Stelle lese ich häufig von Genremixen, der Schwerpunkt vieler Rezensionen liegt gerne auf Worten wie "Hack and Slay", Diablo und anderem. Ich empfinde das nicht so. Natürlich gibt es eine Menge Action und die angenehmen Seiten eines Diablo, nämlich das "kämpfen, sammeln und skillen" gibt es hier in feinster Art. Dennoch, alles was ein Rollenspiel braucht, ist hier vorhanden. Aber dazu gleich mehr.
Installation bei Origin:
========================
äusserst simpel und komfortabel, der erste Patch wird automatisch mitinstalliert, nach einigen Minuten kann es losgehen. Origin mag umstritten sein, mir gefällt es auch nicht, aber ich bewerte jetzt einfach mal das Spiel und lasse diese Diskussion aussen vor, das muss jeder selbst entscheiden und kann sich hinreichend informieren.
Einstellungen:
========================
wieder äusserst komfortabel und unkompliziert, was gleichzeitig ein wenig zum Manko wird. Bei der Grafik gibt es wenige manuelle Regler, wie man es immer öfter heute sieht, aber letztlich ist das kein Grund zum Meckern.
Grafik:
========================
Zuerst habe ich die Demo gespielt, allein aus dem Grund, um Bonusitems für Mass Effect 3 zu erhalten. Anfangs hat mich die sehr bunte Bonbon-Grafik, ein wenig im Comic-Stil, abgeschreckt. Auch sieht man, dass es sich nicht gerade um HD-Texturen handelt, ein typischer Konsolen-Port (übrigens auf der Havok-Engine basierend).
Inzwischen habe ich einen wohlwollenderen Blick auf das Ganze. In sich ist die Grafik einfach stimmig und zieht zumindest mich nach einer Weile immer mehr in den Bann. Aus anfänglichem Widerstand und Ablehnung ist echte Zuneigung geworden. Die Farben sind sehr gut und stilvoll abgestimmt. Die Grafik selbst ist wunderschön entworfen. Umgebung sieht teils nicht gerade komplex aus, das wechselt aber immer wieder ab mit sehr hübschen Landschaften, Surroundings und Höhlen, offen, mit Schluchten, Höhenunterschieden, coolen Elementen, teils im Detail so schön, wie es mir noch bei keinem Spiel aufgefallen ist. Das darf man bei erster Kritik nicht übersehen.
Es gibt viele Details, die einfach wunderschön sind, wie z.B. die Bäume, auch das Aussehen des Helden, Rüstungen und Waffen, viele der Magieeffekte, usw. Es gibt pro und contra, dennoch bin ich inzwischen - habe ich mich auf das ganze eingelassen - ehrlich absolut glücklich und sehe das ganze als in sich stimmig und mal was anderes. Respekt jedenfalls an die Künstler.
Sound:
========================
Musikalisch hält man sich eher zurück, aber streut zuweilen sehr stimmungsvolle Musik ein, die mich sehr berührt bisher und super zum Rollenspiel passt. Kein Meisterwerk, aber anrührig und zielführend.
Die komplett deutsche Synchronisation der NPC ist wirklich sehr sehr gut gelungen in meinen Augen. Es gibt einige Stimmen, die weniger überzeugen. Aber viele der Sprecher machen einen echt guten Job, an wenigen Stellen ist das Niveau sogar referenzwürdig.
Der Held bleibt komplett stumm. Erst ist mir das sehr negativ aufgestossen, aber inzwischen habe ich mich total daran gewöhnt. Bei verschiedenen Rassen hätte man die Texte mehrfach in unterschiedlichem Stil einlesen müssen. Auf diesen Aufwand hat man verzichtet. Bei einer ansonsten aufwändigen und sehr gelungenen Synchro kann man das letztlich gut verschmerzen. Und jeder will sich mit seinem Helden identifizieren. Wenn man dann die Stimme nicht gemocht hätte, wäre eh wieder alles im Eimer gewesen.
Der Spieleinstieg:
========================
Das Spiel startet genau gleich wie die Demo. Es gibt ein ausführliches Tutorial, wo man sehr simpel startet, erste Gegenstände sammelt, den Kampf beigebracht bekommt, die drei Hauptklassen Krieger / Schurke / Magier vorgestellt bekommt, die Basis für die Hauptstory wird gelegt, und man begegnet einem ersten kleinen Bossgegner. Wenn man dann ins Spiel entlassen wird, fühlt man sich als könne man nun das Spiel beherrschen, ein gutes Gefühl für mich.
Man wählt übrigens unter vier Rassen aus, zwei menschlichen (ein gebräunter Krieger und ein nordischer Piratentyp) und zwei exotischen Spitzohren (eine aus dem Norden mit blauer Haut, die andere eher von heller Haut). Das Aussehen kann man individuell und detailliert gestalten, sogar mit Tattoos und Schmuck. Gelungen.
Kampfsystem, Aufstieg, Skillen:
========================
Kämpfe gehen (in Echtzeit) recht simpel von der Hand. Die Steuerung mit Maus und Tastatur ist optimal und präzise. Zauber liegen auf den Zahlentasten und werden mit rechter Maustaste aktiviert. Will man komplexer spielen, wird es etwas fummelig. Mit Lieblingswaffe und favorisiertem Zauber ist es simpel und komfortabel. Die Kämpfe sind übrigens eher in einem leichten Bereich. Selbst die Stufe schwer macht ihrem Namen eher wenig Ehre. Daran mag sich mancher stören. Für mich ist es perfekt. Besser als wenn man an einer Stelle nicht weiterkommt und total gefrustet ist. Ab und an ist letzteres bei mir schon vorkommen, wenn auch zum Glück selten. Profis mit Anspruch werden hier wohl etwas enttäuscht sein.
Die Waffenauswahl finde ich sehr reichhaltig. Es gibt (Zauber-)Stäbe, Zepter, Chakrams (magische Boomerangs mit Klingen für den Nahkampf, sehr cool), Schwerter, Hämmer, Zweihandschwerter, Schilde, Bögen, Assassinendolche und die Feienwaffen (Zweiwaffenkampf, mittig gegriffen, jeweils 2 Klingen). Für jeden dürfte etwas dabei sein und die magischen Effekte erhöhen Auswahl und Unterhaltungswert. Ausserdem kann man sie, sofern sie Slots haben, aufwerten.
Bei den Rüstungen gibt es optisch nicht sehr viel Auswahl. Man sieht zwar gut aus, aber es gibt optisch nur wenige Sets. Etwas schade. Aber spielerisch sieht es besser aus. Zahllose Rüstungsteile wandern in den eigenen Rucksack und buhlen um Aufmerksamkeit. Teile aus Rüstungssets geben gestaffelte Boni, je nachdem, wieviele der zusammengehörigen Teile man besitzt. Das macht grossen Spass, ist durchdacht und stachelt richtig zum sammeln an. Wieder gibt es Slots für Aufwertungen. Zudem gibt es auch Anforderungen für die Nutzung, aber dazu später mehr.
Man kann übrigens 70 Items schleppen. Für Edelsteine, Kräuter und Werksgegenstände (Schmieden) gibt es allerdings einen Beutel bzw. eine Box, wo alles automatisch reinwandert und keinen weiteren Itemslot belegt. Mehrere Tränke gleicher Sorte belegen auch nur einen Platz. Beim Aufstieg steigt der Wert "70" nicht. Man kauft hierfür bei Händlern in der Welt (streng limitiert und verteilt) Rucksäcke, die jeweils die Grenze um 10 Items nach oben schrauben. Das klingt erst etwas finster, aber man kommt nach ner Weile gut klar, vor allem, weil man die Items komfortabel verwalten kann und eine Plunderkategorie hat, wo man alles bei Händlern, was man als solches deklariert hat, mit einem Klick verkaufen kann. Super!
Der Aufstieg dauert etwas länger als in anderen Spielen. Nach einigen Spielstunden war ich gerade mal frisch auf Stufe 3. Da es eine Levelbegrenzung auf Level 40 gibt, finde ich das aber durchaus sinnvoll. Steigt man auf, erhält man Leben und Mana dazu. Dann wählt man aus einem Talentbaum eines aus, welches man je Stufe um einen Punkt steigern darf. Gemeint sind Dinge wie Schlösser öffnen, Schmieden, Tränke brauen, Überzeugen, Handeln, usw. Da man maximal 40 Punkte im Spiel erhält, sollte man sich gut überlegen, was man steigert. Es gibt zwar auch in der Welt bei NPC die Möglichkeit, dass sie einen unterrichten, aber das ist wirklich sehr teuer und kommt eher selten vor somit. Aber auch Bücher können einem in die Finger geraten, die einem hier helfen.
Nun verteilt man drei Punkte auf drei Bereiche, wie man möchte: Krieger, Magier oder Schurke. Das tolle ist, man ist völlig frei, kann so viel einer Klasse sein, wie man eben möchte. Jede Kombination ist nach Laune möglich. Manche Rüstungsteile oder Waffen benötigen allerdings eine gewisse verteilte Punktzahl in einem der drei Bereiche, damit man sie benutzen darf. Aber das ist nicht sehr streng. Man kann also ohne weiteres als nahezu reiner Magier auch tolle mächtige Rüstungen tragen und nahezu jede Waffe führen.
Zuletzt wählt / bestätigt man beim Aufstieg sein(e) Schicksal(skarte). Das ist ein weiterer Akzent des Spiels, die Klassenfreiheit zu leben. Ähnlich den Schutzgottheiten, die Boni gewähren, wählt man hier in Form einer Art Klasse oder eben Mischklasse sein Schicksal und erhält resultierend daraus Boni wie Gesundheit, Mana oder Regeneration derselben, Resistenzen usw.
Alles in allem ist das Aufstiegssystem, wenn auch leider begrenzt auf 40 Level, sehr gelungen und engt einen wahrlich nicht ein. Das Skillen ist toll und motiviert deutlich. Angst vor dem "verskillen" muss man nicht haben, denn es gibt Schicksalsweber, bei denen man für Gold all seine Punkte neu verteilen darf. Mal wieder sehr komfortabel.
anderes Gameplay etc.
========================
Die Welt ist frei begehbar, ich liebe es. Man hat versucht, den ganzen Bereich zu strukturieren und dadurch entstehen viele kleinere Bereiche, die zusammenhängen.
Lesen Sie weiter... ›