Da ich das EA Sports Season Ticket besitze, habe ich nun seit 3 Tagen jeden Abend ca. 6 Stunden Spielzeit in die Early Release (=Vollversion) von FIFA Street investiert und möchte meine Eindrücke schildern:
Zunächst zu meinem Spielverhalten:
-Ich spiele oft zu Hause im Singleplayer, aber eig. nur offline gegen den PC, da mir das Online-Spiel einfach allgemein nicht gefällt
-Dafür spiele ich umso öfter mit meinen Freunden gemeinsam Spiele an einer Konsole, weil das für mich einfach der Sinn des Multiplayer ist, dass man gemeinsam auf der Couch sitzt und gegeneinander zockt.
Daher kann ich die Online-Features von FIFA Street nicht beurteilen, wen das interessiert sollte andere Rezensionen lesen.
So, nun zum Spiel:
Es gibt 4 Spielmodi:
-5 gegen 5: Hier wird mit je 4 Feldspielern plus Torwart in einem Spielfeld mit Bande/Wand gespielt, es gibt kein Seiten- oder Toraus.
-Futsal: Hier wird auf einem Futsal-Feld gespielt, das heißt auch 5 gegen 5 aber das Spielfeld hat keine Banden, es gibt also Eckbälle und Seitenaus. Die Tore sind außerdem etwas kleiner.
-Panna: Bei Panna geht es nicht wirklich ums Tore schießen, sondern darum, Gegenspieler mit Tricks auszuschwanzen und so Punkte zu sammeln, z.B. ein Leo durch die Beine bringt 3 Punkte in die Bank. Um dann die Punkte aus seiner Bank zu sichern muss man ein Tor schießen. Schießt zuvor der Gegner ein Tor, verfallen alle bis dahin gesammelten Punkte in der Bank. Es gibt keinen Torwart, gespielt wird 2 gegen 2 auf kleine Mini-Tore.
-Last Man Standing: Hier wird standardmäßig 4 gegen 4 gespielt, auch ohne Torwart auf Mini-Tore. Jedes Mal, wenn eine Mannschaft ein Tor erzielt, geht der Torschütze dieser Mannschaft vom Feld und die Mannschaft spielt mit einem Spieler weniger weiter. Gewonnen hat, wer zuerst keine Spieler mehr auf dem Feld hat.
-Außerdem kann man noch "Custom Games" erstellen, aber im Endeffekt kann man da nur die bereits vorhandenen Spielmodi leicht verändern, ist aber nicht wirklich der Rede wert.
Pro Spielmodi gibt es verschiedene Stadien/Spielorte, die sich in Größe und Spieloberfläche zum Teil deutlich unterscheiden. Allerdings sind am Anfang nur immer jeweils 2 oder 3 davon freigeschalten, den Rest muss man in der sogenannten "World Tour" freispielen. Dazu später mehr.
Folgende lizensierte Ligen/Mannschften sind enthalten:
-Die 1.Bundesliga
-Die englische Premier League
-Die italienische Serie A
-Die Spanische Primera Division
-Die amerikanische Major League Soccer
-die französische Ligue 1
-20 Nationalmannscahften, die "großen" (Deutschland, Spanien, Italien, Brasilien etc.) sind alle dabei. Aber es sind glaube im Vergleich zu FIFA 12 nicht alle enthalten.
-div. Street Teams, die aus echten Straßen-Fußballern bestehen. Müssen aber alle erst freigeschalten werden, sind also nicht von Anfang an spielbar.
Kommen wir nun zu meiner Meinung zum Spiel:
PRO:
+ Spielmodi:
Obwohl der Spielumfang auf den ersten Blick etwas klein scheinen mag, kann man besonders im Multiplayer sehr viel raus holen. Die Spielmodi sind abwechslungsreich und es machen eigentlich alle gleich viel Spaß. Das Spielgefühl allgemein ist deutlich realistischer gehalten als bei den bisherigen FIFA Street Titeln. Es geht überhaupt nicht mehr so krass um "Mach den Monsterübermegasuperextrem-Trick und bekomm 500000 Punkte für den Super-Schuss", sondern man kann auch viel über das reine Passspiel erreichen, insbesondere bei den Modi Futsal oder 5 gegen 5 mit Bande, weil die Spielfelder deutlich größer sind und man nicht ständig gezwungen ist, die ganze Zeit nur Tricks zu machen. Es ist schon nochmal deutlich anders als das Spielgefühl bei FIFA 12, aber es fühlt sich "echt" an und wirkt nicht so übertrieben arcade-lastig wie die bisherigen Titel.
+ Steuerungs- /Spielkonzept:
Das Prinzip, dass man mit dem linken Trigger auf den Ball steigt und man dann mit dem linken Stick nicht mehr dribbelt sondern nur noch im Stand den Fuß bewegt hat mich auch sehr überzeugt, man hat wirklich viele Möglichkeiten den Gegner zu locken oder den Ball an ihm vorbeizulegen. Vor allem muss man auch selber sehr gut aufpassen in der Defensive, damit der Gegner nicht einfach durchrennt. Denn Grätschen gibt es bei FIFA Street nicht! Es gibt nur diesen Ausfallschritt, den man viell. aus FIFA 12 kennt und den muss man in der Regel sehr gut timen wenn man im Zweikampf erfolgreich den Ball erobern will. Aber nach kurzer Eingewöhnungszeit hat mich die Spielmechanik sehr überzeugt und ich hatte schon viel Spaß mit meinen Kumpels im Multiplayer, auch ohne alle Tricks auswendig gelernt zu haben.
+ Balancing der Teams:
Was ich außerdem sehr gelungen finde ist, dass die verschiedenen Mannschaften von der Spielstärker her nicht allzukrass abweichen. Im Endeffekt ist es egal, ob man eine Französische Mannschaft oder Real Madrid nimmt, auf den dann doch kleinen Feldern und aufgrund der Spielmechanik fallen die Unterschiede wie Sprintschnelligkeit o.ä. nicht allzu sehr ins Gewicht, der Erfolg bei FIFA Street hängt meiner Meinung nach viel viel mehr davon ab, was man mit dem Ball kann und wie geschickt man den Gegner austanzt. Natürlich ist auch bei FIFA Street ein Cristiano Ronaldo sehr schnell wenn er losrennt, aber dadurch dass das Spiel sehr stark auf diese kleinen 1 gegen 1 Zweikämpfe ausgelegt ist fällt das wie gesagt nicht allzu sehr ins Gewicht.
+ Karrieremodus/World Tour:
Was mir an sich sehr gut gefällt ist die World Tour, eine Art Karrieremodus. Man erstellt ein eigenes Straßenteam inklusive Teamnamen und Teamwappen und muss sich dann durch Wettkämpfe von der Regionalen Ebene über die nationale und kontinentale bis zur internationalen Ebene hochspielen. Es gibt hier auf jeder Ebene Turniere und Events aus allen verschiedenen Spielmodi, oft auch kleine Varianten wie z.B. 6 gegen 6 statt 5 gegen 5 oder ein Spiel nicht auf Zeit, sondern wer zuerst 5 Tore erzielt hat etc.
+ Individualisierung
Das eigene Team kann man dann entweder wirklich selber zusammenstellen und jeden Spieler einzeln erstellen von Name, Größe, Gewicht bis hin zu Aussehen, Frisur, Nationalität, Geburtsdatum etc, hier sind der Fantasie eigentlich kaum Grenzen gesetzt. Auch die Kleidung kann individualisiert werden. Wer das nicht möchte kann aber auch vorgefertigte Spieler in sein Team aufnehmen, wenn man Gegnerische Teams schlägt bekommt man außerdem auch hin und wieder die Option, einen deren Spieler in sein eigenes Team aufzunehmen.
+ Freischalten von Objekten/Langzeitmotivation
Die World Tour finde ich sehr abwechslungsreich, mit jedem erfolgreich absolvierten Event erhält man neue Kleidung, neue Schuhe oder auch neue Trikots die man seinen Spielern dann verpassen kann um das Aussehen zu individualisieren. Wenn man die World Tour offline gegen den PC spielt, dann hängen die Items die man freischaltet vom gewählten Schwierigkeitsgrad ab. Es gibt leicht, mittel und schwer, für jeden Schwierigkeitsgrad gibt es ein anderes Item oder einen neuen Satz Kleidung, z.B. von Puma, Nike oder Adidas. Wenn man die Events online spielt zählt das für das freischalten auch so als hätte man sie auf "schwer" gespielt.
Auch dieses Konzept gefällt mir an sich sehr gut, man bekommt für jedes erfolgreiche Event etwas freigeschalten, so bleibt die Motivation oben und man hat Lust weiter zu spielen. Auch leveln die Spieler, das bedeutet nach jedem Spiel gibts Erfahrungspunkte und man kann diese in verschiedene Attribute wie z.b. Schießen, Passen, Dribblen investieren oder sich für seinen Spieler neue Tricks freischalten, am Anfang kann jeder Spieler nämlich nur sehr wenige Tricks wie Übersteiger z.B.
Doch die Spieler steigen praktisch nach fast jedem Spiel um ein Level auf und auch das finde ich sehr motivierend, wenn man mit jedem gespielten Match Fortschritte macht anstatt ewig viele Spiele spielen zu müssen um mal ein Level aufzusteigen.
ABER: Wenn man so wie ich die World Tour auf schwer gegen den PC spielt gibt es meiner Meinung nach einen vernichtenden Negativpunkt: die KI. Und dieser Punkt ist eigentlich auch mein einziger Negativpunkt an FIFA Street, aber er ist für mich sehr gravierend.
CONTRA:
- Die KI:
Kollisonen:
Spielt man auf schwer, merkt man relativ schnell, dass die KI oft sehr unausgereift und ziemlich schnell überfordert ist wenn das Spiel schnell geht oder wenn Bälle unkontrolliert abprallen. Oft kommt man auch an Gegenspielern nicht vorbei und bleibt wie an einer unsichtbaren Wand hängen und wird so blockiert. Das ist bei Kontern des Gegners sehr ärgerlich, weil man dann schnell mit zwei mann Unterzahl im eigenen Strafraum ist wenn vorne einer hängen bleibt. Aber das allein wäre noch zu verkraften, wäre da nicht noch der Torwart.
Der Torwart:
Ich gebe zu, dass ich jetzt nicht der Top-Profi in FIFA Street bin und ich tu mir manchmal schon schwer, gegen den PC auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad zu gewinnen. Aber es sind meist sehr knappe Spiele, viele gehen durch Unentschieden in die Verlängerung mit Golden Goal. Und ich habe auch kein Problem damit, wenn der PC meine Fehler ausnutzt und Tore macht.
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