Ich habe lange hin und her überlegt, ob ich einem portablen FIFA jemals wieder eine Chance geben sollte. Da mein 3DS aber bislang eher ein Schattendarsein fristet und PES 2011 3D auch nicht vollends überzeugen konnte, dachte ich mir, diesem Spiel mal wieder eine Chance zu geben. Viel - außer wenige Bilder und Phrasen der Entwickler "Das beste Fußballspiel auf einem Handheld, welches EA jemals gemacht wurde oder je entwickelt wurde" gab es ja auch nicht.
Nun, pünktlich zum Release geliefert, sollte der Anstoss nicht lange auf sich warten lassen. Es fällt bereits in den Menüs auf, dass EA sich sehr intensiv mit dem 3D-Effekt auseinandergesetzt hat. Animierte Spieler, dreidimensionale Effekte und Logos ziehen sich durch das Menüdesign - dazu macht alles einen sehr aufgeräumten sauberen Eindruck und wirkt nicht so gequetscht, wei beim Konami-Kicker.
Umfang und Lizenzen: (5/5)
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FIFA 12 bietet alles, was zu erwarten ist. Von der Bundesliga über die Serie A bis hin zur dänischen Liga ist fast alles dabei, was Rang und Namen hat - aber auch unterklassige Teams sind natürlich mit von der Partie. Neben Turnieren und Ligen gibt es auch Freundschaftspiele zu absolvieren oder eben auf dem Trainingsplatz entsprechende Übungseinheiten abzulegen. Hervorzuheben sind dabei aber vor allem der Be-a-Pro-Modus sowie der Karrieremodus.
--> Be-a-Pro-Modus: Ihr erstellt euren eigenen Profi (die Option für reele Stars muss freigeschaltet werden) und versucht diesen möglichst erfolgreich in einer Vereins- oder Nationalmannschaft zu etablieren. Dabei habt ihr lediglich die Kontrolle über den einzelnen Profi. Das dürfte soweit bekannt sein. Neu ist allerdings, dass ihr auf der Straße anfängt. Ähnlich wie auf der Wii, könnt ihr hier in 1vs1 bis 5vs5-Partien euer Können in einer Art "Hallenmodus" zeigen. [Wahrscheinlich eines der wenigen FIFA-Teile der Serie, die überhaupt Turniere in der Halle anbieten]. Als Straßenprofi kann die steile Karriere dann jedenfalls langsam auch in die Bundesliga oder weniger lukrative Liga führen. Statistiken und Grafiken zeigen dabei eure Entwicklung an. Ein insgesamt sehr motivierender Modus, bei dem allerdings mehr Spieler-Feedback wünschenswert wäre.
--> Karrieremodus: Das Prunktstück ist wie immer der Karrieremodus, der sich in anderen Teilen auch Managermodus schimpft. Ihr habt die volle Kontrolle über den Verein, tätigt Transfers in den Transferperioden, achtet auf die Entwicklung eurer Spieler und versucht über den Erfolg in der Liga einen Platz in den europäischen Wettbewerben zu erreichen. Da Konami bekanntlich die Lizenzen der UEFA exklusiv nutzt, besitzen die Turniere äußerst kreative/ fiktive Namen (Euro Liga / Champions Cup) und kommen ohne die schicke Aufmachung daher. Aber technisch gesehen, ändert sich dadurch nichts. Hier gibt es das ganze Spektrum an Menüs und Statistiken, was man als Analyst oder Datenfetischist benötigt. Einziger Wermutstropfen, dass Ergebnisse anderer Ligen und Turniergruppen nicht einsehbar sind. Im Gegensatz zur Konsole ist es in dieser Version möglich, seine Finanzen auch für Trainingsutensilien, Stadionerweiterungen usw. zu investieren. Dadurch ist es möglich, den Verein langfristig aufzubauen. Ja, und wenn das Interesse an diesem verloren ist oder die Bedingungen der Vereinsetage nicht erfüllt wurden, dann wird eben gewechselt. Auch das ist möglich.
Über die StreetPass-Funktion kann auch drahltlos gespielt werden. Aber mal ehrlich - ich kenne niemanden, der ansonsten einen 3DS hat, der eventuell noch FIFA 12 spielen würde oder habe auch niemals jemanden zufällig getroffen. Also zu vernachlässigen! Für Online-Duelle scheint wohl die Hardware nicht ausreichend zu sein, zumindest kommt es mir so vor.
Ein kurzes Wort zu den Lizenzen. Käufer, die nicht direkt zu Spielbeginn WLAN aktivieren, werden schockiert sein. Denn die meisten Vereine tauchen mit blanken, einfarbigen Trikots auf. Es gibt jedoch bereits ein Update, welches die ganzen Trikots auf eure kleine Speicherkarte downloaded. Ja, und viola - alle Trikots entsprechen dem Originalzustand, wie man es auch von den großen Konsolenbrüdern gewohnt ist.
Außerdem gibt es eine Vielzahl an Stadien, welche sich in der Auswahl von den Konsolenfassungen unterscheiden. Es gibt weniger generische Stadien, auch weniger europäische Arenen. Aber es gibt dennoch eine ausreichend große Auswahl Stadien (und natürlich Hallen und Streetplätze), worunter sich vor allem sehr viele deutsche Stadien befinden (Signal-Iduna-Park, Imtech-Arena, Mercedes-Benz-Arena usw.).
Grafik/ Animationen etc.: (3/5)
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Im Spiel macht FIFA 12 keinen besonders guten Eindruck. Klar, es verwendet den 3D-Effekt sehr vorzüglich, die räumliche Tiefe wird in jeder Kamera-Perspektive gut ausgenutzt und ist deutlich besser zu gebrauchen, als bei PES 2011 3D. Aber optisch habe ich deutlich mehr erwartet für das "beste portable FIFA aller Zeiten". Die Stadien sind sehr starr, das Feld sieht etwas weichgespühlt aus, die Spieler sind vor allem aus der Ferne reichlich pixelig aus. Also aus der typischen Weitsicht oder Teleperspektive kommt es an die PSP-Version meiner Ansicht nach nicht heran. Auch könnten die Farben deutlich satter sein. Umso mehr ich vom Spielfeld sehe, desto einsamer fühle ich mich. Bei den vielen Dynamik- oder Be-a-Pro-Ansicht sieht das Spiel schon besser aus, da die Spielermodelle hier überzeugen könnten und deutlich schärfer wirken. Hier lohnt sich dann natürlich auch der 3D-Effekt, welcher das Spiel auch grafisch aufwertet und schärfer erscheinen lässt. Dass macht sich natürlich im Street-Modus besonders bemerkbar, welcher nur aus den Nahansichten verfügbar ist.
Die Animationen ähneln denen, die wir aus der PlayStation2-Schiene oder den alten PC-Teilen kennen. Diese sind für sich gesehen sogar gut anzuschauen und wirken weniger steif, als es bei PES 2011 3D der Fall ist.
Insgesamt weiß ich nicht, ob es an der Hardware oder an dem Spiel selber liegt. Wer das Spiel auf der PSP oder vielleicht sogar "nur" dem iPhone kennt, der ist ein deutlich hübscheres Spiel gewohnt, welches auch deutlich flüssiger läuft. Dass die Gesichter nur teilweise wiederzuerkennen sind, Trikots ein wenig verschwommen wirken und alles etwas bleich wirkt, ist dabei nicht das Schlimmste.
Sound: (3/5)
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Ich weiß nicht, wieviel Platz dieses Spiel benötigt, wieviel Platz diese Cardridge hat. Aber Handheld-typisch ist der Soundtrack von FIFA stark beschnitten. Während auf den großen Konsolen immer 20-30 Tracks auf die DVD/ BluRay gepresst werden, finden sich auf dem 3DS lediglich 3-4 Tracks. Diese sind allerdings gut ausgewählt. Eigene Songs können leider nicht gewählt werden. Etwas ärgerlicher ist jedoch die Stadionatmosphäre. Teilweise, gerade bei Torraumszenen spürt man eine enorme Präzenz und kurz darauf fühlt man sich in ein Geisterspiel zurückversetzt und hört die Fans enorm leise im Hintergrund. Da hilft es auch wenig, irgendwelche Regler zu verschieben - da müsste schon ein Update her. Diese Geisterspiele werden aber in gewohnter FIFA-Qualität kommentiert, wenn auch vom alten FIFA-Duo. Das ist für 3DS-Verhältnisse aber absolut ausreichend. Positiv fallen die Soundeffekte und Spielerrufe in den jeweiligen Landessprachen auf. Davon ist vor allem im Street-Modus einiges zu hören, wenn der deutsche Spieler seinem Torwart zuruft "Wie eine deutsche Eiche". Was fehlt, um mich zufrieden zu stellen, wären 2-3 Tracks mehr oder die Auswahl eigener Songs sowie ein Anpassung der Fangeräusche, also permanente Erhöhung der Lautstärke (dass wirkliche Fangesänge nicht auf die kleine Karte passen, ist mir ja noch bewussst).
Spielbarkeit: (3/5)
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Spielerisch ist FIFA 12 auf dem 3DS leider eine sehr gewöhnungsbedürftige Angelegenheit. Aus dem ehemals arcadelastigen Gameplay wurde eine Simulation gestrickt. Die Spieler wirken sehr klein auf dem Platz - wahrscheinlich, damit man in der Nah-Perspektive viel Platz zum Walten und Schalten hat. Aus der Weitsicht wirkt das Spiel aber extrem langsam und zäh. Die Sprint-Option ist kaum spürbar und atmet oft in ungewollte Vorstöße aus, für viele kurze Pässe ist die Steuerung nicht präzise genug und für einen ordentlichen Spielablauf sind die Wege zu lang. Konfort-Funktionen, wie die automatische Hilfe von einem zweiten Verteidiger funktioniert nicht immer, da die Spieler viel zu weit entfernt sind. Das neue Schusssystem ist eine dieser Spielereien, welche EA zu PS2-Zeiten oft genug ausprobiert hat. Eine nette Idee, aber wenig intuitiv, vor dem engen Strafraum den Blick für den unteren Touchscreen zu wahren. Zum Glück gehts auch normal weiter.
Ansonsten wurde an das meiste gedacht. Wiederholungen, körperbetonte Zweikämpfe und entsprechende Fouls inklusive herumfliegender Spieler, Vorteilsregel usw. Es ist also in dieser Hinsicht nicht mit FIFA 11 DS zu vergleichen, sondern lehnt sich an ein anspruchsvolles Spiel an.
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