Ich schreibe nicht oft eine Rezension, aber wenn, dann habe ich etwas wichtiges zum Objekt zu sagen.
Und dieses Spiel verdient die Mühe, eine Rezension zu schreiben.
Kurz dazu, was Dragon Age Origins ist.
Es handelt sich um ein PC-Rollenspiel (RPG), indem man die Rolle eines Kriegers, Magiers oder Schurken/Barden übernimmt und mittels drei weiterer Gehilfen (die man allesamt selbst steuern kann) eine wirklich spannende und fesselnde Geschichte erlebt. Es ist keine freie große Welt, sondern vergleichbar mit vielen kleinen Instanzen(aus WoW), Gebieten. Es ist ein absolut, reines Singleplayerspiel und kann Offline alleine durchgespielt werden. Insgesamt ist es von der Spielart vergleichbar mit World of Warcraft, Baldurs Gate oder auch Neverwinter Nights.
Nun zum Wichtigen
Systemvorraussetzungen
Trotz offizieller Aussagen! Das spielt läuft auf einem XP Prof SP3, 2 GB RAM 800 MHz, Athlon 64-bit 2,6 GHz und Asus GeForce 7900GTX auf zweithöchster Detailstufe mit 4fach AnisotroperFilterung und 2fach AntiAlising sehr flüssig und sieht sehr, von anderen Games gewohnt, schön aus. Bei mir nicht überragend, aber gut.
Kritikpunkt: Ich muss schon ca. 10-15 Sekunden beim toten Gegner stehen bleiben, bis es "glitzert", heißt, bis ich die Beute aufnehmen kann.
(Das geht bei meinem Kumpel mit besserem PC sofort)
Was gibt es wichtiges über das Spiel zu erzählen?
1. Eine gute, fesselnde und spannende Story, die man durch Dialoge beeinflussen kann. Dein Charakter kann freundlich oder böse sein und auch so antworten. Manchmal verbaut es Dir Türen, manchmal öffnet es welche. Dieses Feature geht soweit, dass ich regelmäßig vor meinem (nicht abbrechbaren) Dialog sitze und mir überlege: "Ja, wie antworte ich jetzt? Wie entscheide ich? Mach ich ihn tot und sicher mir das Wohlwollen von König X, der mir wiederrum bei meinem Hauptanliegen hilft, oder lass ich ihn am Leben und bekomme unerwartete Hilfe in Form von XYZ oder eine wertvolle Rüstung. Kann ich König X vielleicht noch anders überreden?"
Weiterhin haben Deine Entscheidungen Auswirkungen auf die Loyalität Deiner Gruppenmitglieder. Entscheidest Du immer unmenschlich, grausam oder böse, verlassen Dich wohlmöglich Gruppenmitglieder, die durch und durch gut gesinnt sind.
Dieser Gedankengang verdeutlicht die Tiefe des Features, dass man Entscheidungen fällen muss. Es gibt auch Fähigkeiten in dieser Richtung, die der Charakter erlernen kann. So kann man "Einschüchtern" bzw. "Überreden" erlernen, für welches die Charaktereigenschaften "Stärke" und "Klugheit" wichtig sind. Dann hast Du in Dialogen mehr Möglichkeiten zu antworten und kanst versuchen einen Story-Charakter von etwas zu überzeugen oder ihn zu etwas zwingen.
Die Qualität der Geschichte, liegt in etwas auf dem Niveau von Baldurs Gate oder Neverwinter Nights. (Jeder hat ja eh seine Vorlieben und würde jetzt widersprechen oder zustimmen. Ich sage ja nur, dass es keine 0815-Geschichte ist.)
Das Spiel ist insgesamt sehr Dialoglastig. Es gibt Phasen reiner Erkundung und Kampfes und es gibt Phasen in denen man viel Kommunizieren muss und Entscheidungen fällen muss. Es wechselt sich sehr angenehm ab. Insgesamt würde ich es aber zu 60% dem Dialog-Bereich zuordnen. Diese Dialoge sind aber wie gesagt abwechslungsreich, und fordern eine Entscheidung und ein Verhalten, weshalb es kein "Durchklicken" ist. Viel zu lesen hat man meist auch nicht. Alle Dialoge sind vertont und lassen sich mit Maus und Tastatur bedienen.
2. Dein Charakter hat Eigenschaten, Talente, Zauber und kann durch das Sammeln von Erfahrung aufsteigen. So ähnlich wie beim Spiel World of Warcraft.
Das erledigen von Aufgaben für verschiedenste Gruppierungen und das töten von Monstern bringt Dir Erfahrungspunkte. Hast Du genug für ein Level zusammen, steigts Du auf und kann jeweils 3 Eigenschaftspunkte wie Stärke, Konstitution oder Geschicklichkeit usw. vergeben, als auch die nächste Stufe eines Zaubers erlernen, sowie manchmal ein Talent, wie "Kampfausbildung", "Kräuterkunde" oder "Giftherstellung" steigern.
Die Eigenschaftspunkte wirken sich direkt auf Deinen nächsten Kampf aus, so bringen Dir 3 Konstitutionspunkte genau 15 Lebenspunkte. Das Prinzip ist bekannt.
Bei den Zaubern ist es anders als bei WoW. Jeder neue "Zauberpunkt" bringt Dir auch fast immer wirklich einen neuen Zauber oder eine neue Nahkampffähigkeit. Manchmal sind die nicht so hilfreich, aber die Fähigkeit, die durch diese Fähigkeit in der Auswahlliste freigeschaltet wird, ist dann oft sehr gut. Es bestehen also Abhängigkeiten zwischen den Fähigkeiten. Insgesamt kann man aus einer Fülle von Fähigkeiten wählen, so dass man sich schon am Anfang gut überlegen muss, wofür man seine Punkte ausgibt. Alles wird nicht klappen. Als Beispiel gibt es Schildschläge mit Schaden und Betäubungseffekt, Eis-Orkane, Feuerbälle oder Blitze. Man kann Einschläfern, Desorientieren, jemanden verstärken oder auch verfluchen oder sich verwandeln oder etwas beschwören und noch vieles mehr...
Die Talente sind sehr nützlich, deshalb kann man die nicht mit jedem Level-Up steigern. In den Talente sind auch die Berufe versteckt. Spielt man bis zum Schluss, bekommt man zwei Talente bis auf die Maximalstufe vier und hat dann noch ein paar Punkte über. Es empfielt sich, bei jedem Gruppenmitglied andere Talente zu steigern, damit man nicht überall dasselbe hat.
Ja, richtig. Man steigert auch seine Gruppenmitglieder. Jedes hat einen eigenen Erfahrungsbalken, eine Talente, zauber und so weiter.
3. Gruppeninventar. Du hast am Anfang 60 oder 70 Taschenplätze. Jeder in Deiner Gruppe kann darauf zugreifen. Wundumschläge (Verbände) zum Beispiel hast Du einmal im Inventar, musst sie aber jedem Gruppenmitglied einzeln auf seine Aktionsleiste legen. Gegenstände können gleichzeitig von allen Gruppenmitglieder benutzt werden. Die Taschenplätze kannst Du erweitern in dem Du bei manchen Händlern neune Rucksäcke kaufst. Da bekommst dann immer zehn Plätze hinzu, kostet aber Souvereigns(Gold). Und Gold ist nicht soo reich gesähnt. Du musst viel viel sammeln, jede Kiste aufmachen und alles verkaufen, um an Geld zu kommen. Die Quests natürlich nicht zu vergessen.
Du musst auch alle Deine Gruppenmitglieder selbst ausrüsten. Wenn Du ein neues Gruppenmitglied bekommst, dass geschieht durch spontane Aktionen, durch Quests und durch die Storyvorgaben, dann hat dieses neue Mitglied schon eine relativ gute Rüstung. Du kannst ihm aber gefundene oder gekaufte Rüstung und Waffen aus dem Gruppeninventar anlegen. Du tust gut daran, allen eine gute Rüstung zu verpassen, denn Du steuerst ja alle und alle kämpfen mit Dir/für Dich.
4. Du findest immer Deinen Questort. Dragon Age Origins hat keine freie große Welt. Wenn Du eine Aufgabe übernimmst und das nächste Mal an einem vorgegeben Ort einen Ort/ein Gebiet verlässt, erhälst Du eine Karte auf der Einträge sind. Je nach angenommenen Quests hast Du bestimmte Einträge freigeschaltet, wo Du hinreisen kannst(Klick drauf, Ladezeit). Manche Orte sind von der Story vorgegeben, manche erscheinen nur, wenn Du die Quest hast.
Das bedeutet, dass man oft Laden muss, die Gebiete danach aber nicht klein sein müssen, aber auch nicht so groß wie in WoW. Bei meiner PC-Konfiguration(siehe oben), dauert das Laden schon so seine 20-30 Sekunden. Manchmal nervig, aber die Sucht nach dem Spiel macht es erträglich. Dafür das man keine freie Welt hat, kann ich es halt auch noch auf gehobenen Details spielen.
5. Deine einzelnen Gruppenmitglieder, egal ob gerade in Deiner aktiven Gruppe von vier Personen oder im Lager lagernd, haben Dir gegenüber eine gewisse Loyalität. Gespräche und die "richtigen" Antworten steigern diese Loyalität. "Falsche" Antworten oder Fragen können diese aber auch senken. Gibt man sich Mühe, steigt die "Gruppenmoral" und einzelne Mitglieder bekommen dauerhafte Boni. Durch Geschenke aus dem Inventar, kann man Mitgliedern eine Freude bereiten und die Loyalität steigt ebenfalls. Mag Dich ein Gruppenmitglied, kannst Du mit ihm auch andere Gespräche führen, als sie vorher möglich waren, so erfährst Du Stück für Stück mehr von Deinen Gefährten.
6. Charaktertiefe
Deine Begleiter haben allesamt eine eigene Story und Motivation. Jeder ist aus einem anderen Grund in Deiner Nähe. Mal weil sie mit Dir die Welt retten wollen, mal weil Du sie im Kampf bezwungen hast oder aus einem Gefängnis befreit hast. Läufst Du durch die Welt, unterhalten sich auch Deine Gruppenmitglieder untereinander. Sehr witzige Dialoge kommen da zustande und Du fühlst Dich, als sei diese Gruppe echt, diese Leute echt. Bioware hat sich viel einfallen lassen, um wirklich interessante und lustige Gefährten zu kreiren. Regelmäßig muss ich herzhaft lachen, weil der Humor der verwendet wird, wirklich tiefründig ist und es sehr schwer ist, solchen Humor zu erzeugen. Bioware hat das sehr gut drauf und ich kann nur meine unverhohlene Begeisterung äußern, wass die Ideen und die Umsetzung einer tollen Gefährtengruppe betrifft. Dieses Feature ist für mich das herausstechenste an diesem Spiel. Wunder Dich also nicht, wenn Du plötzlich von einem männlichen Gefährten umworben wirst und entscheiden musst, wie Du Dich ihm gegenüber verhälst.
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