40 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Zur Klärung von Missverständnissen, 22. Januar 2009
= Spaßfaktor:3.0 von 5 Sternen
Rezension bezieht sich auf: Dead Space (Computerspiel)
Diese Rezension ist rasch geschrieben, lässt sich das Spiel doch idiotensicher in eine Schublade stopfen, in die sowieso nur die schauen sollten, die keine Angst im Dunkeln haben.
1. Was Dead Space nicht kann ...
Dead Space ist ein geradliniger Third Person-Survival-Shooter, der eine sehr intensive, aber nicht beeinflussbare Geschichte erzählt. Abwechslung bietet das Spiel lediglich bei der Wahl der Waffe. Liebhaber von Rollenspielen und Stealth-Shootern (wie Splinter Cell, Thief oder Hitman), in denen die eigene Kreativität darüber hinaus einen wesentlichen Teil des Spielspaßes ausmacht, könnten die hier und da vorhersagbaren Trigger und das immergleiche Säubern der Räume irgendwann als eintönig empfinden.
2. Was Dead Space kann ...
In seiner "Gewichtsklasse" dürfte Dead Space ohne Frage eines der besten Spiele der letzten Jahre sein. Nicht umsonst gab sich die Fachpresse die Klinke in die Hand und überschlug sich mit Wertungen jenseits der 90 Prozent. Survival Horror (wenig Munition, viele Gegner) packender und glaubwürdiger zu inszenieren, sollte nur schwerlich machbar sein. Deshalb gilt die Kaufempfehlung für Fans der Spielthematik uneingeschränkt.
Dabei wirkt der perfekte Einklang von Musik, Bildern und Tatsachen fast schon hollywood-reif dargeboten. Die Entwicklerschaft greift schamlos auf sämtliche Tricks der Horror-Industrie zurück, ohne abgedroschen oder kitschig zu erscheinen. Geräusche, aber keine Feinde, einem klanglichen Klimax zueilende Hintergrundmusik, doch keine Erlösung in einem finalen Ereignis, Schatten an den Wänden, garstige Schreckeffekte und flüsternde Stimmen im Kopf treiben selbst richtig coole Typen dazu, regelmäßig eine Pause zu machen und ein Glas kalte Milch zu bestellen. Wer sich daran zu gewöhnen und selbst den Schockmomenten Herr zu werden droht, wird durch gescriptete Ereignisse, die psychopathischer nicht sein könnten, jeder Gelassenheit beraubt.
Der Schwierigkeitsgrad ist einstellbar, allerdings schon auf "Mittel" wirklich fordernd. Neueinsteiger könnten sich bald überfordert sehen.
3. Zur Klärung eines Missverständnisses
Die Steuerung von Dead Space ist nicht, wie andernorts erwähnt, lieblos von der Konsole portiert oder schlecht. Hier handelt es sich um die typische Third Person-Steuerung im Survival-Genre, die Resident Evil-Entwickler Capcom vorsätzlich auch im kommenden fünften Teil der Reihe verwendet. Und das nicht, weil man zu faul war, eine anständige Engine zusammenzuschustern. Beklemmende Enge im Sichtfeld, dürftige Bewegungsfreiheit und das Gefühl, niemals den Überblick zu haben, sollen das Panikgefühl steigern und gehören damit wohl oder übel dazu. Das ist bei Dead Space nicht anders.
Fünf Sterne müsste ich vergeben, würde ich es allein als Survival Horror-Spiel bewerten. Einen ziehe ich ab, weil es verglichen mit anderen Titeln doch etwas eintönig ist.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Knallharte Genre-Perle, 2. November 2010
= Spaßfaktor:4.0 von 5 Sternen
Rezension bezieht sich auf: Dead Space (Computerspiel)
Als Dead Space gerade released wurde, habe ich - obwohl absoluter Fan des Suvival-Horror-Genres - bewusst von einem Kauf abgesehen. Ich dachte: Konsolenumsetzung, dann noch von EA... oha. Ein Fehler, denn als ich dem Spiel dann schließlich doch für den reduzierten Preis eine Chance gab, wurde ich mit einem absolut grandiosen Spielerlebnis belohnt. Aber von vorne:
In einer fernen Zukunft wird die Crew der "Kellion" samt Schiffsingenieur Isaac Clarke auf eine scheinbar simple Reperaturmission geschickt: Die "Ishimura", ein gigantisches Abbauschiff der "Planet-Cracker"-Klasse, antwortet nicht auf Kommunikationsversuche, also soll das Team den vermeindlichen Fehler in der Kommunikationsanlage beheben. Trotzdem ist Isaac besorgt, denn seine auf der Ishimura stationierte Ex-Freundin Nicole kontaktierte ihn zuvor mit einer äußerst rätselhaften Videobotschaft. Bei dieser bösen Vorahnung bleibt es nicht: Als die Crew sich dem schlafenden Riesen nähert, beginnt ein Alptraum, aus dem es scheinbar kein Erwachen gibt...
Hier fasse ich nur die ersten Minuten des Spiels zusammen. Weitere Plotdetails zu verraten, wäre ein Frevel, denn es macht einfach einen Riesenspaß, Stück für Stück zu entdecken, was auf der Ishimura geschehen ist. Und da kommen wir auch schon zur absoluten Stärke von Dead Space: Die Entwickler haben hier eine Atmosphäre und ein Spielerlebnis geschaffen, das einen schlicht und ergreifend den Atem raubt.
Wer sich bei der Lektüre der Kurzzusammenfassung irgendwie an "Alien", "Event Horizon" oder "Systemshock" erinnert fühlt, der hat völlig recht: Originell ist die Prämisse sicherlich nicht. Aber das Spiel glänzt nicht durch die Geschichte an sich, sondern durch die Art und Weise wie sie erzählt wird.
Stimmige Lichteffekte, mit viel Liebe zum Detail gestaltete Levels und ein Score, der einen das Fürchten lehrt lassen den Spieler eine Story durchleben, die das Prdikat "Horror" wirklich verdient. Selbst ich als hartgesottener "Genreveteran" musste bei einigen Szenen tief durchatmen, während mir das Adrenalin durch die Adern rauschte.
Dabei muss man klar feststellen: Dead Space ist KEIN Run&Gun spiel. Wer einen Ego-Shooter mit Action im Sekundentakt, Gegnerscharen und Bergen von Munition und Waffen erwartet, ist hier falsch. Es ist müßig sich über die Abwesenheit dieser Elemente zu beschweren, denn Dead Space erhebt diesen Anspruch auch nie. Man bestellt ja im Restaurant auch nicht Fisch und beschwert sich, dass man kein Schnitzel bekommen hat.
Survival-Horror charakterisiert sich durch genau das: Survival. Die Spielfigur ist keine allmächtige Kampfmaschine sondern ein potentielles Opfer. Munition ist knapp, die Gegner zäh. Der Spieler soll gestresst werden, terrorisiert, die Prämisse ist nicht "Wo ist der nächste Gegner, ich will ballern!" sondern "Hoffentlich lassen die mich jetzt mal in Ruhe". Und das schafft Dead Space wirklich vorzüglich. Das Spiel lehrt den Spieler: Es gibt kein Safehouse, keine Momente in denen man sich mal zurücklehnen kann. Ob man Aufzug fährt, oder gerade im Shop Ausrüstung kauft: Man ist nicht sicher. Und genau darum geht es.
So, da wir nun den Hauptaspekt des Spiels ein wenig ergründet haben, wenden wir uns handwerklichen Aspekten zu. Dort gibt es Licht und Schatten:
Positiv: Das Leveldesign ist prima. Die Settings sind abwechslungsreich (Hydroponik, Sportanlagen, Außenlevels...) und obwohl man einige Orte mehrmals besucht, haben die Entwickler sich immer etwas einfallen lassen, demit es nicht langweilig wird. Die Levels sind auch so angelegt, dass es selbst nach Abschluss der Missionen praktisch keine Laufwege gibt. Prima!
Auch wenn Dead Space längst nicht so viele Möglichkeiten zur Weiterentwicklung bietet wie zum Beispiel Systemshock seinerzeit, kann der Spieler seine Ausrüstung nach Wunsch auf der Werkbank upgraden, das schafft eine gewisse persönliche Komponente. Gelungen sind auch die Null-Schwerkraft-Szenarien und die "Luftleeren" Level: Ersteres schafft durch die Perspektivwechsel ein interessantes Gefühl der Orientierungslosigkeit. Das ist frisch, das unterhält. Überhaupt: Egal ob man mit dem Stasemodul Ventilatoren verlangsamt oder mit dem Kinesemodul Tische verrückt: Man interagiert mit seiner Umwelt. Hübsch auch die Idee, Isaac wirklich als Ingenieur in die Schlacht zu schicken. Statt futuristischen Uniformen und mächtigen Knarren gibt es ausgefranste Arbeitsanzüge und Werkzeuge. Isaac schnetzelt nicht mit Raketenwerfer, sondern mit Plasma-Cutter. Survival-Horror eben.
Man kann den Entwicklern beim besten Willen keine Einfallslosigkeit vorwerfen.
Alles richtig gemacht also? Nicht ganz, denn Dead Space hat auch kleine Schwächen.
Man erkennt, dass es sich um eine Konsolenumsetzung handelt: Das HUD wird in den Raum projeziert, was an sich eine nette Idee ist. Die Menuführung ist allerdings auf die Konsole optimiert und für PC-User unnötig umständlich.
Ein weitaus größeres Problem stellt die schlecht konvertierte Steuerung dar. Die Maussteuerung ist träge, abgehackt und verhindert ein unbeeinträchtigtes Spielen ohne Modifikation nahezu vollständig. So muss man die Maus selbst auf höchster Geschwindigkeit mehrere Male hochheben und neu aufsetzen, um sich einmal um 180° zu drehen.
Anders als andere Rezensenten werde ich hier allerdings nicht die gnadenlose 1-Sterne-Bewertung zücken, denn die Probleme sind recht leicht zu beheben: Die ruckelige Maussteuerung ist ein Bug und kann durch Umstellen der "VSync"-Option im Grafikmenu bei den meisten Rechnern behoben werden. Die viel zu langsame Maus wird durch entsprechende Änderungen in der Config behoben. Das kostet einen inklusive Google vielleicht 5 Minuten und rechtfertigt in meinen Augen nicht eine solche krasse Abwertung.
Dennoch bleibt die Steuerung gewöhnungsbedürftig und unterstreicht unfreiwillig den Horror des Spiels: Man kämpft nicht nur mit den Monstern des Schiffes, sondern auch mit der Steuerung. Unschön.
Ein weiterer Minuspunkt ist der doch ziemlich lineare Aufbau des Spiels. Es gibt keine storyrelevanten Entscheidungen, wie an der Schnur wird man durch die Geschichte gezogen. Nicht schlimm, denn die Geschichte ist prima, aber hat man trotzdem schon besser gesehen.
Bevor ich zum Fazit komme, muss ich allerdings noch eine Warnung loswerden, die ich mir bewusst bis zum Schluss aufbewahrt habe. Dead Space ist brutal. Blutig. Schockierend. Dieses Spiel gehört selbst in der geschnittenen Fassung nicht in die Hände von zartbesaiteten Spielern oder gar Kindern. Ich musste schmunzeln, als man mich an der Kasse nach meinem Alter fragte (Tut schon seit fast einem Jahrzehnt niemand mehr), aber respektive verstehe ich das vollkommen. Hektoliterweise Blut, Gliedmaßen abtrennen als Spielkonzept und tote, mutierte Babys: Hier wird ganz starker Tobak serviert.
Wer damit aber klarkommt und es gerne gruselig hat, bekommt hier für wenig Geld eine sorgfältig ausgearbeitete Tour de Force in stattlicher Länge (~20+x Stunden) und mit wenig Schwächen. Wer nur irgendwas mit dem Genre anfangen kann: Kaufempfehlung!
Aber noch mal: Kinder und Spieler mit schwachen Nerven: Hände weg!
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