11 Jahre ist es nun her, dass der erste teil veröffentlicht wurde und fast 11 Jahre lang habe ich auf eine Fortsetzung gehofft.
Nun ist sie endlich da und ich bin absolut glücklich mit dem Endergebnis.
Story:
gefiel mir wirklich viel besser als ich erwartet habe, da sie viel komplexer ist als ich dachte.
Es geht um vieles mehr als nur um ein Verücktes Mädchen, das den Verstand verlor als die Familie bei einem Brand starb.
Gegen ende wird es sogar unerwartet ernst und sozialkritisch.
Ich empfand die story als wirklich sehr spannend, ich freute mich schon immer auf die nächste Ziwschensequenz in der deutlich wird, wie sich Alice' Erinnerungen puzzleartig langsam zu einem Ganzen zusammenfügen. Das Ende ist zwar nicht ganz überraschend, weil das spiel selbst dieses vorweg nimmt, aber das nimmt der story nicht ihre Intensität.
Beleuchtet wird Alice Situation und ihre Vorgeschichte unter anderem auch durch die zahlreich verteilten Erinnerungssplitter innerhalb der Spielwelten, welche ich wirklich ziemlich unterhaltsam und aufschlussreich fand, denn diese zeigen deutlich, dass viele Faktoren dazubeigetragen haben, dass Alice die Person wurde, die sie im Spiel ist.
Jeder Splitter erhält ein zitat, einer person, die in alice leben eine rolle spielt.
Atmosphäre
Während des spielens fühlte ich mich an verschiedenen stellen an mir bekannte spiele erinnert.
Einen hauch von Fable in den szenen, die in London spielen, eine Briese Bioshock, während die Maus in der Domäne des verrückten Hutmachers Parolen über, im gesamten level aufgehängten lausprechern, verlauten lässt,..
Nichtsdesto trotz bietet Alice ein ganz eigenes Spielerlebnis, das nicht wirklich mit einem anderen Spiel vergleichbar ist. Die Atmosphäre ist so dicht, dass man sich wirklich schnell im kaputtgehenden Wunderland verliert und einfach mal so 2-3 stunden vergehen, ohne dass das einem wirklich bewusst ist.
Das spiel steckt so voller liebevoller Details, dass man am liebsten öfter mal stehen bleiben würde, um das alles einfach mal auf sich wirken zu lassen.
Grafik
Aus technischer Sicht gesehn, gibt es vermutlich eine vielzahl spiele, die Alice um längen voraus sind. Die Texturen wirken oft verwaschen, die Farben etwas trist aber um all das geht es bei Alice garnicht. Klar wäre es schön gewesen, das spiel biete eine etwas aktuellere Grafik, aber das alles erscheint einem garnicht als nötig, denn das design des spiels ist so durchdacht und rund, dass es einfach trotzdem extrem schön aussieht.
Wobei man auch sagen muss, dass es von Level zu Level ziemliche unterschiede gibt.
An dieser stelle finde ich macht madness returns fast den selben fehler wie sein vorgänger.
Ab kapitel 2 verliert sich das spiel langsam etwas in seiner Düsterheit... man ist echt froh über jeden Farbklecks. Was madness returns aber eben besser macht als sein vorgänger ist, dass man sich dessen wohl bewusst war und gegen ende von kapitel 3 mit einem level wartet, dass strahlender und heller kaum sein könnte.
Außerdem finde ich sieht Alice einfach nur wunderschön aus und ich liebe ihre verschiedenen kostüme und ihre Animationen.
Gameplay
Die unterschiedlichen Level werden durch Passagen, die in London spielen, getrennt, in denen alice nur laufen kann, bis dann die nächste aktion ausgelöst wird.
Es stimmt, diese passagen tendieren dazu langweilig zu sein, weil man einfach nichts anderes machen kann als laufen, aber ich fand sie extrem entspannend. Mir machte es sogar irgendwie spaß, mit alice mal an einem neutralen ort umherzuwandern und sich die ganzen details anzuschauen.
Eine familie die vor einem sarg steht und trauert, eine Nutte, die grummelig schaut während sie sich die Brüste zurechtrückt. Vorallem gegen ende werden eben diese passagen immer ausgefallener und verrückter.
Das geschehen in den levels hatte für mich etwas von zelda meets Super Mario. (nicht dass jemand meint ich vergleiche diese spiele miteinander, keine angst;))
Einene großteil ist man damit beschäftigt, die richtigen plattformen, die richtigen schalter/ die richtigen ketten, die richtigen windmaschinen zu finden und sich den weg durch die level zu suchen.
Die level sind zwar linear aufgebaut aber lassen dem spieler genug freiraum zum erforschen der level. Und das zu tun ist auch nötig wenn man die ganzen verteilten sammelgegenstände finden möchte. Das vorallem bietet genug Motivation, das spiel noch ein 2. oder 3. mal durchzuspielen, neben den verschiedenen schwierigkeitsgraden nartürlich.
Ich habe das Spiel bisher auf Normal gespielt und empfand den Schwierigkeitsgrad als passend, normal eben.
Ist man nicht am suchen oder hüpfen bekämpft man die zahlreichen Gegner, die alle verschiedene Schwachstellen haben und somit immer eine neue Taktig erfordern. Hierzu stehen dem Spieler verschiedene Waffen zur verfügung wie das Schlachtermesser oder die pfeffermühle, die wie eien art Maschinengewehr funguiert.
In mehreren Spieletesten las ich im voraus, dass die steuerung kritisiert wurde.
Meiner meinung nach ist das aber absoluter Blödsinn. Alice steuert sich absolut geschmeidig und extrem präzise und das zu jeder situation.
Oftmals sind wirklich extrem weite sprünge von nöten, da das ein oder andere mal zu stürzen ist keine schande. Das spiel bleibt aber immer fair. Ich selbst habe kaum frustmomente erlebt und wenn doch dann lag das eher an mir selbst als an der steuerung.
Ich denke, jeder der den ersten teil mochte, kann mit dem Nachfolger absolut keinen Fehler machen, allen anderen würde ich nahelegen, dem spiel eine chance zu geben, selbst wenn dies nur anspielen bedeutet.
Alice bietet klassisches jump and run gameplay mit viel action und einer aufregenden, liebevoll gesaltenen welt. Wer damit etwas anfangen kann, macht sicher keinen Fehler.
Außerdem liegt dem spiel ein downloadcode bei, der es einem erlaubt den ersten teil, welcher perfekt auf die xbox abgestimmt wurde, zu downloaden.
Was, auf grund des kultcharakters des ersten teils, ein weiterer Grund wäre Madness returns eine chance zu geben.