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E-Man: Die neuen virtuellen Herrscher
 
 
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E-Man: Die neuen virtuellen Herrscher [Gebundene Ausgabe]

Gunter Dueck
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (10 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Spektrum der Wissenschaft

Was Gunter Dueck über die Denk-weise in heutigen Großunternehmen erzählt, kann ich mühelos anhand eigener Erfahrung nachvollziehen. Die vielen seltsam anmutenden Beispiele stammen keineswegs nur aus seinem persönlichen Umfeld, sondern lassen sich in allen Firmen wiederfinden, die sich einer modernen Unternehmenskultur verpflichtet haben, also insbesondere in der Welt der so genannten Global Player.

Dem Autor geht es jedoch nicht vorrangig um das Erzählen von Geschichten, sondern darum, die Ursachen dieser teilweise skurrilen Begebenheiten aufzudecken. Dabei greift er weit in die Menschheitsgeschichte zurück: Sein Ausgangspunkt ist der Übergang von einer sporadisch aktiven Jägerkultur zu einer der Effizienz verpflichteten Bauernkultur, oder eben die Ablösung des Intuitiven und Sporadischen durch Logik und Ordnung. Mit diesem Wandel ist eine Änderung der in der Gesellschaft dominanten psychologischen Präferenzen verbunden. Wie schon in dem Vorgängerbuch "Wild Duck" (besprochen in Spektrum der Wissenschaft 11/2000, S. 101) teilt Dueck die Menschen in Typen ein: diesmal in den ordnungswahrenden Citizen, den anpackenden Go West, den dem Tiefgründigen verbundenen Star Trek und den sinnsuchenden Blue Helmet.

Dueck beschreibt, wie das vorherrschende Bauerndenken im Bemühen, die vorhandenen Strukturen immer effizienter zu gestalten, in eine Sackgasse gerät. Vorangetrieben wird diese Entwicklung von den alles durchdenkenden Citizens, die sich als eine Art Superbauern entpuppen. Dieses Denken durchdringt inzwischen alle Bereiche unseres Lebens, von der Schule, wo wir immer ordentlich unsere Hausaufgaben machen sollen, bis ins Berufsleben, in dem die Tugenden der Superbauern als idealer Karriereweg gelten. Abweichungen gelten beinahe schon als krankhaft. Den Nicht-Bauern werden in Randbereichen misstrauisch beäugte Reservate eingeräumt: für Künstler, Lehrer oder Altenpfleger. Sie alle scheinen dem Anspruch der Effizienz nicht zu genügen.

In der heutigen Wirtschaft hat die Bauernkultur ihre eigentliche Heimstatt gefunden, gekrönt von der Idee des Share-holder-Value. Diese verurteilt die Unternehmen geradewegs dazu, immer effizienter zu werden und unaufhörlich positiv in die Zukunft zu blicken. Ein Zurückweichen darf es nicht geben, wir kennen keine Probleme mehr, sondern nur noch Herausforderungen. Es zählt lediglich der messbare Erfolg. Dueck beschreibt, wie dieses Denken zum Verlust all dessen führt, was über das Messen hinausgeht: Zufriedenheit, Innovation, Kreativität. All dies ist in erster Linie nur fühlbar und stört im Zweifelsfall den reibungslosen Ablauf der Maschinerie.

Plötzlich erscheinen aber Akteure, die sich dem Diktat des Messbaren entziehen, aber gerade darum erfolgreich sind. Vorreiter dieser Bewegung ist der "E-Man", der intuitiv, risikobereit und abruptem Wandel aufgeschlossen der Bauernwirtschaft trotzt. Diese antwortet gemäß ihrer bewährten Logik, indem sie versucht, noch effizienter zu arbeiten, nach der Devise "Nun seien Sie doch mal kreativ". In ihrem Hang zum Tugendexzess verliert sie jedoch die Frage nach dem Sinn des Ganzen aus den Augen. Ob die Entstehung der E-Welt einer globalen Kommunikation und Interaktion diese Entwicklung ausgelöst oder nur beschleunigt hat, mag zweitrangig erscheinen.

Dueck sieht, dass der E-Man ein Überdenken der bestehenden Tendenzen nötig macht. Er plädiert für eine Balance der Charaktere, in der sowohl Jäger als auch Bauern ihren Platz finden. Wenn jedoch unser Denken in der Optimierungslogik verhaftet bleibt, wenn wir also das Jägerartige nur akzeptieren, weil es in einem gewissen, nicht messbaren Sinn "optimaler" ist, finden wir uns unversehens auf dem Tugendpfad der Effizienzsteigerung wieder. Wichtig ist es, mit dem Überdenken der Strukturen zu beginnen, auch wenn der Appell zur Umkehr noch keinen Weg aus der Sackgasse weist. Gunter Dueck hat in dieser Hinsicht mit seiner packend geschriebenen Problemanalyse auf jeden Fall einen ermutigenden Schritt in die richtige Richtung getan.

Rezensent: Uwe Riß

Pressestimmen

Rezension v. 15.11.01/Amazon/ Karin Siegloch (siglich§bell-labs.com):Angesichts rasender Technologiezyklen wie jüngst der dotcom-Welle findet man sich als (noch) nicht direkt Beteiligter oder Betroffener am ehesten mit einem Gefühl des flauen Unbehagens wieder. Diese Welten scheinen schwer zu verstehen, aber als Leser haben wir uns die Erwartung abgewöhnt, Insider würden uns verständlich darin einführen. Mitten im Trubel des Neuen gibt es oft nur Binsenweisheiten zu lesen, oder nur technologische Fachbücher. Gunter Dueck steht als Manager und Wissenschaftler mitten im e-Life, wie er selbst wohl sagen würde, und doch hat er die seltene Fähigkeit, einen Schritt zurück aus diesem Treiben zu machen. Er nimmt uns gleichsam an der Hand und erklärt uns diese seltsame Welt aus einiger Entfernung, aber nie distanziert. Das Buch ist mit Herz und Seele und kompromisslos subjektiv geschrieben, und das macht seinen Wert aus. Dueck präsentiert seine eigenen Gedanken, macht sich mit der Neugier des Wissenschaftlers und dem Pragmatismus des Managers seinen eigenen Reim auf das, was er sieht. Seine Ideen fließen reichlich und immer originell. Er hat mir etliche Heureka-Erlebnisse beschert, Momente des Erkennens, in denen scheinbar unverwandte Dinge plötzlich zu einem Ganzen zusammenfließen. E-Man handelt davon, wie sich in schneller werdenden Innovationszyklen das Leben aller Menschen erheblich ändert, und dass diese Umstände einen besonderen Menschenschlag begünstigen, der zwar schon immer existiert hat, aber nicht der tonangebende in der Gesellschaft war. Intuitive Tuftler, Ingenieure und innovative Firmengründer sind diese E-Männer und Frauen. Mit ihrem Aufstieg wird sich das Gesicht der (Arbeits-) Welt ändern, und andere Charaktertypen, die heute erfolgreich sind, werden es in Zukunft schwer haben. Viele von Duecks Thesen können und sollen kontrovers diskutiert werden, viele seiner Voraussagen sind unbequem. Menschen und die Verschiedenheit dessen, was sie antreibt, stehen im Mittelpunkt, und das macht Duecks Argumentation so schlagkräftig und gleichzeitig so kurzweilig zu lesen. Sein Stil ist eigenwillig und brilliant, oft sehr witzig und immer mit ganzem Herzen bei der Sache. Wirklich ein besonderes Buch mit anhaltender Wirkung. Rezension vom 03.03.2003/Industrie Anzeiger/... Das spannende und provokative Buch zwingt dazu, über eine mögliche Neugestaltung unserer Arbeitswelt nachzudenken.  (B. Pannewig/ 19.03.03)  

Kurzbeschreibung

Die Haupteigenschaften des in der Wirtschaft "ausschlaggebenden" Menschen werden sich ändern. Wir verlassen die "Bauerngesellschaft" der ruhigen, pflichttreuen Menschen, die Tradition, Erfahrung und Ordnung herrschenlassen (Old Economy). Die neue Zeit "kämpft" mit neuen Geschäftsmodellen und immer schnelleren Technologiezyklen um die Milliarden, die der Erste im Markt erringen kann. Keine Zeit mehr für Erfahrung & Co.
Wie wird das sein - in E-Man's World? Besser? Mit 40 Millionär oder Burn-out? Wie lange tobt der Umbruch? E-Man muß vor allem kreativ, proaktiv, authentisch, erneuerungs- und risikofähig sein, voller Vertrauen im stärksten Wandel. Ein Bericht aus der Turbulenzzone des Change Managements und des Innermenschlichen. Wie gewohnt spannend, provokativ, streitbar und leidenschaftlich subjektiv vom Autor von "Wild Duck" und "Die Beta-inside Galaxie". -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Der Autor über sein Buch

"Jäger, Bauer, E-Man"
Als ich das Buch schrieb, hatte es lange Zeit den Titel "Jäger, Bauer, E-Man" und ich finde diesen Titel noch immer ganz schön. Er symbolisiert einen Hauptgedankengang des Buches: In jeder Zeit sind gewisse Menschentypen erfolgreicher oder maßgebend oder bestimmend. In einer Jägergesellschaft sollte ein guter Mensch stark sein im Kampf, Körpergefühl haben, gewandt sein, wendig, flexibel und blitzschnell. Da aber bekanntlich viele Jäger an nur einem Hasen verhungern, wandelte sich vor etlichen tausend Jahren eine zahlenmäßig größer gewordene Menschheit in eine Bauerngesellschaft. Aus war's mit den Jagdliedern! Das Leben des Bauern ist Mühe. In der Bauerngesellschaft zählt der geduldige, beharrliche Mensch, einer, der Pflicht, Treue und Moral hochhält. Der Bauer kämpft nicht. Er spart und sorgt. Wenn er überhaupt noch kämpft, schützt er den Acker vor Jägern oder verhindert mit allen Kräften, dass seine eigenen Kinder wie Jäger werden: brav, stetig und gewissenhaft sollen sie doch sein, nicht ungestüm, beutegierig und unstet. Weil wir heute noch in einer Bauerngesellschaft leben und absolut keine Jägermenschen wollen, so kämpfen wir: Bauer gegen Jäger, Über-Ich gegen Es, Mensch gegen das "Tier im Menschen". Durch Versuche mit Laborratten fand die Verhaltenspsychologie der Bauerngesellschaft heraus, wie das Tier im Menschen, also der Jäger, zu zähmen wäre: nämlich durch Arbeitsanreiz- und Bonussysteme (statt Speck und Käse), die die heutige Grundlage aller gängigen Management- oder Abiturnotensysteme bilden. Die heutigen Systeme kontrollieren Gewissenhaftigkeit, Beharrlichkeit, Pflichterfüllung. Das geschieht mehr und mehr durch Computer, die damit die Macht der Manager übernehmen (ein Thema aus meinem ersten Buch "Wild Duck").

Die Hauptthese des vorliegenden Buches ist: Es findet ein Wandel im Bilde des maßgebenden Menschen statt. Jetzt kommt "E-Man"! Das sind Menschen, die etwas über den Computer hinaus können: Künstler, Sportler, Computerfachleute, Programmierer, Medienfachleute, Staranwälte, Investmentbanker, Risikomanager, Wissenschaftler, Entwicklungsingenieure. Pflichttreue, zuverlässige, loyale Menschen, die sich die Personalabteilungen der Unternehmen noch vor Dekaden sehnsüchtig gewünscht haben, werden nun als langweilig-bürokratisch-ängstlich-risikoscheu apostrophiert. Die Stellenanzeigen von heute erwarten "Authentizität, Kreativität, Führungsstärke, Empathie, Emotionale Intelligenz, Autonomie, Risikofreude" und suchen den Proaktiven (und das Wort proaktiv steht erst seit 1994 im Fremdwörterduden!). Psychologisch analysiert suchen die Stellenanzeigen eben "intuitive" Menschen, nicht "Bauern". Es sind also andere Menschen, die das Ruder in die Hand nehmen werden! Da aber die Intuitiven nur auf 25% der Bevölkerung geschätzt werden: müssen wir sie bald mit Green Cards von anderswo herbeilocken? Die neuerdings gesuchten Menschen symbolisieren mit ihren Eigenschaften die "New Economy", die Bauernartigen die "Old Economy".

Der Bauer muss nun wie früher der Jäger in die zweite Reihe zurück, weil der Computer selbst schon praktisch denken kann. Intuitiv noch nicht. Neue Menschen werden maßgebend, die aber nur in einer zahlenmäßigen Minderheit sind! Und sie sind zwar maßgebend, aber sie bringen eben nur ein neues Zeitalter mit neuen Problemen. Der Bauer hatte kein schöneres Leben, er produzierte nur mehr Kilokalorien pro Quadratmeter. E-Man produziert mehr Wohlstand pro Megabyte.

Zu diesem Gedankengang ist mir eine Menge ganz Wichtiges eingefallen. Mein erstes Buch "Wild Duck" war richtig liebevoll und satirisch geschrieben, wie ein bunter Pralinenkasten mit vielen Genüssen, fein vergiftet durch allerlei quere Gedanken. "E-Man" ist ein Brandpfeil in die Bauerngesellschaft. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Buchrückseite

Die Haupteigenschaften des in der Wirtschaft "ausschlaggebenden" Menschen werden sich ändern. Wir verlassen die "Bauerngesellschaft" der ruhigen, pflichttreuen Menschen, die Tradition, Erfahrung und Ordnung herrschen lassen (Old Economy). Die neue Zeit "kämpft" mit neuen Geschäftsmodellen und immer schnelleren Technologiezyklen um die Milliarden, die der Erste im Markt erringen kann. Keine Zeit mehr für Erfahrung & Co. Wie wird das sein - in E-Man's World? Besser? Mit 40 Millionär oder Burn-out? Wie lange tobt der Umbruch? E-Man muß vor allem kreativ, proaktiv, authentisch, erneuerungs- und risikofähig sein, voller Vertrauen im stärksten Wandel. Ein Bericht aus der Turbulenzzone des Change Managements und des Innermenschlichen. Wie gewohnt spannend, provokativ, streitbar und leidenschaftlich subjektiv vom Autor von "Wild Duck" und "Die Beta-inside Galaxie". Die Neuauflage ist um ein Nachwort des Autors ergänzt.

Über den Autor

Gunter Dueck, Jahrgang 1951, lebt mit seiner Frau Monika in Waldhilsbach bei Heidelberg. Er studierte Mathematik und Betriebswirtschaftslehre in Göttingen. Nach der Promotion und Habilitation war er von 1982 bis 1987 Professor für Mathematik an der Universität Bielefeld. Mit seinem akademischen Vater Rudolf Ahlswede gewann er den 1990 IEEE Information Theory Society Prize Paper Award für eine neue Theorie der Nachrichtenidentifikation. 1987 wechselte er zum Wissenschaftszentrum Heidelberg der IBM und gründete eine große Arbeitsgruppe für industrielle Optimierungen. Danach baute er die „Buisness Intelligence Services" der IBM Deutschland auf. 1997 wurde er zum IBM Distinguished Engineer ernannt. Heute ist er Chief Technologist für Innovation und arbeitet an strategischem Neugeschäft der IBM. Gunter Dueck ist IEEE Fellow, korrespondierendes Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen und Mitglied der IBM Academy of Technology.
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