Pressestimmen
In E.M.M.A. (Es Macht Mich An), herausgegeben von Cherie Matrix, geht es um Erfahrungen von Frauen mit Pornographie und Zensur. Beginnt es mit einem wahrlich herrlichen, offenen Brief an Alice Schwarzer - übrigens der einzige Beitrag eines Mannes - kommen danach vielfältigste Erfahrungsberichte von völlig verschiedenen Frauen (Wissenschaftlerinnen, Frauen aus der Porno-Branche, Konsumentinnen mit unterschiedlichstem Background ...) mit Pornographie. Sicherlich ist die Zensur in England wesentlich stärker als bei uns, aber wer denkt, das hätte nichts mit uns zu tun, täuscht sich. 1998 gab es unter enormen Medienecho den Versuch, auch hierzulande u.a. unter Federführung der damaligen Familienministerin Bergmann, die Zensur per Gesetz weiter auszubauen. In Zeiten, in denen der Ruf nach Recht und Ordnung wieder bedrohlich laut durch unser Land schallt, sollte eine Gemeinschaft wie die unsere stets auf der Hut sein. (Schlagzeilen, Nr. 61)
Pornographie - ja oder nein? Diese Frage stellt das Buch E.M.M.A. (Es Macht Mich An) gar nicht erst, denn es spricht sich gegen jede Zensur aus. Das Buch beginnt mit einem offenen Brief an Alice Schwarzer, in dem sehr hart mit der Herausgeberin der Zeitschrift Emma ins Gericht gegangen wird: sie habe keine Ahnung von Sexualität und schon gar keine von Frauen. Sie maße es sich an, als Feministin für alle Frauen zu sprechen. Doch das sei arrogant, spräche sie doch so Frauen eine eigene Meinung ab und bringe sie um ihre Entscheidungsfreiheit. Klar, in diesem Buch geht es um Pornographie, um ihren Wert für Frauen und um die Erfahrung, die Frauen mit Pornographie gemacht haben. Und Alice Schwarzer ist Deutschlands berühmteste Porno-Gegnerin. Während die Erlebnisberichte der Frauen (Schriftstellerinnen, Feministinnen unterschiedlichster Couleur, Dozentinnen oder Herausgeberinnen und Managerinnen in unterschiedlichen Pornobereichen) eine interessante Grundlage zur Diskussion der obigen Fragen darstellen, ist der plumpe Angriff gegen die Pornogegnerin eher bedauerlich. Das Thema hätte auch positiv eingeführt werden können, denn die meisten Menschen haben tatsächlich eine Meinung zur Pornographie, die in gewisser Weise immer für Erregung sorgt. Auch Alice Schwarzer. Und sie öffentlich zu machen, ist durchaus nicht negativ zu bewerten. Eine Diskussion über unseren weiblichen und vielfältigen Umgang mit Sexualität ist genau so wichtig, wie das Einbeziehen der Fantasiewelt von Frauen in diesem Bereich. Welchen Schluss wir daraus für die Vermarktung ziehen, das sei jeder selbst überlassen. (MATHILDE, Nr. 79)
... eine Kriegserklärung an Alice Schwarzer. (Lilo Wanders, 2002 im TV-Magazin "Wa(h)re Liebe")
Kurzbeschreibung
Dass sich nur niemand durch die Abkürzung E.M.M.A. täuschen lässt!Wohl der wildeste Haufen Feministinnen hat hier zusammengefunden, um mit den Märchen der PorNo-Front aufzuräumen. Und viele Frauen werden sich hier wiedererkennen. Ein Märchen, alle Frauen mögen keine Pornos, ein Märchen, die asexuelle Kindheit, ein Märchen, von der Gewalt im SM etc. Von intimsten sexuellen Erfahrungen und körperlichen Empfindungen bis zur akademischen Ebene reicht das Spektrum der Berichte und legt Zeugnis ab, dass Fantasie sich nicht durch staatliche Zensoren zügeln lässt. Die Themen sind so unterschiedlich, dass wir erfahren, was Pornographie für eine Taubblinde bedeutet, was es heißt, ein Sexmagazin herauszugeben oder was es bei einem Kurs für Frauen an der Uni über Pornographie zu lernen gibt. Zusammengestellt wurde die Sammlung von Feminists Against Censorship, einem Frauenbündnis, das Zensur bekämpft und das Ihnen hiermit erotisch wie intellektuell aufregenden Lesestoff bietet. Allerdings, wer beim Thema Sexualität rote Ohren bekommt, sei vor diesem Buch gewarnt.