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Denn Salvatore Licitra kennt sich aus und weiß wie launisch die Gunst des Publikums sein kann. Kaum ein Jahr ist es her, da wurde er auf offener Bühne an der Scala in Mailand noch ausgebuht, weil er in der Stretta "Di quella pira" aus Verdis Il Trovatore keine einzige der berühmten hohen Noten gesungen hat. Der Grund: Sein Dirigent Riccardo Muti hatte darauf bestanden, die Partitur in ihrer Originalgestalt und in den Original-Tempi zu geben, kurzum: Ohne effektheischerische Arrangements wie zusätzliche Spitzentöne und andere Girlanden.
Carlo Rizzi, der hier das London Symphony Orchestra dirigiert, ist nicht ganz so streng und lässt dem Debütanten auf seiner CD mit Arien von Puccini und Verdi alle Freiheiten; echte Belcanto-Fans und auch Stimmfetischisten kommen hier voll auf ihre Kosten, denn Licitra verfügt über eine robuste, durchdringende Stimme, mit Strahlkraft in der Höhe, ausreichendem Schmelz in der mittleren und eine klangvolle tiefe Lage. Doch noch steht Licitra zu sehr unter dem Eindruck seiner gewaltigen Stimme. Noch hapert es mit der musikalischen Beredtheit, noch ist seine Deklamation zu undifferenziert. Aber das kann ihm ein guter Produzent alles noch nahebringen, denn das Material ist da. Und Licitra ist jung. --Teresa Pieschacón Raphael
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