Stephan Magnus gibt in seinem Buch einen Überblick über die aktuellen und v. a. die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des E-Learnings. Leider sind die Beschreibungen dieser Einsatzmöglichkeiten recht oberflächlich geraten: Da werden z. B. die Konzeption einer Online-Universität oder eines Online-Coaching-Systems auf jeweils drei bis vier Seiten beschrieben - entsprechend knapp fallen die Darstellungen aus. Wer sich mit dem Thema E-Learning bereits etwas intensiver auseinandergesetzt hat - sei es als Lernender oder als Produzent - wird schnell feststellen, dass Magnus sämtliche Problemfelder unbehandelt lässt: Wieviel ist der Markt bereit zu zahlen für ein qualitativ hochwertiges E-Learning-Produkt? Wie könnte ein Kompromiss aussehen zwischen Qualität und Preis? Wie sehen die beschriebenen E-Learning-Produkte ganz konkret aus? Wie lassen sich die im Buch umschriebenen Funktionen in einer komplexen Lernumgebung umsetzen?
Sicherlich ist es kennzeichnend für Visionen, dass der Grad an konkreten Informationen vergleichsweise gering ist. Wer also eine Ideensammlung sucht, wird mit dem Buch zufrieden sein. Wer hingegen über die Visionen hinaus detailliertere Informationen erwartet, wird enttäuscht werden. Das ist doppelt schade, da etliche der aufgeführten Ideen auf realen Beispielen beruhen und Herr Magnus somit aus dem Nähkästchen hätte berichten könnte.
Michael Prophet