Ich habe mir das Buch "E-Gitarre für Dummies" gekauft, weil mir der Band "Gitarre für Dummies" gut gefallen hat und ich mir eine ebenso breit gefächerte Weiterführung in das Thema "E-Gitarre" erwartet habe. Inhaltlich ist der Bogen weit gespannt, man erhält nicht nur Informationen über das Instrument selbst, sondern erfährt auch wirklich viel zu den Themen "Verstärker" und "Effektgeräte" (welche verschiedene gibt es, welche Vorteile hat der eine Typ gegenüber dem anderen, was kann man wie einstellen, damit man einen bestimmten Sound erhält usw.). Von daher ein wirklich sehr guter theoretischer Einstieg!
Die Übungsbeispiele (in Summe knapp 200 Seiten) zu den verschiedenen Musikstilen bzw. GitarristInnen sind, wie bereits von Vorrezensenten erwähnt, nichts für völlige EinsteigerInnen, aber wenn man schon mittelprächtig E-Gitarre spielen kann, lassen sie sich mit etwas Übungsaufwand erlernen.
Was mich aber wirklich sehr an dem Buch gestört hat, sind die grausamen Übersetzungsfehler. Besonders in den ersten Kapiteln hat man das Gefühl, der Übersetzer hatte wohl selbst noch nie eine Gitarre in der Hand. So liest man wunderbare Sätze wie:
"Eingangsstecker: Die Steckdose, wo Sie die Schnur von Ihrer elektrischen Gitarre, oder die Schnur von der Ausgabe der letzten Wirkung in Ihrer bemerkenswerten Kette stellen."
Richtig übersetzt müsste der Satz lauten: "Die Buchse, in die Sie das Kabel Ihrer E-Gitarre oder das Kabel des letzten Effekts Ihrer Signalkette stecken."
Ständig ist davon die Rede, dass man einen bestimmten Akkord am soundsovielten "Bündchen" greifen solle und wer schon einmal mit einem Dia (!) Gitarre gespielt hat, der möge bitte hier posten, im Normalfall (bzw. in der dazugehörigen Abbildung) ist nämlich ein Slide, also ein Bottleneck, gemeint!
Alles in allem inhaltlich ein sehr gutes Übersichtsbuch, bei dem mir aber die Lust am Lesen einige Male wegen der inkompetenten Übersetzung vergangen ist.