Ich hab das Buch verschlungen, mich wieder köstlich und bissig amüsiert über Pollmers polemische Art. Wer das nicht mag, fühlt sich vielleicht persönlich angegriffen. Das tut mir leid. Es ist ja aber auch tatsächlich verunsichernd, wenn unumstößliches Allgemeingut plötzlich als falsch begründet wird. Man braucht also ein Mindestmaß an Selbstbewusstsein, das Buch und seine Inhalte anzunehmen, besonders, wenn man Kollegen und Freunden die neuen Einsichten erzählen will. Hilflos bleibt vielleicht auch der "Dicke" zurück, der dünner werden will, um den geradezu rassistischen Hetzkampagnen der letzten Zeit zu entgehen. Das auszuhalten muss gelernt werden: zu wissen, dass man für seine Körperfülle vielleicht gar nichts kann, aber von Medien, Nachbarn etc. als fauler Sack und Sündenbock leerer Kassen diffamiert zu werden.
Der besondere Wert des Buches ergibt sich für mich daraus, dass Pollmer zitiert! Das ist in populär formulierten Büchern nicht selbstverständlich! Wie es sich gehört, sind alle Aussagen durch ordentliche Quellenangaben nachprüfbar.
Kann sein, dass manche der Aussagen falsch sind. Das wird der Wissenschaft von Gegnern sehr gern vorgeworfen, um durch falsche Umkehrschlüsse die eigenen, unbewiesenen Behauptungen scheinbar zu stützen (Bachblüten, Homöopathie, etc.). Aber Wissenschaft behauptet ja nicht, immer Recht zu haben, sondern: Wissenschaft stellt Methoden bereit, die Richtigkeit von Aussagen zu prüfen.
Und an dieser Stelle hebt sich das Werk deutlich ab von demagogischer Propaganda oder esoterischen Unschärfen.
Dass die zum Teil komplexen Inhalte leicht verständlich, konkret und sachlich schlüssig dargestellt werden ist ein großes Verdienst Pollmers.
Darum empfehle ich auch seine andern Bücher.