Der Dyson DC15 ist ein ausgezeichneter und sehr gut durchdachter Staubsauger. Er kombiniert die meisten Vorteile von Bürst- und Bodenstaubsaugern, und die Zyklon-Saugtechnik funktioniert tatsächlich sehr gut.
Bislang hatte ich es in meinem Leben mit klassischen Mittelklasse-Saugern von Firmen wie Miele oder Siemens und mit einem klassischen Hoover zu tun, einen beutellosen Billigsauger habe ich auch mal probiert. Zugegebenermaßen waren die alle erheblich billiger als der Dyson, aber auch wirklich erheblich schlechter. Für mich persönlich ist dies der erste Sauger, den ich ohne jegliche allergische Beschwerden benutzen kann, und außerdem derjenige Sauger, der den meisten Staub aufsammelt.
Dank seiner direktgetriebenen Bürste holt das Gerät erheblich mehr Staub aus dem Boden heraus als Bodensauger. Die Abluft strahlt zu beiden Seiten nach vorne (wo man sich nicht befindet), ist nur lauwarm und gut gefiltert - ich rieche nichts. Damit das auch so bleibt, empfiehlt es sich wohl, den Staub bald nach jedem Saugen zu entsorgen und - wie von Dyson vorgeschrieben - auf keinen Fall Flüssiges aufzusaugen. Zum Entleeren hält man den Staubbehälter über einen Mülleimer und drückt einen Knopf - die gut abgedichtete Bodenplatte öffnet sich, der Staub fällt heraus. Kein Vergleich zu der Schweinerei, die bei meinem beutellosen Billigsauger nötig war.
Die Anleitung ist knapp, macht das Wesentliche jedoch klar. Der erste Zusammenbau nach dem Auspacken ist sehr einfach, wenn man sich mal klargemacht hat, dass der große gelbe Knopf am Halterohr beim Aufstecken in Fahrtrichtung zeigen muss - ist überall so aufgemalt, aber die Gewohnheit sträubt sich da irgendwie dagegen. Nach ein paar Benutzungen kein Problem mehr. Um sich einen guten Eindruck von Aufbau und Funktionsweise zu verschaffen, empfehle ich vor dem Kauf einen Besuch auf der Dyson-Website. Da wird das meiste recht anschaulich dargestellt.
Das Arbeitsgeräusch setzt sich aus drei Komponenten zusammen: dem recht leisen und eher tiefen Motorgeräusch, dem stark vom Untergrund abhängigen Bürstgeräusch (die Bürste lässt sich bei Bedarf abschalten) und einem ebenfalls nicht sehr lauten, aber unangenehm hohen weiteren Geräusch (wird wohl der Schleuder-Staubtrenner sein). Es ist Geschmackssache, inwieweit man das Geräusch als störend empfindet.
Der Dyson kann entweder als klassischer Bürstsauger verwendet werden und ist als solcher recht handlich, wendig und gut transportabel. Stellt man den Griff jedoch aufrecht, so kann man stattdessen wie bei einem Bodensauger mit einem flexiblen Schlauch und einem Teleskoprohr saugen. Mitgeliefert werden dazu eine flache Bodendüse (die ist nötig, weil der Sauger im Bürstbetrieb nicht weit unter Lücken mit geringer Höhe gehen kann), eine dünne Fugendüse, eine kleine Rundbürste und eine Düse mit Fusselaufnehmern. Letztere drei sind in solider Weise am Sauger befestigt, die flache Bodendüse muss man leider separat lagern.
Fugendüse und Rundbürste sind so ausgelegt, dass man sich möglichst nicht an Gegenständen festsaugen kann: es wird immer auch Luft in Bodennähe miteingesaugt. Ich sah diese Konstruktion wegen des damit verbundenen Saugkraftverlustes erst skeptisch, doch sie bewährt sich. Insbesondere die Rundbürste setze ich sehr gerne als Allergiker-Staubwedel ein, was nur Dank dieser offenen Bauweise möglich ist.
Die Konstruktion des Saugers bringt auch ein paar Nachteile mit sich, die nicht verschwiegen werden sollen. Weil ich aber nicht wüsste, wie man sie als Hersteller vermeiden könnte, ohne sich andere und gravierendere Nachteile einzufangen, gebe ich trotzdem volle Punktzahl.
Wie jeder Bürstsauger verlangt der Dyson ein gewisses Maß an Krafteinsatz. Man hat sich Mühe gegeben: der Motor sitzt ganz unten im 'Ball', der Griffteil ist verhältnismäßig leicht. Das ändert aber nichts am Prinzip. Gerade besonders zierliche Frauen müssen aufgrund des Hebelgesetzes die meiste Kraft aufbringen. Auch der an sich geniale elastische Schlauch verlangt einen gewissen Krafteinsatz, um ihn auf Länge zu halten. Dies kombiniert mit der Mischung aus Spaceship- und Rennwagen-Optik machen das Gerät im Schnitt wohl eher für Männer als für Frauen attraktiv. Meine Freundin weigert sich bislang jedenfalls standhaft, das Teil zu benutzen.
Man sollte auch auf jeden Fall vor der Benutzung die Anleitung vollständig lesen. Sie ist nicht lang, aber wichtig. Einiges funktioniert hier einfach anders, als man es gewöhnt ist, und man muss bereit sein, sich darüber zu informieren. Man muss mehr als bei Bodenstaubsaugern aufpassen, das Kabel nicht zu überfahren. Und dass man das Kabel nach Gebrauch jedes mal wieder von Hand aufwickeln muss, ist auch ein wenig lästig.
Unter dem Strich bleibt aber: das Gerät bringt sehr viel Staub auf sehr elegante Weise von sehr vielen verschiedenen Orten dahin, wo er hingehört (und nicht in die Luft), und zumindest technikbegeisterten Menschen macht das Saugen damit mehr Spaß als mit irgendwelchen anderen Staubsaugern.