Schon nach dem ersten Hören dieser fabelhaften CD fragte ich mich: Warum erst jetzt? Foulds ist ein exquisiter, höchst interessanter Komponist und man fragt sich wirklich, warum nicht schon viel früher eine Aufnahme seiner Kompositionen erhältlich war (sieht man einmal von einer längst vergriffenen Lyrita-Disc ab...).
"Dynamic Triptych" ist ein Klavierkonzert, in dem der höchst experimentierfreudige Foulds Modus, Farbe und Rhythmus bis an die Grenzen des Kontrapunkt aureizt - und dabei doch stets wunderbar anhörbar bleibt. Dieses Konzert steht den großen Klavierkonzerten an der Schnittstelle zwischen Spätromantik und Moderne weder in Qualität noch Einfallsreichtum in irgend etwas nach, im Gegenteil: Man wird sich den Namen Foulds merken und in den Shops suchen.
"April, England" ist ein heiteres, tiefromantisches Stück, in dem Foulds den Schulterschluss zu seinen Komponistenkollegen Ireland, Howells, Moeran und Vaughan-Williams übt - eine hochemotionale Beschau Englands im Frühling, impressionistisch angehaucht, mündend in eine unvergeßliche Fanfare.
"Music Pictures, Group 3" ist Foulds Antwort auf Mussorgskis "Bilder einer Ausstellung" - Foulds' Eindrücke dreier Gemälde sind sprechend, genial, leidenschaftlich und mit der vielleicht schönsten und anhörbarsten Umsetzung atonaler Ansätze, die ich jemals gehört habe.
Fazit: Wenn es nicht schon die erste CD der Foulds-Reihe getan hat, so wird diese den geneigten Hörer und Liebhaber englischer Musik der ersten Hälfte des 20. Jahrhudnerts zum "Foulds-ianer" konvertieren - Ein Muß!