*Dying to Live* ist wohl der beste Zombie Roman, der mir bisher in die Hände gefallen ist. Kim Paffenroth ist mein neuer, persönlicher Zombie Held. Denn so wie er mit dem Leser spielt, die Schwächen gnadenlos in ihm ausnutzt, in dem er ganz tief in ihren weichen Kern vordringt, um ihn dann zu tiefst in den Grundfesten zu erschüttern, das habe ich noch bei keinem anderen in diesem Genre gelesen.
Natürlich sind Zombie Romane in der Regel leichtere Kost, aber das hier ist eine, die eher von einem Sternekoch kreiert wurde, mit viel Liebe zum Detail und die einem nicht nur einfach auf den Teller geklatscht wurde.
*Dying to Live* stellt alles bisher Dagewesene in Sachen Zombie Roman in den Schatten, und das nicht nur wegen der Gewaltdarstellung, die ohne es zu verharmlosen, wirklich ein Meilenstein in der Geschichte ist. Nein, es ist vielmehr die Art wie Pafffenroth erzählt, er dem Leser seine Story eintrichtert, das ist das einzigartige. In seinen Wörtern steckt soviel Kraft und Intensität, dass man sich permanent fragt, wie macht er das nur, wie bekommt er solch ein Volumen in das Geschriebene. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass Paffenroth das Detailverliebte, dass in solch Romanen ohnehin nichts zu suchen hat, ausklammert. Paffenroths Schauplätze haben keine Namen, es sind einfach nur Städte oder Parks. Ebenso ergeht es den Figuren, auch sie haben nur wenig Feedback und so erfährt der Leser im Verlauf der Geschichte nur das Nötigste ( Wie im Beispiel Jonah ), welches aber für den Verlauf von elementarer Bedeutung ist. Des Weiteren hält sich Paffenroth nicht lange mit der Vergangenheit auf, die mittlerweile ohnehin keine Rolle mehr spielt, sondern ihm geht es explizit darum, den Leser zu fesseln, ihn im jetzt und hier in seinen Bann zu ziehen und das macht er mit bravur.
Jonah, den er die Story in der *Ich* Form erzählen lässt, ist kein Überflieger, kein Held der *neuen* Welt. Er ist einfach nur ein armer Kerl, der auch, wie viele andere, Frau und Kinder verloren hat. Aufgrund dieser Eigenschaften, macht es auch extrem viel Spaß ihn durch diese abgedrehte und auf den Kopf gestellte Welt zu begleiten, die grausamer und bestialischer nicht sein könnte. Die Hölle ist nicht mehr da wo sie sein sollte, wo auch immer das sein mag, nein ' die Hölle ist nun auf Erden. *Dying to Live* ist die Gewaltverherrlichung pur, natürlich nur im Bezug auf die Zombies. Hier wird nicht gekleckert, hier wird noch richtig geklotzt und wer nicht aufpasst, das Buch nicht in der Waagerechten hält, dem läuft das Blut über den Schoß. *Dying to Live* ist ein im Kleinformat, auf Papier gebrachtes Schlachthaus, in dem auf Akkord gearbeitet wird. Paffenroth macht sich keine Sorgen darum, ob und wie lange dem Leser das Essen noch im Magen bleibt, oder er sich diesen gleich feinsäuberlich über der Keramik entleert.
Kim Paffenroth, der sich eigentlich auf religiöse Ideen und Ideologien spezialisiert hat, kann man nun noch ein weiteres Spezialgebiet hinzufügen.....Das zu Papier bringen von genialen Zombie Romanen, denn 'Dying to Live' ist Zombie-Trash vom allerfeinsten!!!!!!