Für dieses Album einen treffenden Titel zu finden, war sehr schwer, da die Musik schwer zu beschreiben ist und die einzelnen Lieder doch sehr unterschiedlich sind.
Dyad 1909 war der Soundtrack zu einem Tanzprojekt (einer Art modernes Ballett), das auf eine Südpolexpedition anspielt. Irgendwo hab ich gelesen, in der Musik dazu "kann man den Wind und das Eis knirschen hören". Das passt ganz gut. Vor allem im Intro Frá Upphafi hört man eigentlich nur eine Andeutung von Musik, und Geräusche wie bei einem Gewitter. Dann folgt das wunderschöne, sanft-melancholische Lokaðu Augunum, das schon auf Variations of Static war (hier in abgewandelter Form) mit Klavier und vor allem Streichern. Die ruhige Stimmung wird dann durch das etwas "härtere" Brotsjór wieder aufgehoben, das etwas schnellere Streichermelodien mit elektronischen Beats kombiniert. Danach wird die eher ruhige Stimmung wieder aufgenommen mit Við vorum smá, das fast ausschließlich auf Klavier gespielt ist (dieses stammt ebenfalls von VoS). Das Lied 3326, das darauf folgt, klingt wieder ganz anders, Streicher, die sich dann in Schnelligkeit und Intensität steigern. Dann folgt Til Enda, das vom Stil her wieder an Brotsjór erinnert, mit Streichern, elektronischen Beats, und Eisknirschen. Zuletzt og Lengra, das die Geräusche vom Anfang aufnimmt, kombiniert mit einer ruhigen Streichermelodie und ein bißchen Klavier, auch eher ruhig-melancholisch und sehr schön.
Mir persönlich wechselt das Album zu sehr zwischen den ruhigen, melancholischen und den etwas "härteren" elektronischen Liedern hin und her. Trotzdem sind die Übergänge gut (man nimmt die z.T. gar nicht wahr!), man merkt, dass die Lieder zusammen gehören, man kann in gewisser Weise der Geschichte folgen. Und jedes Lied einzeln betrachtet gefällt mir sehr gut. Deswegen habe ich trotzdem 5 Sterne gegeben, ich finde die Musik von Ólafur Arnalds einfach wunderschön. Schade ist nur, dass es so wenige Lieder sind.